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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1924. 
Eine von A. Wegener angegebene Darstellungsmethode erlaubt es, die 
Richtung, Geschwindigkeit und Beständigkeit in übersichtlicher Form auf einer 
Karte wiederzugeben: Die Stromlinien geben die Richtung, die Geschwindigkeit 
wird durch Fiederung an den Stromlinien gekennzeichnet (in gleichen Abständen 
angebracht), die Beständigkeit durch Verschiedenheiten im Ausziehen der Strom- 
linien (nach Stufenwerten)!). Nach dieser Methode hat Verf. klimatische Wind- 
karten von der Balkanhalbinsel für den Boden und 3000 m Höhe entworfen, 
unter Zugrundelegung der Luftversetzung*). Nach Abschluß dieser Arbeit er- 
schien eine Abhandlung von W. Werenskiold, welche ebenfalls auf Grund der 
Luftversetzung die Luftströmungen über dem Stillen Ozean darstellt®), Hier ist 
die Geschwindigkeit durch Isodynamen wiedergegeben; die Beständigkeit ist 
leider nicht berücksichtigt worden, was für die Gewinnung einer Vorstellung der 
wirklichen Strömungsverhältnisse sichtlich sehr von Nachteil ist, — Eine An- 
wendung der Wegenerschen Methode auf die ozeanischen Luftströmungen dürfte 
interessant sein, auch für die Darstellung der Meeresströmungen würde sie sich 
gut benutzen lassen. . 
Bei allen diesen Darstellungen sind nur die Horizontalkomponenten der 
Luft- und Meeresströmungen berücksichtigt. Letztere sind aber Strömungen im 
Raum. Ziel der dynamischen Meteorologie und Hydrographie wird sein, durch 
Feststellung der mittleren Stromfelder in den verschiedenen Höhen- bzw. Tiefen- 
niveaus und Ableitung der hieraus sich ergebenden Vertikalkomponenten zur 
Kenntnis der räumlichen Strömungen zu kommen. Diese wären dann in Form 
von räumlichen Stromlinien-Modellen darzustellen, so wie dies H. U. Sverdrup 
bereits für den Nordatlantischen Passat getan hat“). 
Veranlassung zu den vorstehenden Ausführungen gab die Diskussion), 
welche sich an die Veröffentlichung der Karten von G. Michaelis und Hans 
H. F, Meyer knüpfte. Wie oben ausgeführt, darf nicht der Anspruch erhoben 
werden, daß für die Zwecke der praktischen Schiffahrt diese Karten die besseren 
seien, ‘Die jetzt in Gebrauch befindlichen völlig objektiven, rein auf den Er- 
gebnissen der Statistik beruhenden Karten (in unstetiger Form) sind hier unent- 
behrlich und die besseren. Andererseits ist es, wenn wir weiter eindringen wollen 
in die großen Zusammenhänge, wenn wir zu einer physikalischen Deutung vom 
Mechanismus der Strömungen gelangen wollen, ein Erfordernis der Wissenschaft, 
fortzuschreiten zu stetigen Stromkarten. In dieser Beziehung stellen die Karten 
von Michaelis und Meyer einen Fortschritt dar. Ganz konsequent ist aber die 
Anwendung der Stromlinienmethode, Bei dieser kann jedoch das „Schematisieren“, 
von welchem es nur ein kurzer Schritt zum „Phantasieren“ sei, kein Vorwurf 
mehr sein, wie es auch P. H.G. (a. a. O.) zugibt, sondern das ist jetzt Not- 
wendigkeit, Es ist bekannt, daß der Verlauf der Stromlinien, besonders in der 
Nähe der Singularitäten, oft nicht eindeutig gegeben ist. Auf die Festlegung 
der Konvergenz- und Divergenzlinien und -punkte kommt es aber gerade bei 
der Erkenntnis der Zirkulationszusammenhänge an; hier besteht die Pflicht, 
sich, wenn es sein muß, für eine bestimmte Hypothese zu entscheiden. Die Dis- 
kussion muß dann klärend einsetzen, um den notwendig subjektiven Charakter 
der Entwürfe zu beschränken. Dies gilt, solange die Zahl der Beobachtungen 
nicht genügend ist; je mehr Beobachtungen gesammelt werden, desto eindeutiger 
wird der Verlauf der Strömungen festgelegt werden können. ZE. Kuhlbrodt. 
2. Zur Genauigkeit der Temperaturmessung mit dem BRichterschen 
Tiefsee-Umkippthermometer. Das Kippthermometer in der von C. Richter 
entwickelten Form gilt als anerkanntes ozeanographisches Präzisionsinstrument. 
1) „Klimatische Windkarten‘“. Meteorol. Zeitschrift 1919, S. 53. 
„ 2) Boden- und Höhenwinde der Balkanhalbinsel, Dargestellt in Form von klimatischen Wind- 
karten nach den Beobachtungen an 23 Warten in den Jahren 1916—1918. „Archiv der Deutschen 
Seewarte‘“ 1923, Nr. 3, 
VOL IT X Mean monthly air-transport over the North Pacific Ocean, Geofysiske Publikationer, 
üe 4) Veröffentl. d. Geophysikal, Instituts d, Univ. Leipzig. ‚2. Serie, Bd, 1I, Heft 1, Leipzig 1917. 
x 968 a u. a. P. H, 6. in Tijdschrift van het Kon. Ned. Aardrijkskundig Genootschap 1923, 
ho upBR: A
	        
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