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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Benkendorff, R.: Der Nachrichtendienst im Rahmen des Wetterdienstes der Deutschen Scewarte. 99 
Die Wettersammeltelegramme der europäischen Länder werden nach einem 
international geregelten Sendeplan auf Wellenlängen von 1200 bis 11000 m 
„blind“ zu bestimmten, zu den Beobachtungsterminen gleichliegenden Zeiten 
drahtlos „an Alle“ verbreitet. 
Sendeplan des europäischen Funkwetterdienstes für den Beobachtungstermin 8 Vm. 
{Zu den Terminen 2h Vm, und 2h und Th Nm. liegen die Sendezeiten entsprechend.) 
Franzosen, Schweiz, Belgien. 
Ungarn. 
Deutschland. 
Rumänien, 
Italien, Syrien, 
Finnland, Ägypten. 
Rußland, Sibirien I. Teil, 
Nordafrika. 
Spanien. 
Griechenland. 
Nordamerika, 
Rußland, Sibirien 11. Teil. 
Wie aus der für den Beobachtungstermin 8 Uhr vormittags angegebenen 
Sendetabelle zu ersehen ist, geben fast immer zwei Länder gleichzeitig; ohne 
Pause reiht sich Funkspruch an Funkspruch, so daß in verhältnismäßig kurzer 
Zeit ein umfangreiches Nachrichtenmaterial vorliegt. Für die Aufnahme dieser 
täglich drei- zum Teil sogar viermal gesendeten Funksprüche steht eine den An- 
forderungen entsprechende Funkempfangsanlage zur Verfügung: zwei Dreikreis- 
Detektorempfänger mit Audionzusatzgerät und zwei- bzw. dreifacher Verstärkung 
mit einem Wellenbereich von 300—20000 m zum ständigen Betriebe. Ein Audion- 
empfänger mit einem Wellenbereich von 200—4000 m dient als Reserveapparat, 
ebenso eine Rahmenempfangsanlage für Wellen über 4000 m. Diese wird außer- 
dem für Funksprüche benutzt, die Störungen durch auf naheliegenden oder 
gleichen Wellen arbeitenden Stationen unterliegen. Die dritte Empfangsanlage 
wird auch häufig genug benötigt, wenn durch Verspätungen einiger Funksprüche 
Überdeckungen eintreten, die dann den Empfang auf drei Antennen notwendig 
machen. Auf einer Morseleitung nach dem Telegraphenamt Hamburg werden 
die auf dem Drahtwege eingehenden deutschen Beobachtungen an die Seewarte 
und von der Seewarte das für die Dienststelle auf dem Telegraphenamt be- 
stimmte Nachrichtenmaterial befördert, Eine von der Funkenstation nach dem 
Wetterdienstzimmer führende Rohrpostanlage sorgt für umgehende Zustellung 
der eingehenden Wetterfunksprüche an den Meteorologen und an den Telegraphen- 
betriebs- und Senderaum, 
Die Zahl der dem Wetterdienst durch diese Nachrichtenorganisation täglich 
zugeführten Wettermeldungen hat nach dem Kriege, besonders in den letzten 
Jahren, ganz erheblich zugenommen. Erstens ist das über Europa ausgespannte 
Stationsnetz nahezu um das Doppelte verdichtet worden und zweitens hat es 
sich räumlich durch Hinzutreten amerikanischer, russisch-asiatischer und nord- 
afrikanischer Stationen und durch eine größere Zahl von Schiffsbeobachtungen 
vom Atlantischen Ozean ganz bedeutend erweitert. So umspannt es heute — mit 
Ausnahme Japäns und des Stillen Ozeans — die ganze nördliche Halbkugel 
zwischen dem 20. und 80. Breitengrad. 
Übersicht über die Beobachtungsstationen. 
(Vie hinter den Stationen angeführten Zahlen geben die Beobachtungszeiten an, zu denen Telegramme 
abgyesandt werden. [7p; 8a] bedeutet, daß die Beobachtung von 72 Nm, ınit derjenigen von 8b Vm, 
zusammen abgegeben wird.) 
Deutschland. Drahtlos melden: 
Borkum 8a, 2p, 7p. | Frankfurt a. M. 
Borkumriff-Feuerschiff 8a, 2p, 7p. Breslau 
Swinemünde 8a, 2p, 7p. | Königsberg 
Danzig 8a, 2p., 7p Memel 
Auf dem Drahtwege melden: 
Rügenwaldermünde 8a, 2p, 7p- Aachen 
Magdeburg 8a, 2p, 7p. | Grünberg
	        
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