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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

52 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1923, 
Äquator, er verschwindet aber nur für Sterne, die auf dem Himmelsäquator 
stehen, wenn also d, = 0, = 0 ist. Dann ist nach Gleichung 1: 
sin A_ = sin (a, — e,):sind, 
oder, da hier d = &,— a, ist, sin A = 1 oder A = 90°. An den Polen können 
nur Sterne mit gleichen geraden Aufsteigungen in den gleichen Vertikal kommen. 
Hier steht aber dann zu jeder Zeit G, in dem gleichen Vertikal wie G,. Eine 
Azimutbestimmung in der hier behandelten Weise ist dann unmöglich, und ein 
Zeitfehler hat hier keinen Sinn. Hier wird nämlich 
sin A — 908.01 COB 0 SI (02 — a MO Ti da sin (&, — 0) = 0 und cos g = 0 ist. 
In ähnlicher Weise läßt sich, wenn man d als konstant ansieht, aber d, 
variiert, der Einfluß von 40, auf das Azimut darstellen. Ich verzichte hier auf 
die Ableitung. . 
Erich Barkow +. 
Am 7. Januar 1923 verstarb in Berlin im Alter von 40 Jahren Dr. phil, 
Erich Barkow, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Preußischen Meteorologischen 
Instituts in Berlin. Mit Barkow verliert die Meteorologie einen der fähigsten 
Köpfe der jüngeren Generation, der sich mit Begeisterung der Wissenschaft hin- 
gegeben hatte. Sein Eintritt in das Meteorologische Institut erfolgte im Jahre 1907, 
seine Schulung im Beruf im Meteorologischen Observatorium in Potsdam. Mit 
guten Erfahrungen in der meteorologischen Beobachtungspraxis schloß sich 
Barkow 1911 als Meteorologe der Deutschen Antarktischen Expedition nach 
dem Weddell-Meer an. Mit zäher Ausdauer und nie ermüdendem Fleiß ging er 
hier seinen Arbeiten nach, und Tag für Tag konnte man ihn während der langen 
Trift des Schiffes auf dem Deck an der Drachenwinde stehen sehen, wenn irgend 
die Witterung einen Aufstieg erlaubte. Mit reichen Ergebnissen über die Meteoro- 
logie des Südpolargebiets kehrte Barkow heim, die er dann in jahrelanger 
Arbeit zusammenstellte und diskutierte. Im Herbst 1922 wurde die Bearbeitung 
abgeschlossen. Die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse der wissenschaft- 
lichen Institute Deutschlands haben bislang die Drucklegung dieser Arbeit ver- 
hindert, deren Veröffentlichung hoffentlich bald ermöglicht wird. 
Von den Arbeiten Barkows erschien 1915 in der Meteorologischen Zeit- 
schrift die wichtige Abhandlung „Über die thermische Struktur des Windes“, 
der sich 1917 eine Arbeit „Windänderung mit der Höhe und Turbulenz“ in den 
Annalen der Hydrographie usw. anschloß. In letzterer Zeitschrift (1916 und 1921) 
erschienen auch seine Darlegungen über die meteorologischen Ergebnisse der 
Norwegischen und zweiten Britischen Antarktischen Expedition, in denen er 
zu den Problemen der Meteorologie der Antarktis Stellung nahm. Weitere 
Arbeiten Barkows finden sich in den Tätigkeitsberichten des Preuß. Meteoro- 
logischen Instituts und in anderen Zeitschriften. 
Ein aufrechter Mann, ein treuer Kamerad ist Barkow gewesen. Ein rascher 
Tod hat ihn aus einer glücklichen Ehe gerissen. W. B, 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Passarge, Siegfr.: Vergleichende Landschafts- ' speziellen Geographie eines Landes die bemerkens- 
kunde, werten Tatsachen des behandelten Gebietes lose an- 
Heft 1. Aufgaben und Methoden der zinandergereiht werden, ist durchaus überwunden. 
vergleichenden Landschaftskunde. 718. In den neueren länderkundlichen Arbeiten wurde 
Heft 2. Kältewüsten und Kältesteppen. vielmehr eine Hauptaufgabe darin gesehen, den 
163 S., 4 Tafeln, Stoff nach geographischen Gesichtspunkten zu be- 
Heft 3. Die Mittelgürtel. 99 5S., 3 Tafeln, handeln, sog. natürliche Landschaften heraus- 
Verlag: Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), zuschälen und diese möglichst lebensvoll darzustellen. 
A. G., Berlin 1921/22. Diese Richtung hat S. Passarge in zahlreichen 
In der Behandlung der Länderkunde sind jetzt Veröffentlichungen konsequent und folgerichtig 
sehr aussichtsreiche neue Wege und Bahnen be- weiter verfolgt und in dem obigen Werk zu einem 
schritten worden. Der Standpunkt, daß in der vorlänfigen Ahschlunß gehracht.
	        
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