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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1924, 
in dem betreffenden Feld vorkommende tiefste Luftdruck im Zentrum der 
Zyklone eingetragen, Gezählt wurden sodann für jedes Fünfgradfeld die Minima 
unter 760 mm, ferner getrennt auch die unter 750 mm. Für jeden einzelnen Monat 
wurde auf diese Weise die Häufigkeitsverteilung der Minima unter 760 bzw. 
unter 750 mm erhalten, pro Jahr also 12 Blätter, für die ganze Epoche von 
25 Jahren 300 Blätter. Für jeden Monat standen 25 Werte der Verteilung zur 
Verfügung, die zu einer mittleren monatlichen Verteilung der Häufigkeit der 
Minima < 760 bzw. < 750 mm vereint wurden, derart, daß für jedes Fünfgradfeld 
über die 25 Einzelfälle gemittelt wurde, Die Zahl in einem solchen Fünfgradfeld 
für einen mittleren Monat bedeutet demnach, daß in diesem Monat obige Anzahl 
von Minima im Durchschnitt vorgekommen sind. ; 
Einen ähnlichen Weg hat W. Köppen!) in einer im Jahre 1882 er- 
schienenen Arbeit eingeschlagen, indem er die mittlere jährliche Verteilung der 
Häufigkeit der Minima für ungefähr dasselbe Gebiet festlegte. Es standen ihm 
im ganzen nur 45 Monate zur Verfügung, so daß eine mittlere monatliche oder 
jahreszeitliche Häufigkeitsverteilung sich nicht durchführen ließ, Wegen der 
Konvergenz der Meridiane hat W. Köppen die Werte auf gleiche Fläche reduziert, 
Von dieser Reduktion wurde hier abgesehen, um für jedes Fünfgradfeld die wahren 
Häufigkeitszahlen zu erhalten. Vergleichbar sind dann nur die Werte der Felder 
in gleicher Breite. 
Je drei mittlere monatliche Häufigkeitsverteilungen wurden addiert und 
so die jahreszeitliche Verteilung erhalten (Dezember— Februar — Winter usw.). 
Die Summe der jahreszeitlichen Werte ergab dann die mittlere jährliche Ver- 
teilung der Häufigkeit der Minima < 760 bzw. < 750 mm. 
Mittlere Häufigkeit der Minima < 760 und << 750 mm für Jahreszeiten und Jahr. 
Den ersten Teil der Untersuchung, die mit dem gewonnenen Zahlenmaterial 
durchgeführt werden kann, bildet die Festlegung und Berechnung der mittleren 
Verhältnisse für jeden Monat, für die Jahreszeiten und für das Jahr. Leider ist 
es wegen zu großer Kosten nicht möglich, die Tabellen und Karten für jeden 
Monat wiederzugeben. Man beschränkte sich deshalb darauf, in folgenden 
Tabellen die mittlere jahreszeitliche und jährliche Verteilung der Minima unter 
760 bzw. 750 mm wiederzugeben. Vgl. Tabelle 1 bis 4 und Tafel 1 und 2 
(Karte 1 bis 6), wo die Karten 1 bis 6 die graphische Darstellung der Minima 
< 760, Jahr (Karte 1) und die der Minima << 750 (vier Jahreszeiten und Jahr), 
Karte 2 bis 6, bedeuten. 
In der Tabelle 1 bedeutet zum Beispiel die Zahl 3.00 im Gradfeld 50°— 
45° W-Lg. und 60°—55° N-Br., daß im Durchschnitt von 25 Jahren im Winter 
drei Minima < 760 mm an dieser Stelle (in diesem Fünfgradfeld) auftreten. Be- 
trachtet man an Hand der Karten, in denen die Verteilung durch Linien gleicher 
Häufigkeit dargestellt ist, diese Häufigkeitsverteilung, so finden sich in allen 
Jahreszeiten bestimmte Häufigkeitsmaxima der Zyklonen. Das ausgeprägteste 
maximale Häufigkeitsgebiet liegt bei Island, das wohl mit dem isländischen 
Minimum in engster Beziehung steht. Insbesonders zeigt das Gradfeld 30°-25° W-Lg. 
und 60°—55° N-Br. maximale Werte, Für dieses Fünfgradfeld der maximalen 
Häufigkeit sei die monatliche Verteilung der Zyklonen in folgender kleinen Tabelle 
mitgeteilt: 
Mittlere monatliche Häufigkeitsverteilung der Zyklonen für das Fünfgradfeld 30°—25° W-Ls. 
und 60°—55° N-Br. 
Dez. |Januar| Febr. | März | April | Mai | Juni | Juli ] Aug. | Sept. | Okt. | Nor. [Jahr 
< 750 | 29 | 17 16 | 2.1 15 | 08 | 09 | 1.2 | 0.8 | 1.6 | 15 | 20 | 18.7 
< 760} 2.9 1.8 1,7 24 17 | 12 12 | 18 | 13 | 17-] L6 2.0 | 21.4 
Prozente] 100 | 94 | 94 | 87 | 88 | 67 [ 75 | 67 | 62 | 94 | 94 | 100 | 87 
1) W. Köppen, Erläuterungen zur Karte der Häufigkeit und mittleren Zugstraßen baro- 
metrischer Minima zwischen Felsengebirge und Ural. Meteorol. Zeitschr, 1882, S. 257.
	        
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