106 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1924,
nommen und der Deutschen Seewarte unterstellt. Durch Schaffung der Wetter-
warten Königsberg und Swinemünde und Übertragung des Sturmwarnungsdienstes
für die ihnen zugewiesenen Bezirke an diese konnten die Nachteile, die die langen
Laufzeiten der Warnungstelegramme in den Nachkriegsjahren mit sich brachten,
behoben und der Sturmwarnungsdienst wieder auf den hohen Stand der Vorkriegs-
zeit gebracht werden. Einen Überblick über die Verteilung der Sturmwarnungs-
stellen und Nebenstellen auf die deutsche Küste gibt die folgende Zusammenstellung.
Aus ihr ist auch die nach dem Kriege erfolgte Neueinteilung in 8 Sturm-
warnungsgruppen zu erkennen. Wie ebenfalls aus dem Verzeichnis zu ersehen
ist, geben die Küstenstationen der Marine Helgoland, List auf Sylt, Arkona und
Pillau die Sturmwarnungen durch Scheinwerfersignale bekannt. Diese vom 1. April
1924 eingeführte Neuerung ist für Schiffahrt und Fischerei deshalb besonders
wichtig, weil dadurch die Sichtbarkeitsgrenze der während der Dunkelheit sonst nur
durch Laternen gegebenen Sturmsignale bedeutend erhöht ist, Die Art der Signal-
gebung lehnt sich an die Tagessignale an:
Die Signale werden mit dem Scheinwerfer, der mit etwa 35° Erhöhung
gegen den Himmel gerichtet ist, wiederholt mit Pausen nach verschiedenen
Richtungen gegeben. Ein kurzer Schein von etwa 3 Sekunden Dauer entspricht
der Spitze des Kegels, ein langer Schein von etwa 9 Sekunden Dauer der Grund-
fläche des Kegels, und Kreise allein, abwechselnd rechts und links herum, dem
Ball der Tagsturmsignale,
Die Signale werden nach Eintritt der Dunkelheit alle zwei Stunden eine
halbe Stunde lang, und zwar zu Beginn der Stunden mit geraden Zahlen, abgegeben.
Verzeichnis der Sturmwarnungsstellen der Deutschen Seewarte,
Ausrüstung: Vollständige Tagsturmsignale, nachts rote Laterne,
+) bedeutet: Nachts erweiterte Nachtsturmsignale.
*) « : Gibt nachts Scheinwerfer-Sturmsignale ab.
x) <« : Nachts keine Signale, nur Tagsturmsignale.
a. Ostsee.
Sturmwarnungsstellen: Karkeln, Inse, Labagienen, Sarkau, Rossitten, Pillkoppen,
Gilge, Cranz, Neukuhren, Brüsterort, Palmnicken, Pillau (russ. Damm) + *), Pillau
'Mittelbake) +), Fischhausen, Wehrdamm, Balga, Pfahlbude, Neuterranova, Neukrug,
Kahlberg.
Sturmwarnungsnebenstelle: Königsberg (Lizentstraße).
Stilo, Leba, Stolpmünde, Rügenwaldermünde, Nest x), Kolberg.
Sturmwarnungsnebenstelle: Wittenberg.
Groß-Horst, Ost-Dievenow, Galgenberg, Kiesberg, Misdroy, Swinemünde x), Groß-Ziegen-
ort, Ückermünde, Ahlbeck x), Streckelsberg.
Sturmwarnungsnebenstellen: Stettin (Regierungsgebäude), Stettin (Hafenschiff-
Jahrtsamt).
Greifswalder Oie, Thiessow x), Peenemünde, Vierow x), Göhren, Saßnitz x), Stubben-
kammer x), Arcona +*), Wittower Posthaus (nur Ball), Stralsund, Kloster Vitte x),
Barhöft x), Darsserort +).
Sturmwarnungsnebenstelle: Wiek a, d. Ryk (Hafenamt).
Warnemünde x), Timmendorf x), Wismar (nur Ball), Travemünde x), Lübeck x), Burg-
staaken (nur Ball), Marienleuchte +), Heiligenhafen, Friedrichsort +), Kiel x), Welling-
dorf x), Eckernförde, Schleimünde x), Kappeln, Flensburg x).
Sıurmwarnungsnebenstellen: Fehmarnsund, Laboe,
Gruppe IV.
B. Nordsee.
Gruppe VI. Sturmwarnungsstellen: Ellenbogen (Sylt) *), Amrum x), Amrumbank-Feuerschiff x),
Wyk a. Föhr x), Pellworm, Husum x), Außeneider-Feuerschiff x), Süderhöft, Tönning,
Büsum +).
Sturmwarnungsnebenstelle: Munkmarsch.
Neuwerk x), Cuxhaven +), Brunsbüttelkoog x), Glückstadt x), Freiburg (nur Ball). Bruns-
hausen x), Altona x), Hamburg +), Helgoland +*).
Sturmwarnungsnebenstelle: Harburg (Polizeiwache).
Weser-Feuerschiff, Hoheweg-Leuchtturm x), Bremerhaven +), Geestemünde x), Brake x),
Wangeroog, Schillighörn, Wilhelmshaven (IT. Einfahrt), Carolinensiel, Neubarlinger-
siel, Norderney, Norddeich x), Borkumriff-Feuerschiff x), Borkum +), Nesserland +),
Oldersum.
armwarnungsnebenstellen: Bremerhaven (alte Schleuse), Geestemünde (Fischerei-
haus), Nordenham (Hafenmeister), Rechtenfleth, Vegesack, Bremen, Emden, Leer,
Gruppe VI
A