Kleinere Mitteilungen.
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Die einzelnen Teile des Kattegats stehen in ausgeprägtem Gegensatz zueinander.
Im Norden weist der erste Monat nach Ende der Eisperiode die
größte negative Temperaturanomalie auf, im mittleren Kattegat tritt diese im
zweiten und dritten Monat auf und im Süden bei Schultz’s Grund erst im vierten
Monat, zur Zeit also, wo bei Skagens Rev bereits wieder normale Verhältnisse
vorhanden sind. Diese nach Süden zunehmende Verspätung ist darauf zurückzuführen,
daß infolge der in gleicher Richtung wachsenden vertikalen Dichteunterschiede
die Temperaturen der tieferen Wasserschichten des Kattegat nicht
in erster Linie durch die Temperatur der senkrecht darüber lagernden oberflächlichen
Wasserschichten bestimmt werden, sondern durch die Temperatur des
nördlicher gelegenen Oberflächenwassers, das im Verlaufe der winterlichen
Konvektionsströmungen in die Tiefe und nach Süden gelangt. Wir haben hier
die gleichen Bewegungen wie innerhalb der Oberschicht der einzelnen Becken
der Ostsee und besonders in der Bottensee und Bottenwiek, wo ebenfalls die
großen vertikalen Dichteunterschiede Konvektionsströmungen in vertikaler Richtung
verhindern, diese vielmehr sich in ganz flach geneigten Bahnen abspielen. — Die
Temperatur des im Skagerack und im nördlichen Kattegat absinkenden Wassers
wird bei der Fortbewegung des Wassers nach Süden sehr beeinflußt durch Vermischung
mit dem dort bereits vorhandenen und dem umgebenden Wasser, so
daß die absoluten Werte der Temperaturen von Norden nach Süden zunehmen,
Bei Skagens Rev ist im ersten Monat nach Beendigung der Eisperiode in 15 m
and 38 m Tiefe eine mittlere Temperatur von 3!/,°, während bei Schultz’s Grund
keine mittlere Temperatur unter 4!/,° auftritt. In den tieferen Schichten des
südlichen Kattegat haben wir im zweiten Monat nach Beendigung der Eisperiode
die niedrigste Temperatur. Die in den folgenden Monaten erfolgende Zunahme
der Temperatur ist in den Eisjahren aber infolge der Zufuhr kalten Wassers
aus dem Norden so gering, daß trotz bereits eintretender Temperaturerhöhung
doch die Anomalie noch wächst bis zum vierten Monat.
Ein Vergleich der Tiefentemperaturen bei Schultz’s Grund mit den dort
während der Eisperiode und nachher auftretenden Oberflächentemperaturen war
leider wegen der Einziehung der Feuerschiffe nicht möglich. Wohl aber ließ
sich ein Vergleich mit den Lufttemperaturen des südlichen Kattegat ausführen.
Es erwies sich als vorteilhaft, hier einen’ anderen Nullpunkt zu wählen, nämlich
die „Mitte des Winters“, hierunter ist der Anfang des kältesten Monats verstanden,
wenn dieser später fiel als der nächstkalte Monat, dagegen das Ende des kältesten
Monats, wenn dieser früher fiel als der nächstkalte Monat. Das monatliche
Temperaturmittel wurde hierbei aus den Beobachtungen um 82 Vm. gewonnen,
und zwar von den Punkten Samsö und Skagen-Leuchtturm. Die Ergebnisse der
Berechnungen sind in folgender Tabelle vereinigt:
Temperaturmittel und -anomalien bei Benutzung von „Mitte des Winters“ als Nullpunkt (°C.)-Monat
nach „Mitte des Winters‘
Mittlere Lufttemperatur
in Skagen. . 2...
in Samsö . . 2...
Mittlere Anomalie der Lufttemperatur
in Skagen . .
in Samsö ......
Mittlere Anomalie der Wassertemperatur
in 26 m Tiefe
bei Schultz’sa Grund
all tzrıl el aal zal
L5
|
61
_L_
7»| 8
18,—17,—22;) 18! 5.7
15/—20|—21' 21 64
— 08 —8.0[—36/—1.0/—04
207 — 30 — 351-1102
108
11.3
!
0.7
0.7
0.07 — 0.34 — 1.12.— 0.82— 0.67 — 0.15
Zwischen den mittleren Lufttemperaturen und auch den Temperaturanomalien
des nördlichen und südlichen Kattegat besteht also kein nennenswerter
Unterschied, Es wird sich hieraus schließen lassen, daß auch in den Oberflächentemperaturen
ähnliche Übereinstimmung herrscht, daß insbesondere das Temperaturminimum
im südlichen Kattegat ungefähr zu gleicher Zeit eintritt wie an der
Grenze zwischen Kattegat und Skagerack. Hieraus folgt, daß im südlichen Kattegat