Baur, F.: Polarfront und Äquatorialfront.
in Typus III über. Am 30. Juli hohe Lage der Troposphärengrenze, ausgesprochener
Typus II der Temperaturkurve, Diskontinuitätsfläche zwischen 12700 und 13000 m,
Aquatorialfront liegt bereits nördlich des Beobachtungsortes. Sie stößt zum 31. Juli
aber offenbar noch weiter polwärts vor: der Temperaturrückgang beträgt in
13000 m Höhe 11.6° C,, Hebung der Troposphärengrenze und Hebung der Dis-
kontinuitätsfläche zwischen Luft äquatorialer und polarer Herkunft. (Da Gradient
am 31. Juli von 12400 m an bedeutend unter 0.60, Troposphärengrenze : bei
12400 m.)
Beispiel 3.
14. September 1922
Seehöhe | Temp. | Gradient
°C. 4t/100 m
7000
8.000
8520
9000
9280
10000 |
11000 |
12000 |
—38.7
— 40.4
_436 * 061
— 433 } — 0.07
— 43.1
—41,8
— 422
_499
15. September 1922
Seehöhe | Temp. | Gradient
m °C, At/100 m
7 000
8000
2500
9 000
9.040
9780
10 000
11 000
12 000
— 36.1
— 43.8
0.79
7A
— 47.0
—47.0
— 41.4
— 415
— 41.7
—— 41.9
— 0.08
cc — 0.81
16. September 1922 .
Seehöhe | Temp. | Gradient
CC 4At/100 m
m
7000
8.000
9.000
9350
9.940
10 000
10840
11210
11870
| 12580
— 995
— 36.6
— 45.8
— 48.6
— 553.0
0.88
0.75
1.00
— 54.7
.54.0
55.67
48.0*
— 1468
0.07
— 1.43
0.12
x '
* Dem Abstiegsdiagramm entnommen.
Vom 14. zum 15. September nimmt die Temperatur zwischen 8000 und 9000 m
um etwa 4°C. ab: der Anfang eines Kältevorstoßes in der Substratosphäre aus
äquatorialen Gebieten. Die Windrichtung ist am 15. in der ganzen Troposphäre
und Stratosphäre WSW. Die Troposphärengrenze erscheint wenig gehoben;
480 m darüber.ist die Diskontinuitätsfläche durch einen bedeutenden negativen
Gradienten angedeutet. Vom 15. zum 16. steigt der Bodendruck um 8 mm, ob-
wohl die Troposphäre sich um 3.1° erwärmt. In der Süupstratosphäre nimmt
aber die Temperatur um rund 6!/,° C. ab, die Troposphärengrenze wird um
11/, km, die Diskontinuitätsfläche um mehr als 2 km gehoben, sie liegt 1200 m
über der Troposphärengrenze, die Äquatorialfront muß also ziemlich bedeutend
polwärts vorgestoßen sein.
Brandung und Bodenunruhe.
I. Mitteilung.
Von B. Gutenberg, Darmstadt.
I, Einleitung. In meiner ersten Mitteilung!) sowie in der inzwischen er-
schienenen größeren Abhandlung”) zeigte ich, daß durch Brandung an Steilküsten
regelmäßige Bodenbewegungen mit Perioden von 4—10 Sekunden hervorgerufen
werden, deren Höchstwerte in der Nähe der stärksten Steilküstenbrandung liegen,
und daß die Brandungen an den norwegischen Küsten entsprechend der zuerst
von Wiechert aufgestellten Theorie besonders wirksam sind. Besonders wert-
volle Untersuchungen über den Zusammenhang der Bodenunruhe an verschiedenen
Orten sowie zwischen dieser und Wind, Luftdruck und Seegang rühren von
O. Meißner®) her. Obwohl dieser bereits erkannte, daß es sich bei der Wirkung
der Brandung um eine Energiewirkung handelte, so daß etwa mit einer quadratischen
1) Diese Zeitschrift, Oktober 1920,
2) Untersuchungen über die Bodenunruhe mit Perioden von 48-—108 in Europa. Straßburg 1921.
106 S. mit 121 Abb. Sonderdrucke bei dem „Institut de Physique du globe“, Straßburg.
3) Diese Zeitschrift, Februar 1918, Mai/Juni 1918, April 1920