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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1924,
Stationen:
Vlissingen, Borkumriff-Feuerschiff, Helgoland, Keitum,
Skagen, Skudesnes.
Skudesnes, Bülk, Swinemünde, Rügenwaldermünde, Memel,
Skagen, Kopenhagen, Wisby, Stockholm.
Sie werden täglich um 10 Uhr vormittags beim Telegraphenamt Hamburg
aufgeliefert und gehen an 21 Hafenorte der Nordsee und 18 der Ostsee, Hier
werden sie in besondere Vordrucke eingetragen und zusammen mit den anderen
Wetternachrichten, Wetterbericht der Seewarte und Schiffswetterkarte zum Aus-
hang gebracht. In Anerkennung ihrer Wichtigkeit werden sie mit Vorrang be-
lördert und treffen zwischen 11 und 12 Uhr mittags in den Häfen ein. Die
Stationsmeldungen sind als Ersatz für die Wetterkarten anzusehen, denn sie
geben dem durchweg wetterkundigen Seemann einen Überblick über das um
8 Uhr vormittags im Nord- und Ostseegebiet herrschende Wetter, Die im Klar-
text abgefaßte Übersicht und Vorhersage haben dadurch, daß sie auf Grund der
Morgenbeobachtungen aufgestellt sind, an Sicherheit und damit an Wert,gewonnen,
In den Häfen mit überwiegendem Durchgangsverkehr, wie Bremerhaven,
Cuxhaven, Pillau, genügten aber auch die obigen Wetternachrichten noch nicht.
In den Stunden, die die auswärts gehenden Schiffe brauchen, um in die offene
See zu kommen, können die Wetteränderungen bei der starken und schnellen
Veränderlichkeit der Witterung unserer Breiten oft beträchtlich sein, Um
wenigstens das für die Schiffahrt wichtigste Wetterelement, den Wind, den
durchfahrenden Schiffen bekanntzugeben, ist ein sogenannter Windsemaphor-
dienst eingerichtet worden. Die auf dem Hoheweg in der Weser-Mündung und
in der Elbe-Mündung bei Cuxhaven stehenden Windsemaphore zeigen von
3 zu 3 Stunden Windrichtung und Windstärke von Borkum und Helgoland an,
Der auf der Nehrung bei Pillau stehende Semaphor gibt Windrichtung und
‚stärke von Brüsterort und Leba. Windsäulen in Leba, Rügenwaldermünde und
Kolberg geben durch Buchstaben und Zahlen Windrichtung und -stärke von
den Orten Arkona und Leba.
Diese Windmeldungen werden zusammen mit anderen Wettermeldungen
sofort nach ihrem Eintreffen in dem genannten Hafenort außerdem ausgehängt.
2, Versorgung der in See befindlichen Schiffe mit Wetternachrichten.
Mit der Erfindung der drahtlosen Telegraphie und ihrer Nutzbarmachung
für die Handelsschiffahrt, dem Einbau von Bordstationen, und der Errichtung
von Küstenfunkstellen, ergab sich die Möglichkeit, auch den auf See befindlichen
Schiffen Wetternachrichten zustellen zu können. Hierbei wird heute von zwei
Gesichtspunkten ausgegangen: 1. sollen den Schiffen drahtlose Meldungen über
das Wetter an einigen Küstenorten direkt, 2. soll in einem Sammelbericht ein
Überblick über die Wetterlage und eine Vorhersage gegeben werden. Von dem
ersten Gesichtspunkt ausgehend, verbreiten folgende an der Küste liegende Funk-
stellen und Feuerschiffe drahtlos zu verschiedenen Tageszeiten Wettermeldungen:
Nordsee: Borkumriff, Außenjade, Amrumbank-Feuerschiff, Borkum, Wilhelmshaven, List a. Sylt.
(Wilhelmshaven wiederholt die gesammelten Meldungen dreimal täglich.)
Ostsee: Friedrichsort (Bülk und Marienleuchte), Swinemünde, Adlergrund-Feuerschiff und Pillau,
Diese Meldungen werden unmittelbar nach angestellter Beobachtung ver-
breitet und sind deshalb von besonderem Wert.
Anders die Sammelberichte, die nicht örtliche Zustandsmeldungen, sondern
vor allem eine Erläuterung der Wetterlage und eine Vorhersage geben sollen.
Sie haben den gleichen Zweck wie die im vorigen Teil besprochenen, für die
Küste bestimmten Hafentelegramme und sind infolgedessen, auch in ihrer Ab-
fassung ihnen ähnlich. Die Verbreitung dieser sogenannten „Funkwetter“-Tele-
gramme ist folgendermaßen geregelt:
Nordsee: Funkstelle Norddeich, Welle 6(0 m, 11h 50m Vm, und 10h 30m Nm,
Inhalt: Windrichtung, Windstärke, Seegang, Bewölkung, Regen, Dunst, Nebel usw. von
den Stationen Borkumriff, Amrumbank, Utsire, Tynemouth, von &h Vm, bzw.
7h Nm. Anschließend Luftdruckverteilung über Europa und Wettervorhersage
für die Nordsee. — Herausgegeben von der Deutschen Seewarte,