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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Schumacher, A.: Hydrographische Bemerkungen und Hilfsmittel zur akustischen Tiefenmessung, 89 
Ein Fehler von u im Betrag von z. B. 2%.) des Wertes von u bewirkt 
also einen Fehler der Geschwindigkeit von 1%) ihres Betrages. Da, wie hier 
vorweg bemerkt sei, u zwischen 5100 .10 —8 (finnische Gewässer, Oberfläche) und 
3950 .10—8 (Philippinen-Graben in 9788 m) liegt, m also zwischen 5100 und 
3950 schwankt, so müßte m mit einer Genauigkeit von -+ 10 bis +8 eingesetzt 
werden, um die Geschwindigkeit, deren Größenordnung ja 1500 ist, mit einer 
rechnerischen Genauigkeit von + 1 bis } 2 m/sec zu erhalten. Die Dichte 
müßte dann allerdings verhältnismäßig genauer, etwa auf wenige Einheiten der 
vierten Dezimale, bekannt sein. 
Welche Genauigkeit der akustischen Tiefenmessung ergibtsich, wenn die Schall- 
geschwindigkeit bis auf -+— 1 m/sec zuverlässig ist? Für die Wassertiefe D (in m) 
besteht (abgesehen von ganz geringen Tiefen, für welche der Abstand Schall- 
geber—Schallempfänger gegenüber der Wassertiefe nicht vernachlässigt werden 
kann) die einfache Beziehung 
Ds AV. 
t ist die Laufzeit des Schalls auf der Strecke Geber—Meeresboden—Emp- 
fänger. Gegebenenfalls ist an D noch der Abstand des Gebers von der Meeres- 
oberfläche anzubringen. 
Es ist a 
DV 2\ u sa 7? 
d. h. wieder, Fehler von u (m) und s gehen im halben Prozentsatz in die gemessene 
Tiefe ein. Ist m um 10 bis 8 Einheiten falsch eingesetzt worden, somit V rechnerisch 
um 1 bis 2 m unrichtig, so haben auch die Tiefen einen Fehler von 1%, das be- 
deutet für die Tiefseegräben bis zu 10 m. Für den Vergleich mit Drahtlotungen 
sei bemerkt, daß Schott!) dieselben — ruhiges Wetter vorausgesetzt — für 
innerhalb weniger Meter richtig hält. Um mit dem Echo-Tiefseelot ebenbürtige 
Ergebnisse zu erhalten, müßte man also die Genauigkeit von + 1 bis 2 m/sec 
für V tatsächlich anstreben. Andererseits ist zu beachten, daß noch bei einem 
Fehler von 20 m/sec in der angenommenen Schallgeschwindigkeit bei 6000 m für 
D ein Fehler von immerhin nur 80 m entsteht. Für 9800 m würde alsdann 
dD= 130 m sein. — Für eine Flachsee von beiläufig 40 m Tiefe würde auch 
unter ungünstigeren Bedingungen (etwa dV = 0.002 - V), die ermittelte Tiefe einen 
rechnerischen Fehler von nur -+ 8 cm aufweisen; das Echolot müßte demnach, 
was die hydrographischen Vorbedindungen anbelangt, für Tidenhubmessungen 
verwertbar sein. Denn eine Genauigkeit der Geschwindigkeit von 2% d.h. 
eine Genauigkeit von m auf + 20 bis 16 dürfte, wie aus dem folgenden her- 
vorgehen wird, bequem erreichbar sein, Dies um so mehr, als den Tidenhub- 
messungen vom verankerten Schiff ja Reihenbestimmungen der hydrographischen 
Faktoren parallel gehen könnten. Dabei wäre auch der Gasgehalt des Meer- 
wassers zu beachten, dessen Einfluß auf die Schallgeschwindigkeit zunächst aller- 
dings wohl nur erst qualitiv bekannt ist: mit steigendem Gasgehalt einer 
Flüssigkeit wächst die Schallgeschwindigkeit in derselben ?). . 
Berechnung und Einrichtung der Tabellen zur Bestimmung von m und V, 
Die Ermittelung der Dichte für die Berechnung von V bedarf keiner weiteren 
Erörterung. Unter Dichte ist der wegen des Seedrucks berichtigte Betrag zu 
verstehen 3). 
) A. a. O0. S. 193. ; 
') Vgl. Fr. Aigner, Unterwasserschalltechnik, Berlin 1922 S. 46. . 
3) Für die Bestimmung der Dichte sind also die Tabellen von Bjerknes, nicht die von 
Knudsen zu verwenden. Für Tiefen bis zu 3000 m findet sich in Ann. d. Hydrogr. 1923, S. 278 eine 
Hilfstafel zur raschen Beschickung der aus t und S gefundenen Dichte wegen der Zusammen- 
drückbarkeit. Zur Berechnung der Dichte aus t und S eignen sich für den vorliegenden Zweck 
übrigens die graphischen Tafeln 18 und 19, Ann. d. Hydr. usw. 1922,
	        
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