Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1923
ristik gut beibehält. Sie wandert im Laufe von vier Tagen langsam in geringere
Höhen herab, büßt dabei an Mächtigkeit und gegen Ende auch an Größe des
Temperatursprunges ein. Die Änderung der Charakteristik verläuft aber stetig,
soweit es bei dem Verfahren der Reduktion auf die ideale Inversion zu erwarten
ist. Offenbar handelt es sich um ein und dieselbe Inversion. Der Wert von
2010 m am 22. aber gehört deutlich einer anderen Inversion an, die sich in
ihrem weiteren Verlaufe wahrscheinlich auch senkt, aber nicht mehr sicher zu
verfolgen ist, da der Temperatursprung jähe Wechsel zeigt, Mit dem 21. hätte
also die Reihe abgebrochen werden müssen, ;
Ein Beispiel einer sehr stabilen Inversionsfläche bieten die Tage vom
27. Januar bis 7. Februar 1918, Für zwei Stationen, den Feldberg im Taunus
und Lida (südlich Wilna), sind in nachfolgender Tabelle, um das Ausgleichs-
verfahren zu erläutern, die Höhen der Inversionen. und der Temperatursprung
als Hauptcharakteristik angegeben. Daß die Inversionshöhe beim Feldberg im
Taunus meist niedrigere Werte als dessen Gipfel hat (820 m), rührt daher, daß
der Feldberg im oberen Teil der Inversion lag und die Werte von Frankfurt a. M.
mit zur Konstruktion herangezogen wurden, An beiden Stationen bleibt‘ die
Charakteristik stetig, was besonders bei Lida trotz der bedeutenden Schwan-
kungen zwischen 6° und 15° gut zu beobachten ist.
Jan./Febr,
1918
29.
30.
31
\
A
Bl
Feldberg i Taunus
Stunde | H At
5
üb Vm. “26
3h Vm. 25
5h Nm, ‚0
LOh Vm, 131 |
38h Vm. 77 |
4h Nm. 16.00
11h Vm. 16.1
5b Nm. ' 42
3h Vm, Meldung 7erstümmelt
5h Nm, 900 17.5
Jh Vm, EM) ä
+h Nm. ©) a
3h Vm. ” 18
2h Nm. “50 Ca
LOh Vm. U 104
4h Nm, 500 8.7
Ok Vm. 570 26
4b Nm. 630 | 84
11h Vm, | 630° | 13.4
55h Nm. 830 73
610
560
455
550
stwa 500
570
630
9350
19
X
}
€
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1,1}
10
0
0
Stunde |
Lida
H
At
Ob Vm.
Sh Vm.
730
1000
11.4
9.8
8h Vm.
860
8.3
12h M.
10b Vm,
sh Vm.
8h Vm.
8h Vm.
8b Um. | 660 |
Oh Vm. ; 500
915 | 58
(fraglich)
550 | 6.0
780
134
15.0.
15.2
10.0
Zum graphischen Ausgleich dieser Beobachtungen werden über der Zeit
vom 27, Januar bis 7. Februar als Abszisse die Werte von H als Ordinate auf-
getragen und die Punkte durch eine ausgleichende Kurve verbunden. Um zu
zeigen, wie stärk dieser Ausgleich die Tabellenwerte ändert, ist in der Spalte ö
die Abweichung der Kurve von den Punkten, welche den Tabellenwerten ent-
sprechen, in Metern angegeben. Für Lida ist‘ sie stets 0, d.h. die Kurve läuft
durch alle Punkte. Sie zeigt, wie geringfügig die Ausgleichung ist, besonders
wenn man bedenkt, daß die Mächtigkeit der Inversion zwischen 500 und 1000 m
schwankt. Für den gewünschten Zeitpunkt, für den die Darstellung erfolgen
soll (8b morgens), wird nun aus der graphischen Darstellung die Höhe H der
Kurve entnommen. Die Werte stehen in nachfolgender Tabelle, welche nicht
nur die beiden obengenannten, sondern alle Stationen enthält.
Die verschiedene Sicherheit der Höhenzahl, wie sie sich im Verlaufe der
Einzeluntersuchung der betreffenden Station ergab, ist unterschieden durch
500, 500, (500). Die untereinanderstehenden Zahlen werden je auf eine Karte
aufgetragen und ergeben das Bild der Inversionsgestalt für den. betreffenden
Tag 8b morgens. Auf Karte 1 ist dies für den 6. Februar dargestellt. Die ge-
strichelten Kurven geben die Isohypsen von 100 m. Die Karte enthält außerdem