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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Defant, A.: Die Gezeiten des Atlantischen Ozeans und des Arktischen Meeres, 155 
Die größere Zahl der Querschnitte im Arktischen Meere und im nördlichen 
Atlantischen Ozean hat den Zweck, in diesem engeren und seichteren Teil des 
Kanals, in dem die Gezeiten rascher sich von Ort zu Ort ändern, auch rech- 
nerisch die Gezeitenschwingungen genauer zu erfassen und der Interpolation 
weniger Spielraum zu lassen. In den tiefen mittleren und südlichen Teilen war 
dieselbe Genauigkeit mit weniger Querschnitten zu erreichen. 
Die einzelnen Querschnitte müssen, da sie senkrecht zur Erdoberfläche 
gelegt werden und die kürzeste Verbindung zwischen den entsprechenden Küsten- 
punkten auf beiden Seiten des Kanals darstellen sollen, Teile von größten Kreisen 
auf der Erdkugel sein. Der Verlauf der Querschnitte ist deshalb durch die 
Orthodrome zwischen den entsprechenden Küstenpunkten gegeben. 
Für alle Querschnitte 11 bis 35 wurden diese Orthodromen berechnet. 
Das Profil jedes Querschnittes wurde sodann aus den ausgezeichneten Tiefen- 
karten ermittelt, die im Atlas der Dynamischen Meteorologie und Hydro- 
graphie von V. Bjerknes‘!) enthalten sind; der Maßstab ist (Merkatorprojektion) 
1:20 Millionen. Für das Arktische Meer wurde die mir erst später zur Ver- 
[ügung stehende flächentreue Tiefenkarte des Atlantischen Ozeans von M. Groll 
benutzt. Auf dieser stellten sich die Querschnitte (siehe Fig. 1) als gerade 
Linien dar (wenigstens sind die Abweichungen so klein, daß sie auf der Karte 
nicht zur Geltung kommen). Die Fläche des Profils (Querschnittsfläche Six) 
wurde planimetrisch ausgemessen, sowie auch die Breite b{x) rechnerisch ermittelt. 
Da mir zunächst keine flächentreue Karte des Atlantischen Ozeans zur Verfügung 
stand, wurde die Oberfläche des Meeres zwischen zwei Querschnitten dadurch 
bestimmt, daß die Halbgradfelder, die zwischen je zwei Querschnitten zu liegen 
kommen, auf der Merkatorkarte in Bjerknes’ Atlas ausgezählt und mit dem 
entsprechenden Flächeninhalt jeder Breite multipliziert wurden. Die dadurch 
erzielte Genauigkeit war vollauf genügend. Für den arktischen Teil des Kanals 
wurden die Flächen planimetrisch aus Grolls flächentreuer Karte bestimmt. 
Die Werte für sämtliche Querschnitte stehen in Tabelle 1. Anschließend daran 
finden sich dieselben Größen für zehn Querschnitte in der Davisstraße und in 
der Baffinbai; ihre Ermittlung war zur Bestimmung der Wassermassen not- 
wendig, die zwischen Grönland und Labrador bei der Gezeitenbewegung dem 
Atlantischen Ozean zu- bzw. von ihm abströmen. 
Tabelle 1. 
Breiten- und Tiefenverhältnisse des Atlantischen Ozeans und des Arktischen Meeres, 
"Oberfläche 
v (x) 
10% km? 
Ent- 
fernung 
4x 
in km 
Breite ‚läche Tiefe 
b (x) [S (x) h (x) 
km km? |! m | 
Ober- 
fläche 
V (X) 
103km? 
Ent- ?reite Fläche! Tiefe 
fernung | d (x); S (x) | h (xz) 
Axinkm| km | km? | m 
A) 
202 
372 
3S0 
378 
384 
4104 
396 
108 
420 
344 
406 
382 
382 
148 
148 
377 
380 
962 
2040 
2424 
2662 
2640 
2742 
2256 
2078 
1816 
2336 
1482 
1525 
L600 
1675 
1680 (129F° 
2025 
7m 
00 
580 
1570 
2992 
1072 
1760 
3720 
5088 
3280 
2296 
968 
1844 
2920 
2364 
728 
an 
00 
500 
770 
1230 
1530 
1810 
2080 
2260 
1580 
1260 
410 
1242 
1914 
1479 
“N30 
609 
1256 
5-ß 
304 
306 
850 
914 
1040 
1104 
1144 
864 
1248 
752 
1152 
651 
500 
548 
708 
335 
382 
X 
1 
) 
419 
420 
365 
365 
462 
463 
851 
379 
378 
328 
805 
‚030 
(44 
537 
991 
736 
1232 
1300 
3458 
3975 
3894 
3988 
53455 
5508 
5708 
5428 
1705 
1325 
3055 
3741 
5467 
5816 
648? 
5449 
5860 
7023 
“1 360' 3280 
'2.7521 3210 
? 2 3320 
2236 3070 
4288' 2620 
'4.08S0 3700 
29 952: 4460 
73296! 4290 
9280| 4100 
3352| 4240 
2 96C| 3280 
5920| 4260 
23 088] 4230 
23 280] 4000 
28 0850| 4340 
23.872] 3710 
27 360| 3980 
»)4 096! 2430 
1342 
1561 
1508 
1715 
1904 
2706 
53818 
1954 
1168 
3284 
2662 
2716 
3853 
4542 
5632 
4160 
6848 
6826 
z 
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