Kleinere Mitteilungen,
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Brennecke schätzt die mittlere Ungenauigkeit seiner Temperaturmessungen
während der „Deutschland“-Fahrt auf -+- 0.02°; Koefoed nimmt an, daß die meisten
Messungen von der „Belgica“-Reise in das Grönlandmeer 1905 sogar um nur -+ 0.01°
unsicher sind. Für die meisten ozeanographischen Zwecke reicht eine derartige
Genauigkeit völlig aus; nur in Ausnahmefällen, z. B. bei der Beurteilung der
Stabilitätsverhältnisse in großen Meerestiefen, kann die Tatsache störend wirken,
daß eine Unsicherheit der Temperatur von -+0.01° eine Unsicherheit in der
Dichte von -+- 0.00001 möglich macht. (Die Ungenauigkeit der Dichteberechnung
infolge ungenauer Salzgehaltsbestimmung sei hier nicht erörtert.) Für eine
weitere Vervollkommnung der Kippthermometer gibt E. Schottländer in einer
Untersuchung „Über regelmäßige Schätzungsfehler und die sie erzeugenden
Faktoren“ (Zeitschrift für Instrumentenkunde, 1923, S. 365{ff.) wertvolle Hinweise;
die Skala des Hauptthermometers ist nach Schottländer der
Verbesserung noch ebenso bedürftig wie fähig. Die Ermittelung einer
„Grundkurve“ für die Verteilung der Ablesefehler atıs etwa 650 Ablesungen
mehrerer Beobachter am Kippthermometer führte zu dem Schluß, daß in reichlich
40%, der Fälle die Bestimmung völlig richtig war, daß die Anzahl der Verschätzungen
um 0.02° annähernd 10%, die der Falschschätzungen um 0.03° etwa
0.1°%, der sämtlichen Ablesungen betrug. (Offenbar handelt es sich um Messungen
im Laboratorium; für Messungen auf See dürften sich etwas ungünstigere Verhältnisse
ergeben.) Die Schätzungen werden durch die Intervallbreite in Verbindung
mit der Strichstärke beeinflußt; Schottländer fand beim Hauptthermometer
die Strichbreite zu groß im Verhältnis zur Intervallbreite (etwa 1:8).
Auch die übliche Ableselupe hält er, weil zu stark verzerrend, für ungenügend.
Der Hauptnachteil wird aber in dem Umstande gefunden, daß Zehntelschätzungen
erforderlich sind. Nach den von ihm diskutierten Untersuchungen
an meteorologischen Thermometern hält Schottländer ein (horizontales)
Thermometer mit angemessener Intervallbreite und Strichstärke, dessen
Skalenteilung Fünftelschätzung bedingt, für sehr vorteilhaft. Das würde für
das Richtersche Kippthermometer Teilung in 0.05° statt wie bisher in 0.1° bedeuten.
Diese Teilung ist bei den üblichen von —2 bis 20, ja 30° reichenden
Skalen nicht durchführbar, ohne daß die Thermometer in unbequemer Weise
verlängert werden. Als Ausweg bietet sich die Herstellung von Thermometern
mit verschiedenem Meßbereich (etwa zwischen —2 und 8°, 7 und 17° usw.).
Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß die von dem Unterzeichneten
im Jahrgang 1923 dieser Zeitschrift (S. 273ff., Tafel 12 und 18) veröffentlichten
Hilfstafeln gestatten, die Berichtigung, die an der Ablesung in den meisten
Fällen wegen des Temperaturunterschiedes zwischen Wasser und Luft anzubringen
ist, stets bis auf die zweite Dezimale genau zu finden. Es besteht also
die Möglichkeit, die angestrebte technische Verbesserung voll auszuwerten.
Schließlich sei darauf hingewiesen, daß die thermometrische Tiefenmessung durch
eine derartige Verfeinerung der Instrumente beträchtlich an Genauigkeit gewinnen
würde. Ist die Temperaturbestimmung sowohl beim geschützten wie
beim ungeschützten Thermometer bis auf die zweite Dezimale, d. h. bis auf
+ 0.005° genau, hat also die Differenz zwischen den Einstellungen der beiden
Thermometer einen Fehler von höchstens -0.01°, so ergibt sich für die Unsicherheit
der Tiefenbestimmung infolge der Ablesungsungenauigkeit der Wert
40.8 bis 1.4 m (vgl. die Ausführungen des Unterzeichneten a. a. O. S. 276).
Da dieser Fehler umgekehrt proportional dem Druckkoeffizienten des ungeschützten
Thermometers ist, so empfiehlt es sich übrigens, vor allem für geringere
Tiefen, Instrumente mit großem Druckkoeffizienten zu verwenden.
A. Schumacher.
3, Doutscher Wirtschaftsbund für Schiffbau und Schiffahrt. Zur Wahrnehmung
der wirtschaftlichen Interessen aller in Schiffbau und Schiffahrt tätigen
Kreise ist mit dem Sitz in Berlin W30, Maaßenstraße 17, eine Vereinigung
‘) In 1/0° eingeteilte Wasserthermometer von Richter sind übrigens seit langem bei den
finnischen hydrographischen Fahrten in Gebrauch, anscheinend aber als Eintauchthermometer beim
Nansen-Pettersson- Wasserschöpfer.