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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1924, 
Nach der Kolberger Veröffentlichung muß die Periode (mit spitzem Minimum, 
also wenig sinusartig) gegen 100 Jahre betragen. 
Demnach habe ich für Perioden von 80—120 Jahren für die drei Stationen 
die Glieder der Fourierschen Reihe, ohne Rücksicht auf Unterperioden, nebst 
den mittleren Fehlern derselben, berechnet. Es liegt in der Natur der Sache, 
daß man über die genaue Länge der Periode auch hieraus keinen exakten Schluß 
ziehen kann, aber nach den mittleren Fehlern scheint doch einstweilen — formell — 
eine Periode von etwa 95 Jahren am wahrscheinlichsten, mit der auch die vor 
1855 liegenden Beobachtungen so gut als zu erwarten übereinstimmen. 
In Tabelle 3 bedeutet T die Länge der Periode (a = Jahr), die Koeffizienten 
da. in 360 360 360 . AR 
der Periode: a, sin 3— 4 b, COS —— = C, COS F— pı) sind in mm angegeben, 
x“ ihre mittleren Fehler. Der Beginn der Epoche ist immer 1855, 
Tabelle 3. 
Mittel 
a, | bh; 
_1 —N 4228 — 9|—21 |4238.0)— 17 + 6—21 + 6 
— 8[—19 21.1) 0 —25 | +216l— 8 + 4—28 + 6 
— 6l1—21 | 1811 + 5 —25 +21.7|— 4 + 5—30 + 7 
01—16 +212 4101 —24 +21.7— 7 +13—33 +13 
1 224 193 LU 27 2127 5 3—32 7 
| 
MA 
Pr 
OD; 
8, | 
DD, 
CC | Yı 
308 42.5 223° 19,1 2320 22,8 203° — “74 6 219° 10° 
30 42,7 201. 20.6 203 25.0 180 | 29 6 795 7 
L00 44.6 196 21.4 196 25.5 169 | 304 7 787 + 9 
110 67.1 208 16.0 180 26.0 157 | 34213 |182 &14 
120 45,0 177 |: 241 175 29.2 158 * 22 7 170 6 
Die mittleren Fehler der Koeffizienten sind noch ziemlich groß, fast von 
gleicher Ordnung wie sie selbst, nur gerade in Travemünde kleiner, Dies würde 
darauf deuten, daß der „Sprung“ von 1885 vielleicht doch nicht bloß auf äußere 
Umstände zurückzuführen ist, zumal die mittleren Fehler in Travemünde sogar 
kleiner als an den anderen Stationen sind, d. h, erstere Station hat eine glattere 
Kurve als diese. Aber an der Realität der Periode braucht man auch bei den 
beiden anderen Stationen nicht zu zweifeln. Die großen mittleren Fehler be- 
ruhen ja zum Teil darauf, daß die Kurve eben nicht rein sinusartig ist, zum 
Teil natürlich auch auf den zweifellos auf meteorologische Ursachen!) zurück- 
zuführenden Schwankungen selbst der Lustrenmittel. 
Daß die Phasen ziemlich gut harmonieren — Kolberg fällt etwas heraus, 
aber nicht mehr, als die Unsicherheit ausmacht — besagt natürlich zunächst nur, 
daß die drei Stationen (und überhaupt die ganze Küste) auch in bezug auf die 
sehr langen Wasserstandsschwankungen einen sehr übereinstimmenden Gang haben. 
Das Maximum fällt nach der Rechnung in den Anfang des laufenden Jahr- 
hunderts. Genaue Feststellung der Periodenlänge wird sich erst einigermaßen 
um oder nach 1950 ermöglichen lassen. . 
Schlußergebnis: Die deutsche Ostseeküste (von Travemünde bis 
Kolberg und gewiß noch weiter nach Osten) ist in der Gegenwart 
weder in Hebung noch in Senkung begriffen. Letztere wird vor- 
getäuscht durch eine etwa 100jährige anscheinend periodische Anderung 
des Wasserspiegels, die etwa 2 cm Amplitude besitzt. Die größere 
Amplitude bei Travemünde ist, aber wahrscheinlich nicht ganz, auf 
ainen Sprung des Mittelwassers bei Einführung der Registrierungen 
zurückzuführen. 
‘) Auf ihnen beruht ja höchstwahrscheinlich die 100jährige Periode selbst! Schon Brückner 
glaubte, drei seiner 35jährigen Perioden als Oberperiode zusammenfassen zu können. — Eine 35jährige 
Periode ist in unserem Material übrigens offensichtlich nicht vorhanden — bzw. nicht nachweisbar.
	        
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