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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

116 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1924, 
und der Neigungsprüfung). Die Anordnung der ganzen Prüfung war folgender- 
maßen: 2 Abschnitte bei Zimmertemperatur— Zugfederprüfung — 2 Abschnitte 
bei Zimmertemperatur —Neigungsprüfung — 2 Abschnitte bei Zimmertemperatur; 
darauf je ein Abschnitt bei Wärme, Zimmertemperatur, Kälte, Zimmertemperatur, 
Wärme, Zimmertemperatur, Kälte; dann zum Schluß 2 Abschnitte bei Zimmer- 
temperatur. — Während der Wärmeperioden betrug die Temperatur etwa 31° C, 
während der Kälteperioden etwa 7°C. Zwischen je 2 Abschnitten mit verschie- 
denen Temperaturen lag ein „Ruhetag“, der zur Erhöhung bzw. Erniedrigung 
der Temperatur benutzt wurde, 
Die Prüfung erfolgte zum ersten Male in dem neuen Prüfungsraume, 
dessen Einrichtungen bequemer zu bedienen sind und eine größere Konstanz der 
Temperatur zu erreichen gestatten als diejenigen der früher verwandten Prüfungs- 
kästen. — 
Die Zugfederprüfung wurde in der gleichen Form wie in den früheren 
Jahren durchgeführt. Die Dauer der Neigungsprüfung wurde auf die Hälfte 
herabgesetzt, da sich gezeigt hatte, daß sich der Lagenfehler der Chronometer 
mit Sicherheit bestimmen läßt, wenn die Instrumente je 2 Tage (früher wurden 
4 Tage verwandt) bei den verschiedenen geneigten Lagen des Zifferblattes (XII 
oben, VI oben, III oben, IX oben) geprüft werden. — 
Zur Beurteilung der Chronometer wurden die Größen A, B und C ver- 
wandt, die wie folgt abgeleitet wurden: A (Temperaturfehler) ist der größte 
Unterschied zwischen je zweien der 3 Gang-Mittelwerte, die sich für Wärme, 
Zimmertemperatur und Kälte ergaben. — Zur Ermittlung der Größe B (kurz- 
periodische Gangänderung; „Sprung“) wurden die Unterschiede zwischen den 
mittleren täglichen Gängen in je zwei direkt aufeinanderfolgenden Abschnitten 
bei Zimmertemperatur und die halben Gangunterschiede für je zwei solcher Ab- 
schnitte, die durch eine Wärme- oder Kälteperiode getrennt waren, berechnet. 
Die größte dieser Zahlen wurde B genannt. — € (Akzeleration; langperiodische 
Gangänderung) ist der Unterschied zwischen dem größten und dem kleinsten 
aller bei Zimmertemperatur (abgesehen von der Zugfeder- und der Neigungs- 
prüfung) beobachteten mittleren täglichen Gänge. — Als Gütezahl, die für die 
Einordnung der Instrumente maßgebend ist, wurde wie bisher die Summe 
A-+2B+C benutzt. 
Von den 21 Chronometern genügten 20 den für die Ausstellung eines 
Zeugnisses vorgeschriebenen Bedingungen. Ein Instrument mußte auf Grund 
des Ergebnisses der Neigungsprüfung vom Wettbewerb ausgeschlossen werden. 
Angesichts der Finanzlage des Reiches konnten in diesem Jahre nur drei 
Prämien gezahlt werden, Den 1. und den 3. Preis erhielten die Chronometer- 
Werke, Hamburg; der 2. Preis würde der Firma A. Lange & Söhne, Glas- 
hütte i. Sa., zuerkannt. 
Eine Gangtabelle, die Zugfeder-, die Neigungs- und die Temperaturprüfung 
umfassend, wird nebst einer graphischen Darstellung der in der Temperatur- 
prüfung ermittelten Gänge in Steindruck hergestellt werden und den Inter- 
essenten zugehen. Deutsche Seewarte. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Diese liegt nun aus der Feder eines bereits seit 
Jahrzehnten in der Seenkunde tätigen und zur 
Behandlung der genannten Aufgabe wie kaum ein 
zweiter berufenen Forschers vor. 
Der Hauptinhalt ist durch folgende Titel. der 
ainzelnen Abschnitte gegeben: 1. Die Verbreitung 
der Seen auf der Erdoberfläche, 2. Geschichte der 
Seen, 3. Morphologie, 4. Hydrologie, 5. Hydraulik, 
6. Thermik, 7. Optik, 8. Akustik, 9. Chemik, 10. Bio- 
logie, 11. Anthropogeographie. 
Wie bei der Vielseitigkeit der behandelten 
Fragen nicht anders zu erwarten, ist die Ausführ- 
Halbfaß, W.: Grundzüge einer vergleichenden 
Seenkunde. 354 8., 110 Abbild. Berlin 1923. 
Gebr. Bornträger. 
F,A Forel, der Altmeister der Seenforschung, 
beschränkte sich in seinem 1901 erschienenen und 
jetzt bereits veralteten Handbuche der Seenkunde 
auf die allgemeine Seenkunde, betonte aber in der 
Einleitung zu seinem Werke, wie wünschenswert 
und wichtig die Sammlung und vergleichende Ver- 
arbeitung der zahllosen an den einzelnen Seen der 
Erde gesammelten Beobachtungen, also die Ab- 
fassung einer „vergleichenden Seenkunde‘“ sei,
	        
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