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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Exner, F. M.: Travelling Cyelones von V. H. Ryd. 
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Im untersten Niveau, am Boden, zeigt sich eine Verteilung, die einiger- 
maßen an das Bjerknessche Zyklonenschema erinnert, was die Luftbewegung 
betrifft (auch die Lufttemperatur ist zum Schlusse noch dargestellt). Im rechten 
Teil der Zyklone, in der Richtung der Fortbewegung gesehen, sind sehr starke 
Unterschiede in Richtung und Geschwindigkeit vorhanden, rasche Übergänge 
vom Nordwest- zum Südwinde, wie sie an der Böenlinie tatsächlich auftreten, 
Die Gebiete aufsteigender Bewegung liegen wesentlich vor dem Zentrum der 
Zyklone, die absteigender an den Rändern. In dem zweiten Niveau ist rechts 
von der Fortpflanzungsrichtung starker westlicher Wind, links schwacher Öst- 
licher, die aufsteigende Bewegung ist schon geringer. 
Eine Berechnung der aufsteigenden Masse gibt eine durchschnittliche Ge- 
schwindigkeit von 5 cm/sec im zentralen Gebiet. Rückwärts verläßt Luft die 
Zyklone, vorne strömt sie ein. Auch diese Massen werden abgeschätzt. 
Nach einer Behandlung der Zirkulation in einer Zyklone und der auf- und 
absteigenden Bewegungen folgen zum Schlusse Betrachtungen über ihre Energie 
und deren Änderungen, die für das Entstehen und Erlöschen der Zyklone: maß- 
gebend wären. 
Meines Erachtens ist in der Arbeit von Ryd auf die Temperatur zu wenig 
Rücksicht genommen; tatsächlich ist ja die Zyklone kein vertikalstehendes Gebilde, 
sondern infolge der asymmetrischen Temperaturverteilung ein sehr schief liegendes. 
Der Verfasser hat die dynamische Seite der ganzen Frage in den Vordergrund 
gestellt. Er leitet. die Temperaturverteilung am Boden mit der Diskontinuität an 
der Böenlinie aus den vorausgesetzten Bewegungen ab und schließt daraus, daß 
Bjerknes’ Ansicht, diese Diskontinuitäten bedingen: die Existenz der Zyklone, 
nicht richtig sei, 
In dem Falle einer funktionellen Beziehung zwischen Bewegung und 
Temperaturverteilung ist es wohl überhaupt nicht möglich, zu bestimmen, was 
das primäre, was das sekundäre daran sei, wenn nicht außerhalb stehende Gründe 
für das eine oder andere sprechen. Die Geschwindigkeitsverteilung wird an- 
genommen, dazu ein nordsüdlicher Temperaturgradient, welcher die Druckver- 
teilung für die Translationsbewegung liefert. Natürlich müssen nun die nörd- 
lichen Winde kältere Luft nach Süden, die südlichen wärmere nach Norden 
bringen. Es kann aber auch umgekehrt sein: die kalten Massen strömen süd- 
wärts, die warmen nordwärts und an der Grenze entstehen die Zyklonen. Die 
Sache spitzt sich also zur Frage nach der Bildung der Zyklone zu. Und da 
bin ich der Meinung, daß man an der Vorstellung nicht vorüberkommen wird, 
die Zyklone entstehe an der Gleitfläche zweier entgegengesetzter Luftströme‘). 
Diese können jedenfalls die Energie für eine lange Dauer der Zyklonen liefern, ob 
sie nun stark verschieden temperiert sind oder nicht, während es nicht einzu- 
sehen ist, wie sich die Zyklone auf Kosten der Energie der oberen Translations- 
bewegung bilden und erhalten soll, was der Verfasser meint. 
Felix M. Exner. 
Kleinere Mitteilungen. 
Mitteilung über die 47. Chronometer-Wettbewerbprüfung (1923/24) 
auf der Deutschen Seewarte. (Amtlich) Die 47. Chronometer - Wettbewerb- 
prüfung fand in der Zeit vom 17. November 1923 bis zum 12. März 1924 in Ab- 
teilung IV der Deutschen Seewarte statt. Es wurden 21 Instrumente geprüft, die 
sich auf folgende Firmen verteilen: 
Chronometer-Werke, Hamburg. . . ... 6 Chronometer., 
A. Lange & Söhne, Glashütte i. Sa. . ... , 10 « 
Johs. Raabe, Glashütte i. Sa. ..... . 5 
Alle Instrumente besaßen Nickelstahlunruhe, Stahlspirale und Federhemmung. 
Jeder einzelne Prüfungsabschnitt umfaßte 6 Tage (mit Ausnahme der Zugfeder- 
RC 
1) Näheres darüber ist in meiner Arbeit „über die Bildung von Windhosen und Zyklonen‘‘ 
enthalten (Sitz. Ber. d. Wiener Akademie der Wiss, Abt. IIa, Bd. 132, 1923).
	        
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