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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Dannmeyer, F,: Über relative Sichtmessung durch Stufen- und Keilfilter. 
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Klärung bedürfen. Verfasser beabsichtigt, 
trotz vorliegenden reichen Materials, neue 
umfangreiche Messungen mit seinem Sicht- 
keil diesen Sommer zu machen, um ge- 
wisse meteorologische Zusammenhänge 
begründen zu können. - 
Der Apparat wurde im Geophysi- 
kalischen Kolloquium am 15, Februar 1924 
in der Deutschen Seewarte vorgelegt. 
Anmerkung, Bei Abfassung dieses ‚Auf- 
satzes wurde dem Verfasser eine Abbildung eines 
neuen Kreis-Keilfilters von Prof, Wigand- Halle 
übersandt. Außerdem sind in der Zuschrift zwei 
neue Aufsätze über Messungen mit Keilfiltern an- 
gekündigt. Verfasser hat nicht die Möglichkeit gehabt, den Keilfilter selbst kennen zu lernen, noch 
die Aufsätze, die augenscheinlich noch nicht erschienen sind, zu lesen. 
Fig. 
II 
Travelling Cyclones von V. H. Ryd?. 
In einem Heft von 125 Seiten Umfang behandelt der Verfasser auf zum 
Teil recht neuartiger Grundlage die Dynamik der Zyklonen. Die Arbeit bietet 
viel Interessantes und birgt eine große Zahl neuer Ideen in sich; die Ergebnisse 
sind freilich mehr theoretischer als praktischer Natur, Eine Bestätigung durch 
Beobachtungen wurde nicht versucht, 
Wenn man mittelst mathematischer und physikalischer Methoden Er- 
scheinungen, die uns durch Beobachtungen bekannt sind, darzustellen versucht, 
so wird wohl eine volle Übereinstimmung mit den Tatsachen nie erzielt. Oft 
aber ist es möglich, das Zutreffen oder Nichtzutreffen gewisser Einflüsse, die 
man vermutet, auf diesem Wege herauszufinden. Aus diesem Grunde ist Ryds 
theoretische Bearbeitung einer schematischen Zyklone ganz entschieden wertvoll. 
Doch ist die Arbeit schwierig zu lesen, weil sie an die älteren Arbeiten nicht 
anknüpft, sich auch mit den mehr oder weniger offenen Problemen nicht aus- 
einandersetzt. Dem Leser bleibt es überlassen, die Verbindung mit dem Bis- 
herigen zu suchen und sich über die Fortschritte ein Urteil zu bilden. 
_ Es ist nicht möglich, in wenigen Zeilen den Inhalt der Arbeit wieder- 
zugeben; darum will ich hauptsächlich einige neue Vorstellungen und Gesichts- 
punkte hervorheben, die mir wichtig erscheinen, 
Der Verfasser behandelt die Zyklone als rein dynamisches Problem; die 
Energie derselben sucht er in der Bewegung der höheren Luftschichten, die 
Margulessche Auffassung ihrer Herkunft aus den Temperaturunterschieden 
scheint ihm unzulänglich und damit auch die neuere Bjerknessche Auffassung. 
In den ersten Kapiteln wird demgemäß die Dynamik horizontaler Wirbel- 
bewegung erörtert. Dabei beginnt der Verfasser eigentümlicherweise mit der 
Turbulenz (inneren Reibung), der er später einen besonderen Einfluß auf die 
Verteilung der Geschwindigkeit längs eines Zyklonenradius zuschreibt. Die 
Dissipation der Energie durch innere Reibung soll allmählich die Verteilung der 
Bewegung so gestalten, daß jene Dissipation ein Minimum wird. Ohne dieses 
Prinzip genau anzuwenden, leitet Ryd mit ziemlich willkürlichen Annahmen eine 
Verteilung der Geschwindigkeit in einer zirkularen Zyklone ab, die durch 
r 
v=% re ": gegeben ist. Auf die Wirbelfreiheit der Bewegung wird keine Rück- 
sicht genommen, Ist r der Radius, vom Zentrum der Zyklone auswärts ge- 
rechnet, % eine Konstante (Winkelgeschwindigkeit im Zentrum) und r, der Radius 
für die maximale Geschwindigkeit, so gibt diese Gleichung für den größten Teil 
der Zyklone eine ganz brauchbare Geschwindigkeitsverteilung; für r=0 ist 
v=0, für r=r, ein Maximum, und von hier nimmt sie auswärts allmählich ab, 
’) Publikationer fra det Danske Meteor, Institut, Meddedelser Nr. 5, Meteorological Problems I, 
Kopenhayen 1923.
	        
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