Gadow, H.: Über Lotröhren und Versuche mit Tiefenmessern,
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hütchens absah und die Röhre einfach zuschmolz, Die: kaum einen Quadrat-
millimeter große untere Öffnung gibt zu der Befürchtung, daß aus ihr beim
Aufschlagen auf die Wasseroberfläche Luft entweicht, keinen Anlaß. Die früheren
Bemühungen amerikanischer und deutscher Firmen, Dauerlotröhren dadurch her-
zustellen, daß sie im Innern mattierte Glasröhren oben durch eine Gummikappe
verschlossen, mußten an dieser Hauptbedingung der absoluten Dichtigkeit des
Verschlusses scheitern. Guter Gummi tut vielleicht beim Gebrauch im Seewasser
eine Zeitlang seine Schuldigkeit, die Gewißheit hat man aber nie, und bald wird
er unbrauchbar,
Auch der Fehler, der durch die Temperaturveränderung der eingeschlossenen
Luft im Tiefenwasser eintreten kann, läßt sich bei der Lotröhre beseitigen, wenn
die sie umgebende Schutzhülse mit einer Isoliermasse ausgefüllt wird, die die
Glasröhre umgibt und dem kälteren Seewasser die Bespülung des die Luft ent-
haltenen Teiles unmöglich macht. Versuche mit einer zu diesem Zwecke von
der Physikalisch-technischen Reichsanstalt gelieferten Schutzhülse haben dies be-
stätigt. Wird die Umspülung der Glasröhre verhindert, so hat die eingeschlossene
Luft mit dem kälteren Seewasser nur die kleine Berührungsfläche im Inneren,
die zudem noch Oberflächenwasser ist; ein Temperaturausgleich durch Berührung
kann hier bei der Kürze der Zeit nur gering sein, Anders liegt der Fall bei
allen den als Ersatz der Lotröhren erfundenen Tiefenmessern, die das einge-
drungene Wasser zur Messung nach oben fördern. Der Wassereintritt ist hier-
bei gewöhnlich so, daß es die eingeschlossene Luft durchspült und ihr dann
natürlich seine Eigentemperatur in Kürze mitteilt.
Haben wir so die theoretische Geeignetheit der Lotröhre als Tiefenmesser
dargelegt, so bleibt zu untersuchen, warum in der Praxis so oft Versager vor-
kommen, und ob sich diese abstellen lassen. Um mechanische Einflüsse auszu-
schalten, muß man die Lotröhre bei stilliegendem Schiff auf den Grund fieren,
ohne dabei das Lot aufstoßen zu lassen; die dann am Maßstab abgelesene Tiefe
muß der wahren Tiefe bis auf die Korrektion für Temperaturänderung der ein-
geschlossenen Luft und für den Barometerstand entsprechen; jeder weitere Fehler
weist auf schlechte Kalibrierung hin. Da das Grundwasser in der Regel kälter
sein wird als die Luft, liegt der erstere Fehler nach der positiven Seite, man
erhält also eine zu große Tiefe. Bei einem Temperaturunterschied von 10°
würde man auf 60 m Tiefe einen Fehler von 2.6 m erhalten. Nehmen wir den
eingangs erwähnten Fehler für. Kalibrierung auf 3° der Tiefe an, der aber nach
beiden Seiten liegen kann, so erhalten wir eine Ablesung am Maßstab von 60.6
oder von 64.6 m. Derartige Untersuchungen haben im Jahre 1908 zunächst zum
Ersatz des alten Thomsonschen Maßstabes durch den Lotröhrenmaßstab Mod. 09
geführt. Nach Berichten einer Flottenabteilung über das Anlaufen des englischen
Kanals vom Atlantik aus waren mit der Lotmaschine immer bedeutend geringere
Tiefen festgestellt worden, als mit dem Tieflot; die Tiefen lagen zwischen 120
und 175 m, die Unterschiede zwischen 9 und 24 m. Eine daraufhin ausgeführte
Nachprüfung des Thomson-Maßstabes zeigte, daß er dem Mariotteschen Gesetz
nicht entsprach, und daß die mitgeteilten Lotungen, an einem dem Mariotteschen
Gesetz entsprechenden Maßstab gemessen, sehr viel besser gestimmt haben würden.
Es wurde nun ein nach dem Mariotteschen Gesetz berechneter Maßstab her-
gestellt und eine lange Versuchsreihe auf S. M. S. „Albatross“ 1908 in der Danziger
Bucht ausgeführt, die folgendes Ergebnis hatte“
Anzahl der
Beobachtungen
‚ö
Tiefe nach Handlot
13.0
25.8
33.0
46.5
69.0
87.0
104.5
Tiefe nach dem
Mariotteschen Maßstab
0/. Fehler
13.9
26.0
33.1
47.1
66.7
85.9
103,8
+69
N
+0.
1,9
—3.3
— 1,3
— 0.7
Tiefe
jach dem Thomson - Maßstab
5/7. Fehler
13.3
25.2
31.9
44.7
63.7
79.8
95.2
He
—3,5
— 39
Da
‘83
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