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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1924,
stellten sich doch mit der Zeit Mängel ein, und mit dem Fortfall der Zuverlässig-
keit hörte auch ihr Gebrauch auf,
In der deutschen Marine wurde der Lotfrage wegen der Eigenartigkeit
ihrer Übungsgewässer von jeher große Bedeutung beigelegt, und dementsprechend
wurden alle angebotenen Tiefenmesser eingehend erprobt. Wenn die Erfolge
auch schließlich immer negativ waren, so konnten doch bei der Erprobungs-
tätigkeit genügend Erfahrungen gesammelt werden, um für die einzelnen oben
angeführten Grundsätze diejenigen Konstruktionen zu entwerfen, die ihnen vor-
aussichtlich genügen mußten, und deren Zusammenfassung dann die Ausführung
einiger Probeinstrumente gestattete. Es konnten hierzu Tiefenmesser umgearbeitet
werden, die in den Lotmaschinen vorhanden, aber wenig tauglich waren, da in
ihrer Konstruktion mehrere der vorerwähnten Regeln keine Berücksichtigung
gefunden hatten. Allerdings hatte die Aptierung wieder den Nachteil, daß die
technische Ausführung nicht in allen Teilen wunschgemäß ausfallen konnte. So
hatten z. B. die Glasrohre ganz verschiedene lichte Durchmesser zwischen 13.0
und 14.5 mm, was zur Folge hatte, daß für jedes Instrument eine besondere
Skala berechnet werden mußte; die ursprünglichen Tiefenmesser hatten aber alle
dieselbe Skala, die also schon ‚sehr ungenau sein mußte. Das Versuchsinstrument
sei nachstehend beschrieben (siehe Fig. 2, Taf, 11).
Ein Messingrohr von 58 cm Länge und 22 mm äußerem Durchmesser ist
unten wasser- und luftdicht abgeschlossen und mit einem Kegelventil versehen,
das zur Entwässerung des Tiefenmessers dient. Zwei Indexstriche mit den Be-
zeichnungen Zu und Auf geben an, ob dieses Ventil offen oder geschlossen ist,
Im Innern des Messingrohrs ist 15 cm über dem unteren Rande ein Messingring
eingelötet und verschraubt, auf dem ein Gummiring und dann das etwa 40 cm
lange, beiderseits offene Glasrohr von 13 mm lichter Weite aufgesetzt sind. Auf
das obere Ende des Glasrohres wird wieder ein Gummiring aufgelegt und dann
das Messingrohr durch Einschrauben des Verschlußkopfes geschlossen, Hierbei
muß die untere Fläche des Verschlußkopfes derart auf Gummiringe und Glasrohr
drücken, daß ein luftdichter Abschluß erfolgt. Zum Ablesen des Wasserstandes
im Glasrohr ist das Messingrohr vorn mit einem breiten, hinten mit einem
schmalen Schlitz versehen. Neben dem breiten Schlitz ist in das Messingrohr
die Skala von 10 bis 200 m eingraviert.
Der Verschlußkopf ist aus einem Stück Rundmessing gearbeitet. Er hat
unten einen Gewindeteil zum Einschrauben in das Messingrohr und liegt hart
auf dem Rande desselben auf; von hier aus hat er in 18 mm Länge denselben
äußeren Durchmesser wie das Messingrohr, ist dann abgedreht und hat in den
restlichen 50 mm Länge einen.Durchmesser von 10 mm. Dieses Stück dient zur
Führung des Verschlusses, während in den stärkeren Teil der Einflußkanal ein-
gebohrt ist. Der Kanal geht in zwei gegenüberliegenden Bohrungen von 3 mm
Stärke in schräger Richtung nach oben in die Mitte des Verschlußkopfes, von
wo sich eine senkrechte zentrische Bohrung von 2 mm nach unten fortsetzt, die
in das Glasrohr mündet. Die Verschlußvorrichtung besteht aus dem eigentlichen
Verschluß, der Haltefeder und dem Zylinder. Der Verschluß ist ein nach unten
abgeschrägter Messingring, der den Verschlußkopf saugend umfaßt und sich auf
diesem auf und ab schieben läßt, so daß er entweder den Einflußkanal schließt
oder ihn freigibt. Der Verschluß ist durch Steg und Hülse mit einem Messing-
teller von 42 mm Durchmesser verbunden und gleitet auf der vorerwähnten
10 mm dicken Stange des Verschlußkopfes auf und ab. Das Ganze umgibt‘ ein
Zylinder aus Messing von 60 mm Höhe und 43 mm Durchmesser, der durch
Halter unterhalb des Verschlußkopfes mit dem Messingrohr verbunden ist; der
Messingteller wirkt in ihm als Kolben, der beim Fall des Lotes von unten, beim
Aufholen von oben durch den Wasserstrom betätigt wird. Ist beim: Aufholen
dieser Kolben nach unten gedrückt und damit der Verschluß geschlossen, So
greift in letzteren noch eine Feder ein, die das selbsttätige Öffnen des Ver-
schlusses beim Springen des Lotes über die Wellenkämme verhindert. a
Zur zweckdienlichen Anbringung und zum Schutze des Tiefenmessers sind
die Lote mit einem aus vier Streben gebildeten eisernen Gestänge versehen. In