Schumacher, A.: Hydrographische Bemerkungen und Hilfsmittel zur akustischen Tiefenmessung. 95
Die höchsten Werte der Schallgeschwindigkeit zeigen die äquatorialen und
die subtropischen Breiten und — in kleinem Abstand — das Mittelmeer. Darin
kommt die bekannte, zunächst etwas befremdlich erscheinende Tatsache zum Aus-
druck, daß im Wasser — im Gegensatz zu den übrigen Flüssigkeiten — die
Zusammendrückbarkeit mit steigender Temperatur abnimmt, die Schall.
geschwindigkeit also zunimmt. Die rasche Abnahme der Mitteltemperatur
in den Tiefen von 0 bis 1500 m bewirkt im äquatorialen und subtropischen
Gebiet eine Abnahme der Geschwindigkeit von der Oberfläche bis zu 1500, ja
3000 m (Beispiel 2); erst von dieser Tiefe ab erfolgt endgültig die Zunahme der
Schallgeschwindigkeit, wie sie durchweg von der Oberfläche ab angenommen wird,
Man könnte hier von „Inversionen“ der Kompressibilität und damit auch der
Schallgeschwindigkeit sprechen. In den drei übrigen Beispielen wächst die Schall-
geschwindigkeit stetig mit zunehmender Tiefe, am schnellsten im polaren Wasser,
weil hier die — an sich zwar geringfügige — Zunahme der Mitteltemperaturen
(bis 1500 m) den steigernden Einfluß der Druckzunahme verstärkt. Am gleich-
mäßigsten bleiben die für V errechneten Werte in allen Tiefen im ozeanischen
Wasser gemäßigter Breiten; der Zuwachs der mittleren Geschwindigkeit beträgt
nur 5 m'); an zweiter Stelle folgt das Mittelmeer (winterliche Verhältnisse) mit
8 m Zuwachs. Diese Meerestypen bilden also vom hydrographischen Standpunkt
aus die idealen Anwendungsgebiete für das Tiefsee-Echolot.
Neuere Veröffentlichungen.
Neueste Erscheinungen im Bereiche der Seefahrt- und der Meereskunde sowie auf
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. 1) Für die Oberfläche (t = 13.2°, S = 35.60, vr = 268) ergibt sich in dieser Beispiel
eine Schallgeschwindigkeit von 1495 m/see. also praktisch derselbe Wert wie für die ganze Wassersäule,