Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 19253.
Anwendung ungleich mühsamer. Überdies sind ja besonders umfangreiche
numerische Rechnungen, deren Bewältigung die Arbeitskraft eines Einzelnen weit
übersteigt, ohnehin nur dann durchführbar, wenn entsprechende Hilfskräfte zur
Verfügung stehen; dann aber kommt es auf die Menge der zu leistenden Schreib-
arbeit nicht in erster Linie an. Was speziell das Gebiet des Mittelmeeres
betrifft, so ist es auch wegen der besonderen Kleinheit der Amplituden einzelner
Partialtiden, die oft nur wenige Millimeter betragen, empfehlenswert, zur Er-
reichung möglichster Genauigkeit der Rechnung immer wieder das gesamte Be-
obachtungsmaterial zugrunde zu legen,
Von ganz besonderer Wichtigkeit ist es aber, die Arbeit so einzurichten,
daß auch Personen, die dem Verständnis der Sache ganz und gar fernestehen
als Hilfskräfte verwendet werden können; denn es gelingt um SO leichter, die
nötige: Anzahl solcher Hilfskräfte zu gewinnen, je geringer die intellektuellen
Anforderungen sind, die an sie gestellt werden. In dieser Hinsicht habe ich nun
an der Darwinschen Methode selbst noch einige formale Änderungen an-
gebracht, die es zwar nötig machen, die Beobachtungen sogar noch einmal öfter
abzuschreiben, sich aber in der Praxis außerordentlich gut bewährt haben.
Nebst diesen methodischen Neuerungen, die vor allem die Herstellung des Rechen-
schemas für die einzelnen Partialtiden betreffen, enthält die folgende Mitteilung
auch noch einige Bemerkungen über die Ausfüllung der Lücken des Beobachtungs-
materiales und eine vereinfachte Methode zur Berechnung der Amplituden.
I. Verzeichnung der Stundenordinaten. Zur Bestimmung der wichtigsten
harmonischen Konstanten, etwa der auf die oben genannten Partialtiden bezüg-
lichen, verwendet man gewöhnlich stündliche Ablesungen des Wasserstandes, die
sich auf ein ganzes Solarjahr erstrecken. Theoretisch genügten hierzu bereits
die Beobachtungen eines halben Jahres. Will man die Rechnung über ein
ganzes Jahr ausdehnen, so ist es vorteilhaft, sie für die beiden Halbjahre ge-
sondert durchzuführen, da man aus der Art der Übereinstimmung der beiden
Ergebnisse zugleich einen Maßstab für die erreichte Genauigkeit gewinnt.
Es empfiehlt sich sehr, die einzelnen Stundenordinaten nicht ohne weiteres
in der Form, wie sie etwa in der betreffenden Veröffentlichung gegeben sind,
in die Rechnung einzuführen, sondern sie 1, sämtlich auf Zentimeter abzurunden,
2. durch Addition oder Subtraktion einer im übrigen willkürlichen Konstanten
durch lauter positive, dabei aber möglichst kleine Zahlenwerte zu ersetzen, Im
Gebiete des Mittelmeeres kommt man dabei fast immer mit zweiziffrigen Zahlen aus.
Von besonderer Wichtigkeit ist es nun aber, diese Stundenordinaten in
einer möglichst übersichtlichen Weise zu tabellieren. Die bisher ausschließlich
übliche Anordnung von je 24 in einer Zeile, wie sie den einzelnen Beobachtungs-
tagen entsprechen, ist nach meiner Erfahrung dabei nicht zu empfehlen; es ist
viel praktischer, die sämtlichen zu verwendenden Ordinaten, mit 0 beginnend,
durchzunumerieren und in einer Tabelle mit zwei Eingängen, die links die
Zehner und über den Kolumnen die Einer der betreffenden Nummer ersichtlich
macht, nach dem Dezimalsystem anzuordnen, also in folgender Art:
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