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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1924. 
Östliches Mittelmeer (80°—40° N-Br. und 30°—35° 0-L58.). 
Winter | Frühling Sommer | Herbst | Jahr 
<= 750 0.20 0.60 0.28 0.04 1.12 ; 
< 760 _L 13.80 14.84 32,60 15.84 72.08 
Prozente | 1.4 | 40 | 0,9 | 0.3 | 1.5 
Besonders ist es der Sommer, der an Zahl der Minima jede andere Jahres- 
zeit um mehr als das Doppelte übertrifft. Doch sind diese Depressionen sehr 
flach; im Jahresdurchschnitt sind nur 1.5%, derselben tiefer als 750 mm. 
Im Gegensatz zu diesen Stellen maximaler Häufigkeit, die alle auf die 
Meere (offener Ozean, bzw. Rand- und Binnenmeere) beschränkt sind, finden 
sich die Gebiete, wo ein Auftreten der Zyklonen relativ selten ist, meist auf den 
Kontinenten, mit Ausnahme des südöstlichen Teiles des Nordatlantischen Ozeans, 
also im Gebiet des Azorenmaximums. Die Ursachen dieser geringen Häufigkeit 
können zweifacher Natur sein: 1. die Zyklonen meiden bei ihrer durchschnittlich 
west-östlichen Wanderung ein bestimmtes Gebiet, wodurch es zu einer Stelle 
geringer Häufigkeit wird (Mitteleuropa), oder 2, ein Gebiet wird durch längere 
Zeit von einer Antizyklone beherrscht, so daß hier das Fehlen der Zyklonen 
durch die entgegengesetzte Druckverteilung hervorgerufen wird (Azorenmaximum 
oder russisch-asiatisches Hochdruckgebiet im Winter). Für die Minima < 760 
finden wir für den Jahresdurchnitt einen Keil geringer Häufigkeit auf der Linie 
von den Azoren bis gegen England (unter 6.00); ebenso zeigen vor allem Deutschland 
mit Ausnahme der Küsten und der östliche Teil der Balkanländer eine sehr 
geringe Zahl von Depressionszentren. Sehr gut ausgeprägt ist diese minimale 
Häufigkeit der Minima über Grönland und Skandinavien, beides Gebiete, die 
von maximalen Häufigkeitszentren flankiert sind. Für die Minima < 750 mm 
gilt ungefähr dasselbe, Wenn man die einzelnen Jahreszeiten in dieser Hinsicht 
betrachtet, so findet man, besonders im Winter, dieselben Verhältnisse wie im 
Jahresdurchschnitt. 
Um für das ganze Gebiet eine Darstellung der Intensität der Minima 
geben zu können, wurde für jedes Feld im Jahresmittel das Verhältnis: Zahl der 
Minima < 750 zu Zahl der Minima << 760 gebildet und diese prozentuellen 
Werte zu einer graphischen Darstellung verwendet (siehe Karte 7, Tafel 2); 
die Linien verbinden Punkte gleicher Prozente. Im allgemeinen nimmt die Zahl 
der tiefen Minima (<< 750 mm) mit abnehmender geographischer Breite ab; 
nördlich von 65° Breite scheint auch eine Verringerung einzutreten. Vor allem 
ist aber zu ersehen, daß in gleicher Breite über dem Ozean dieses Verhältnis 
größer ist als am Kontinent, sowohl in Amerika als auch in Europa, Folgende 
Zusammenstellung gibt die Verteilung längs eines Meridians im Atlantischen 
Ozean (35° W-Lg.), in Nordamerika (75° W-Lg.) und in Europa (15° O-Leg.); 
die Werte sind der Karte entnommen, 
Prozentuelle Häufigkeit der Minima > 750 mm längs eines Meridians, 
Breite , ! zo | 65 | co | 55 | 50 | 4 | © | ® 
Amerika, 75° W-Lg. | 77 | 82 84 66 54 43 8 34 | 19 
Atlantischer Ozean, 35° W-Lg. 78* 85 88 84 70 56 36 23 
Europa, 15° O-Lg. 88**' 87**' 82 66 42 30 20 [| unt. 10 
*) Punkt liegt im Innern von Grönland. **) Beide Punkte liegen im freien Ozean, 
Der Unterschied zwischen Europa und Atlantic erreicht also in 50° N-Br. 
einen Betrag von 28%, d. h. über dem Atlantischen Ozean ist der Prozentsatz 
an tiefen Minima um 28 höher als in Europa. Dasselbe, wenn auch nicht in 
so.hohem Grad, gilt für die Küste Nordamerikas; für 50° Breite ist der Unter- 
schied 16%.
	        
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