Geiger, R.: Über quantitative Messungen an Inversionsflächen.
die geographische Karte und die Stationen, um ihre Zahl und Verteilung zu
zeigen. Wir werden auf diesen Tag noch zurückkommen.
Station
Ösel . . 2...
Libau . . ..
Lida, , 2...
Ruda, +...
[indenberg .
Yadersleben ,
Borkum, . ..
Feldberg 1. X. .
Ostende. . . .
Friedrichshafen
Kandern . .
„anuar/Februar 1918, jeweils 8h Vm, a
28. | 29. | 830. | au 1 21 | 2 | 8 | | 8
630
900
‘20
An
380
320
50
60
50
:550)
810 |
arg
32
470
‘700)
„0
+4 KR
"60 |!
380)
570
N
"0
170
780
650
"90
"SO
305
150
750)
KG
580
260
130
720
510)
560
345
400)
700
330
500
350
570)
zen
100
305
1120
f> 630
322 | (980) | 780 820 |
760 770 unter 640 |
210 220
0 520
Ag | 150
950 (1000)
820 =
290
80
260 |
060) |
270
(200)
630
830
890
|
;
730
880
2. Das Strömungsfeld, Die Beziehungen zwischen dem Strömungsfeld des
Windes und der Inversionsfläche wurden bisher noch nicht untersucht. Zunächst
muß der Einfluß der Inversionsflächenbewegung berücksichtigt werden; denn
die Windbeobachtungen beziehen sich auf die ruhende Erde, während das
Strömungsfeld auf die ruhende Inversionsfläche bezogen werden muß, Die bisher
Jer Untersuchung zugänglichen Inversionsflächen sind aber so stabil, daß der
Einfluß der Inversionsflächenbewegung vernachlässigt werden kann, da dieselbe
nur in seltenen Fällen 1 m/seec erreicht,
Selbst bei zahlreichen Beobachtungen empfiehlt es sich nicht, aus diesen
direkt das Strömungsfeld zu konstruieren, sei es durch Zeichnen der Strom-
linien auf Grund der Windpfeile nur nach dem Augenschein, sei es nach der
genaueren Isogonenmethode, Am besten ist, die Erdbeobachtungen, welche meist
in großer Zahl zur Verfügung stehen, in ähnlicher Weise heranzuziehen, wie es
V. Bjerknes!) bei der Darstellung des Massenfeldes tut,
Zunächst zeichnet man das Isogonenfeld für den Wind am Erdboden, so-
dann eine Karte der Winddrehung zwischen dem Erdboden und der Gleitfläche
unten, Die Winddrehung wird dabei nach der Bjerknesschen Windrose in
positiven bzw. negativen Zahlen angegeben?); die Karte der Winddrehung stellt
somit auch ein skalares Feld dar. Durch graphische Addition erhält man das
Isogonenfeld für die Gleitfläche unten und geht mittels des Sandströmschen
Integrometers?) zum Strömungsfeld über. Durch Konstruktion einer Karte der
Winddrehung innerhalb der Inversionsschicht gelangt man in analoger Weise
zum Isogonenfeld der Gleitfläche oben und dann mit dem Integrometer zum
Strömungsfeld über der Gleitfläche. Liegt die Inversionsfläche sehr hoch, so ist
as besser, zunächst die Isogonenkarte für ein Zwischenniveau (etwa 1000 m oder
2000 m) zu zeichnen, ebenfalls durch eine Karte der Winddrehung zwischen dem
Boden und dem betreffenden Niveau, um schon das gleichförmigere Strömungs-
bild der Höhe als Ausgangslage zu haben.
Die Karten 2 und 3 bieten ein Beispiel hierfür. Karte 2 enthält die 100 m-
Isohypsen der Inversionsfläche vom 19. November 1917. Die folgende Tabelle
(auf S. 86) enthält die Windverhältnisse.
Spalte 1 gibt die Stunde des Aufstiegs, Spalte 2 die Station, Spalte 3: den
Wind am Boden nach Richtung und Stärke (m/sec), Spalte 4 die Seehöhe der
Inversionsfläche in m. Die beiden nächsten Spalten enthalten die Windverhält-
nisse unter und über der Gleitfläche (Windstärke in m/sec). Man zeichnet zu-
nächst das-Isogonenfeld des Bodenwindes, und zwar unter Benutzung der Werte
') Dynam. Meteorologie, Vieweg 1913, Bd. I, Abschn, 69.
2?) Z. B. Wind dreht von NNW nach NW: Winddrehung +4, Um bei der immer wieder-
kehrenden Berechnung der Winddrehung Versehen (besonders im Vorzeichen!) zu vermeiden, empfiehlt
28 sich, eine kleine Tabelle anzulegen, welche in der Horizontalen und Vertikalen Windrichtung und
Bjerknes-Zahlen enthält und so die Winddrehung in -allen Fällen direkt abzulesen erlaubt.
3) Vgl. V. Bjerknes, Dynam, Meteorol. II, S. 62.
Ann. d. Hrdr. usw. 19223. Heft IV.