Defant, A.: Die Gezeiten des Atlantischen Ozeans und des Arktischen Meeres, 155
Die größere Zahl der Querschnitte im Arktischen Meere und im nördlichen
Atlantischen Ozean hat den Zweck, in diesem engeren und seichteren Teil des
Kanals, in dem die Gezeiten rascher sich von Ort zu Ort ändern, auch rech-
nerisch die Gezeitenschwingungen genauer zu erfassen und der Interpolation
weniger Spielraum zu lassen. In den tiefen mittleren und südlichen Teilen war
dieselbe Genauigkeit mit weniger Querschnitten zu erreichen.
Die einzelnen Querschnitte müssen, da sie senkrecht zur Erdoberfläche
gelegt werden und die kürzeste Verbindung zwischen den entsprechenden Küsten-
punkten auf beiden Seiten des Kanals darstellen sollen, Teile von größten Kreisen
auf der Erdkugel sein. Der Verlauf der Querschnitte ist deshalb durch die
Orthodrome zwischen den entsprechenden Küstenpunkten gegeben.
Für alle Querschnitte 11 bis 35 wurden diese Orthodromen berechnet.
Das Profil jedes Querschnittes wurde sodann aus den ausgezeichneten Tiefen-
karten ermittelt, die im Atlas der Dynamischen Meteorologie und Hydro-
graphie von V. Bjerknes‘!) enthalten sind; der Maßstab ist (Merkatorprojektion)
1:20 Millionen. Für das Arktische Meer wurde die mir erst später zur Ver-
[ügung stehende flächentreue Tiefenkarte des Atlantischen Ozeans von M. Groll
benutzt. Auf dieser stellten sich die Querschnitte (siehe Fig. 1) als gerade
Linien dar (wenigstens sind die Abweichungen so klein, daß sie auf der Karte
nicht zur Geltung kommen). Die Fläche des Profils (Querschnittsfläche Six)
wurde planimetrisch ausgemessen, sowie auch die Breite b{x) rechnerisch ermittelt.
Da mir zunächst keine flächentreue Karte des Atlantischen Ozeans zur Verfügung
stand, wurde die Oberfläche des Meeres zwischen zwei Querschnitten dadurch
bestimmt, daß die Halbgradfelder, die zwischen je zwei Querschnitten zu liegen
kommen, auf der Merkatorkarte in Bjerknes’ Atlas ausgezählt und mit dem
entsprechenden Flächeninhalt jeder Breite multipliziert wurden. Die dadurch
erzielte Genauigkeit war vollauf genügend. Für den arktischen Teil des Kanals
wurden die Flächen planimetrisch aus Grolls flächentreuer Karte bestimmt.
Die Werte für sämtliche Querschnitte stehen in Tabelle 1. Anschließend daran
finden sich dieselben Größen für zehn Querschnitte in der Davisstraße und in
der Baffinbai; ihre Ermittlung war zur Bestimmung der Wassermassen not-
wendig, die zwischen Grönland und Labrador bei der Gezeitenbewegung dem
Atlantischen Ozean zu- bzw. von ihm abströmen.
Tabelle 1.
Breiten- und Tiefenverhältnisse des Atlantischen Ozeans und des Arktischen Meeres,
"Oberfläche
v (x)
10% km?
Ent-
fernung
4x
in km
Breite ‚läche Tiefe
b (x) [S (x) h (x)
km km? |! m |
Ober-
fläche
V (X)
103km?
Ent- ?reite Fläche! Tiefe
fernung | d (x); S (x) | h (xz)
Axinkm| km | km? | m
A)
202
372
3S0
378
384
4104
396
108
420
344
406
382
382
148
148
377
380
962
2040
2424
2662
2640
2742
2256
2078
1816
2336
1482
1525
L600
1675
1680 (129F°
2025
7m
00
580
1570
2992
1072
1760
3720
5088
3280
2296
968
1844
2920
2364
728
an
00
500
770
1230
1530
1810
2080
2260
1580
1260
410
1242
1914
1479
“N30
609
1256
5-ß
304
306
850
914
1040
1104
1144
864
1248
752
1152
651
500
548
708
335
382
X
1
)
419
420
365
365
462
463
851
379
378
328
805
‚030
(44
537
991
736
1232
1300
3458
3975
3894
3988
53455
5508
5708
5428
1705
1325
3055
3741
5467
5816
648?
5449
5860
7023
“1 360' 3280
'2.7521 3210
? 2 3320
2236 3070
4288' 2620
'4.08S0 3700
29 952: 4460
73296! 4290
9280| 4100
3352| 4240
2 96C| 3280
5920| 4260
23 088] 4230
23 280] 4000
28 0850| 4340
23.872] 3710
27 360| 3980
»)4 096! 2430
1342
1561
1508
1715
1904
2706
53818
1954
1168
3284
2662
2716
3853
4542
5632
4160
6848
6826
z
21
3
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29
23
71
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