Pollak, L. W.: Zur Ableitung der mondtäglichen Schwankung des Luftdruckes in der Atmosphäre. 31
gestellte Luftdruckbeobachtung sollte daher um Sr + Sr Uhr Sonnenzeit erfolgen,
wenn wieder d = 7, —t = 0.84120 bedeutet.
Nehmen wir uns vor, an Stelle des zur genauen Mondstunde beobachteten
oder aus Registrierungen interpolierten Luftdruckwertes den Wert des Luftdruckes
zu der dieser Mondstunde nächst benachbarten vollen Sonnenzeitstunde zu ver-
wenden, so haben wir den Grundgedanken des Darwinschen Verfahrens. Dabei
wollen wir aber von der Korrektion des mondtäglichen Luftdruckganges, welche
als „Vermehrungsfaktor“ bezeichnet wird, ihrer in unserem Falle außerordent-
lichen Kleinheit wegen absehen. Die durch das Darwinsche Verfahren zur Ver-
wendung bestimmten Sonnenzeitstunden erhalten wir somit einfach so, daß wir
die Vielfachen von 1.083505 auf Einheiten abkürzen.
Durch Verwendung dieses Prinzips wird alle Unsicherheit aus der KEr-
mittelung des mondtäglichen Luftdruckganges bei Benutzung der zu ganzen
Stunden mittlerer Sonnenzeit beobachteten Werte entfernt. Es wird nicht not-
wendig, wie dies geschehen ist, die obere Kulmination zwar festzulegen und die
Barometerstände zu dieser Stunde ‚und der 3., 6., 9. usw. folgenden zu verwenden,
Das Hineinzwängen von nahezu 25 Stunden auf 24 Intervalle, das von den ver-
schiedenen Autoren in der Meteorologie sehr verschieden versucht wurde, wird
jetzt in gesetzmäßiger und, was besonders wertvoll ist, rechnerisch verfolgbarer
Weise durchgeführt.
Um eine Unterlage für die folgenden Betrachtungen zu haben, wurde in
Tabelle Nr. 2 für die ersten 12 Mondtage, beginnend mit einer oberen Kulmination
des Mondes um Mitternacht, ein Ausschnitt des Schemas der zur Verwendung ge-
langenden Stunden nach Sonnenzeit zusammengeschrieben, wenn man in die Rubrik
der betreffenden Mondstunde die ihr nächst benachbarte Sonnenstunde einträgt.
Tabelle Nr. 2,
Schema der nach dem Darwinschen Verfahren zur Verwendung gelangenden Tagesstunden,
Beginn der Zusammenstellung: Obere Kulmination des Mondes um Mitternacht,
FE ae a Mondstunde
SSjo|1| 2181415 l6l7181|9 [10 [1112 ]13 [14 [15116 [17 | 18 | 19] 20| 21 | 22128
3:7
16+[17*
„708
38
ine
2299 [21
0 [21 122
44214297
' 2) 121 ]22 j2°
6 Rs 1 121 122 2
it. A0FL12 [3 la uU {i0 ir ze 9 S ‚21 E 2310
12.[9 110 | 11 | 127 137 1aH[154 10H! 18 119 120 |21 (292 128 | 01112
Die Stellen, an welchen eine Stunde Sonnenzeit übersprungen wurde, um
das Vorauseilen oder Nachhinken der Sonnenzeit gegenüber Mondzeit aufzuheben,
sind nach dem Vorgange Börgens durch Doppelpunkte kenntlich gemacht.
Börgen gibt auch zur Vorausberechnung der mit Doppelpunkten versehenen
Stellen die Formeln an: .
n = Tr-0.84120 — 0,5 .
(bh) = (n -+4) - 28.5307b — (r — 1) - 24h,
wenn r den betreffenden Mondtag und (h) die Stunde bedeutet, in welcher die
Doppeleintragung zu erfolgen hat. Die Zahl n selbst gibt bekanntlich eine
überaus wertvolle Kontrolle für die Richtigkeit der Eintragungen ab, da diese
Zahl die in der Rubrik 23 Uhr Mondzeit einzutragende Tagesstunde vorstellt,
Auf diese Weise sind Fehler im Schema ausgeschlossen. Eine für 371 Mondtage
abgeleitete, verläßliche Tabelle dieser Werte n und (h) findet man in einer Ab-
handlung W.Schweydars‘!), eine nur 117 Mondtage umfassende in Börgens erster
rn "3) Die harmonische Analyse der Lotstörungen durch Sonne und Mond, Veröff, des Kgl,
Preuß, geodät. Instituts. Neue Folge Nr, 59, Potsdam 1914, S. 65.
4 190 91 22 2 0
3f21 22 28 | 0 |1
20 |21+/22+ 28+ 04:14
‚22 28 | 0 9
2810 #
99 3l@
28 | nr
ae 9