>chumach er, A.: Hydrographische Bemerkungen und Hilfsmittel zur akustischen Tiefenmessung. 93
bei konstantem Druck bzw. konstantem Volumen. Für Seewasser standen dem
Verfasser keine Zahlen über das Verhältnis = zur Verfügung; für destilliertes
Wasser ist bei A ine 1.000, bei 13° =1.0011). Im Bereiche derjenigen
Temperaturen, die als Mittelwerte für größere Tiefen durchweg in Frage kommen
(vgl. dazu die Tabelle 1) ist also der Fehler, der durch die Gleichsetzung
ua= 4; begangen wird, völlig belanglos 2).
Es wird natürlich häufig ökonomisch sein, sich mit einer geringeren
rechnerischen Genauigkeit als der eben abgeschätzten zu begnügen, indem die-
jenigen Berichtigungen, die bei den gerade herrschenden hydrographischen Be-
dingungen klein sind, fortgelassen werden. Verfasser wollte aber andererseits
die Möglichkeit für eine genauere Berechnung von u und V offenhalten. So
werden die Tabellen gelegentlich z. B. umgekehrt zu einer Nachprüfung der
Ekmanschen Zahlen über die Kompressibilität (durch gleichzeitige Schall- und
Drahtlotungen in Verbindung mit hydrographischen Reihenmessungen) verwendet
werden können. ;
Nachdem m aus Tabelle A bis D ermittelt worden ist, ergibt sich die
Schallgeschwindigkeit aus Tabelle V mit den Eingängen m und s3). Zu beachten
ist, daß für beide Argumente die Mittelwerte für die zu messende Tiefe ein-
zusetzen sind, Eine grundsätzliche Verfeinerung der Berechnung von V würde
darin bestehen, daß s, m und V zunächst für die Schichten von etwa 0 bis 500,
500 bis 1000, 1000 bis 1500 m usw. berechnet werden, und daß darauf als Mittel
dieser Werte von V die Schallgeschwindigkeit für die ganze Wassersäule be-
stimmt wird. ,
Berechnung der Schallgeschwindigkeit für verschiedene Meerestypen. Das
nächstliegende Beispiel für die Anwendung der neugewonnenen Tabellen ist die
eingangs erwähnte Messung der Schallgeschwindigkeit im Wasser der Reede von
Cherbourg. Für die oben angegebenen Verhältnisse ergibt sich m zu 4366 (aus
den Tabellen A, B und D) und damit aus Tabelle V die Schallgeschwindigkeit (für
den vorstehenden Wert von m und für die Dichte 1.026) zu 1494 m/sec. Der
Unterschied Beobachtung—Rechnung ist also 10 m/sec oder fast 7%. Zur Er-
klärung dieser Abweichung ist man geneigt, mit an die Einwirkung des Gasgehalts
auf die Schallgeschwindigkeit zu denken, die, wie schon oben angegeben, eine
Erhöhung der Geschwindigkeit bewirken soll*).
1) Vgl. Chwolson-Schmidt, Lehrbuch der Physik, 2. Aufl. III, 1. Braunschweig 1922, S. 289,
und Aigner, a. a. O0. S. 44. ; .
2) Mit dem Vorbehalt, daß die Zahlen für destilliertes Wasser auf Seewasser übertragen
werden dürfen,
3) Tabelle V ist auf alle im Meere vorkommenden Verhältnisse ausgedehnt worden, möglicher-
weise enthält sie sogar (nach links unten und rechts oben) ausgerechnete Kombinationen von Zusammen-
drückbarkeit und Dichte, die in der Natur nicht vorkommen. Aus drucktechnischen Rücksichten
wurde übrigens darauf verzichtet, den Inhalt von Tab. C, D u. V graphisch darzustellen.
4) Für die Technik dürften folgende Versuchsergebnisse von Interesse sein:
Im Jahre 1888 führten R. Threlfall und J. Fr. Adair im Hafen von Sydney eine große
Anzahl Messungen über die Fortpflanzungsgeschwindigkeit von Explosionswellen, also Kompressions-
wellen großer Amnlitude. aus. Die Frrehnisse sind in folgender kleinen Tabelle zusammengestellt:
Explosivstoff
Anzahl |
der
Tessungen
Fort-
pflanzungs-
zeschwindig-
zeit in m /sec
Temp.
CC
255 g trockene Schieß-
baumwolle
283 g Dynamit
509 g trockene Schieß-
baumwolle J0
1811 g trockene Schieß-
baumwolle
1732422 178
1775 4 27 14,5 #
1942. 8 | 18,3 |
2013 + 35 | 19.0
“Proceedings of the oral Society of London, Sr XLV,
5
Berechnete
Schall-
zeschwindig-
Tat in m /sec
Überschuß der Ge-
zchwindigkeit über die
Schallgeschwindigkeit
in 9%
1523
1508
13,75
17.7
1525
27.3
1528
31.7
1
London 1889, S. 450/451.)