Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1923
etwa 14 Tage nach dem Einsetzen der zweiten Frostperiode. In den Hauptfahr-
wassern lag das Eis in großen Massen bis Ende Februar und. verschwand dann
nach und nach während der‘ ersten Dekade des März. Vom 11. Februar ab
wurden an der schwedischen Seite des Kattegats zwischen Vinga und Kullen
immer mehr Dampfer vom Eise eingeschlossen. Von Marstrand aus beobachtete
man nach und nach 46, von Niddingerne 16, von Morup Tange 16 Dampfer im
Eise festsitzend; erst am 28, Februar konnte der letzte Dampfer aus dem Eise
befreit werden.
Im übrigen war das Kattegat je nach der Richtung und Stärke des Windes
bald im westlichen, bald im östlichen oder mittleren Teil für starke Dampfer
befahrbar, oft aber nur mit Hilfe der Eisbrecher, Während der letzten Dekade
des Februar trat nach und nach eine bedeutende Besserung der Eisverhältnisse ein.
In den Belten und im Sund wurde die Besetzung durch Eis am 6. Februar
so schwer, daß dort nur starke Dampfer, häufig auch nur mit Eisbrecherhilfe
fahren konnten. Am 9. und 10. Februar waren die Belte für die Schiffahrt ganz
geschlossen. Der Große Belt war später wieder für starke Dampfer, aber oft
nur mit Eisbrecherhilfe, befahrbar. Im Kleinen Belt konnte man bis zum
16. Februar mit Lastwagen von Jütland nach Fünen über das Eis fahren. Vom
4. März ab waren die Hauptfahrwasser eisfrei.
In der Ostsee zeigte sich bei Bornholm das erste Treibeis am 10. Februar.
Einige Tage später waren die Gewässer zwischen Bornholm, Skaane und Möen
mit schwerem Treibeis angefüllt, das dort bis zum 26. Februar liegen blieb. Am
4. März waren die Gewässer um Bornholm und in der westlichen Ostsee eisfrei,
Während des Winters 1921/22 blieben keine von den 126 Stationen eisfrei,
93 hatten einen Monat und darüber, 14 zwei Monate und darüber Eis. 54 Stationen
waren wegen Eis für die Segelschiffahrt geschlossen, 54 gänzlich gesperrt.
Die durchschnittliche Anzahl der Tage mit Eis während des letzten Winters
betrug für alle Stationen 39.4 Tage, während der mittlere Durchschnitt einer
16jährigen Periode 16.9 Tage mit Eis ergab.
3. Die Eisverhältnisse in den schwedischen Gewässern,
Die Temperaturverhältnisse an den Küsten Schwedens während des Winters
1921/22 lagen beträchtlich unter dem Normalwert; nur im Monat Dezember war
die mittlere Temperatur etwas höher. Im mittleren und nördlichen Schweden
yingen die Temperaturen nicht selten bis auf 20° und mehr unter dem Gefrier-
punkt herab.
Die hier folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Eis- und Schiffahrts-
verhältnisse an diesen Küsten:
Hafen
Zugang
Aufgang
Einlaufen
unmöglich für | wieder möglich für
Segler | Dampfer Segler | Dampfer
Malmö
‚21. 1.29]
4. 11. 22!
91. 1.22
4. 11.22
Ystad [» 1.22] 5. un 6. 11.22]
Karlshamn 127. 1.221 3, mm 22l27. 1.22
Karlskrona! 7, 1.2216. ııL.22l 6. 11.22
Visby | 25. 1.2] 9. HE 11,22
Kalmar 15 1.22| 6. IlI.22| 7. 1.22
| 8. 122]10. 1v.22l10. 1.22
© I oo]2e. II. oo]
Norrköping| 15. I, 22 2, II. 22] 8. 11.22
Nyköping | 7. XT 21120. IV 22119. xI 21i
5. 111.22
3. HILL :
15. 111.22
19. IIL 2
10. IIL 22
6. 11.221 4. 1V.22|26. IT, 22
Oxelösund
_ 2, 11.22 —_
5 199214 IV. 22928. HL.
Bemerkungen
4, bis 21. II. u. am 2.
u, 3. 11T. Schiffahrt
aufgehört. Zeitweil.
schweres Treibeis,
Festes Eis 9. II bis
3.1ITL., kein Treibeis.
Viel Treibeis v. 27. 1.
bis 9. III
Treibeis vom 11. IL
bis 19. II. u. 13.11
Treibeis 15. II,
Treibeis 28, III. bis
6. IV.
Treibeis v. 28. I. bis
31. I., 3. bis 15. II.
20. bis 27, II.
Fahrstr. durch Eis-
brech. offengehalt
Desgl.