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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

>chumach er, A.: Hydrographische Bemerkungen und Hilfsmittel zur akustischen Tiefenmessung. 93 
bei konstantem Druck bzw. konstantem Volumen. Für Seewasser standen dem 
Verfasser keine Zahlen über das Verhältnis = zur Verfügung; für destilliertes 
Wasser ist bei A ine 1.000, bei 13° =1.0011). Im Bereiche derjenigen 
Temperaturen, die als Mittelwerte für größere Tiefen durchweg in Frage kommen 
(vgl. dazu die Tabelle 1) ist also der Fehler, der durch die Gleichsetzung 
ua= 4; begangen wird, völlig belanglos 2). 
Es wird natürlich häufig ökonomisch sein, sich mit einer geringeren 
rechnerischen Genauigkeit als der eben abgeschätzten zu begnügen, indem die- 
jenigen Berichtigungen, die bei den gerade herrschenden hydrographischen Be- 
dingungen klein sind, fortgelassen werden. Verfasser wollte aber andererseits 
die Möglichkeit für eine genauere Berechnung von u und V offenhalten. So 
werden die Tabellen gelegentlich z. B. umgekehrt zu einer Nachprüfung der 
Ekmanschen Zahlen über die Kompressibilität (durch gleichzeitige Schall- und 
Drahtlotungen in Verbindung mit hydrographischen Reihenmessungen) verwendet 
werden können. ; 
Nachdem m aus Tabelle A bis D ermittelt worden ist, ergibt sich die 
Schallgeschwindigkeit aus Tabelle V mit den Eingängen m und s3). Zu beachten 
ist, daß für beide Argumente die Mittelwerte für die zu messende Tiefe ein- 
zusetzen sind, Eine grundsätzliche Verfeinerung der Berechnung von V würde 
darin bestehen, daß s, m und V zunächst für die Schichten von etwa 0 bis 500, 
500 bis 1000, 1000 bis 1500 m usw. berechnet werden, und daß darauf als Mittel 
dieser Werte von V die Schallgeschwindigkeit für die ganze Wassersäule be- 
stimmt wird. , 
Berechnung der Schallgeschwindigkeit für verschiedene Meerestypen. Das 
nächstliegende Beispiel für die Anwendung der neugewonnenen Tabellen ist die 
eingangs erwähnte Messung der Schallgeschwindigkeit im Wasser der Reede von 
Cherbourg. Für die oben angegebenen Verhältnisse ergibt sich m zu 4366 (aus 
den Tabellen A, B und D) und damit aus Tabelle V die Schallgeschwindigkeit (für 
den vorstehenden Wert von m und für die Dichte 1.026) zu 1494 m/sec. Der 
Unterschied Beobachtung—Rechnung ist also 10 m/sec oder fast 7%. Zur Er- 
klärung dieser Abweichung ist man geneigt, mit an die Einwirkung des Gasgehalts 
auf die Schallgeschwindigkeit zu denken, die, wie schon oben angegeben, eine 
Erhöhung der Geschwindigkeit bewirken soll*). 
1) Vgl. Chwolson-Schmidt, Lehrbuch der Physik, 2. Aufl. III, 1. Braunschweig 1922, S. 289, 
und Aigner, a. a. O0. S. 44. ; . 
2) Mit dem Vorbehalt, daß die Zahlen für destilliertes Wasser auf Seewasser übertragen 
werden dürfen, 
3) Tabelle V ist auf alle im Meere vorkommenden Verhältnisse ausgedehnt worden, möglicher- 
weise enthält sie sogar (nach links unten und rechts oben) ausgerechnete Kombinationen von Zusammen- 
drückbarkeit und Dichte, die in der Natur nicht vorkommen. Aus drucktechnischen Rücksichten 
wurde übrigens darauf verzichtet, den Inhalt von Tab. C, D u. V graphisch darzustellen. 
4) Für die Technik dürften folgende Versuchsergebnisse von Interesse sein: 
Im Jahre 1888 führten R. Threlfall und J. Fr. Adair im Hafen von Sydney eine große 
Anzahl Messungen über die Fortpflanzungsgeschwindigkeit von Explosionswellen, also Kompressions- 
wellen großer Amnlitude. aus. Die Frrehnisse sind in folgender kleinen Tabelle zusammengestellt: 
Explosivstoff 
Anzahl | 
der 
Tessungen 
Fort- 
pflanzungs- 
zeschwindig- 
zeit in m /sec 
Temp. 
CC 
255 g trockene Schieß- 
baumwolle 
283 g Dynamit 
509 g trockene Schieß- 
baumwolle J0 
1811 g trockene Schieß- 
baumwolle 
1732422 178 
1775 4 27 14,5 # 
1942. 8 | 18,3 | 
2013 + 35 | 19.0 
“Proceedings of the oral Society of London, Sr XLV, 
5 
Berechnete 
Schall- 
zeschwindig- 
Tat in m /sec 
Überschuß der Ge- 
zchwindigkeit über die 
Schallgeschwindigkeit 
in 9% 
1523 
1508 
13,75 
17.7 
1525 
27.3 
1528 
31.7 
1 
London 1889, S. 450/451.)
	        
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