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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 
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treffenden Wassertiefe folgende Daten erforderlich: Die mittlere Dichte S}y der 
zu messenden Wassersäule und die Standerhöhung « des ungeschützten Thermo- 
meters für einen bestimmten Überdruck, beispielsweise 1 kg/qecm, der „Druck- 
koeffizient“. Der Druck von 1kg ist gleich dem einer 10 m hohen Wassersäule 
von der Dichte 1. Aus einfachen Proportionalitätsüberlegungen ergibt sich dem- 
nach für die Wassertiefe D (in Metern) die Beziehung 
10 
D == A At. 
Nach den für die Thermometer der Deautschen Seewarte gültigen Zahlen 
dürfte @ etwa zwischen 0.07° und 0.12° schwanken, während S+; zwischen 1.000 
und 1.035 liegen wird. Als Grenzwerte des Faktors - kann man demnach 
etwa 80 und 140 annehmen. Da die ungeschützten Thermometer bis 28° geeicht 
sind, so können bei niedrigen Wassertemperaturen Werte von At bis zu 25° und 
mehr gemessen werden, unter günstigen Umständen kann also die thermometrische 
Tiefenmessung bis über 3000 m angewandt werden. Der Druckkoeffizient wird 
denn auch von der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt für einen Überdruck 
bis zu 270 kg/qem bestimmt. 
Die aus Formel (4) berechnete Tiefe wird gefälscht durch Ungenauigkeiten 
von At, « und Se” Es ist 
(5) dD = „d At der Fehler von D infolge einer Ungenauigkeit d 4t von 4t. 
10-4t 
(6) iD = — z7g, de 4 4 
104t 
(7) dD = — gm 18% « « 
© 
Zu Gleichung (5). Der Faktor liegt nach dem Vorhergehenden zwischen 
80 und 140. Nimmt man die mittlere Ungenauigkeit einer Kippthermometer- 
ablesung zu -{-0.02°, den mittleren Fehler einer Bestimmung von At also zu 
+ 0.04° an, so folgt, daß wegen der Beobachtungsungenauigkeit bei der thermo- 
metrischen Tiefenmessung stets mit einem Fehler von +3 bis {6 m zu rechnen 
ist. Voraussetzung ist natürlich, daß die Verbesserungen der Thermo- 
meter zuverlässig, d. h. durch von Zeit zu Zeit wiederholte Eichung, 
auf hundertstel Grade bekannt sind‘). 
Zu Gleichung (6). Für At = 1° (d.h. also bei einer zu messenden Tiefe 
von rund 100 m) und entsprechende Grenzwerte von S+}y (1.000 und 1.027) — die 
Grenzwerte von a seien wieder 0.07° und 0.12° — schwankt der Fehler dD 
infolge eines ungenauen Wertes des Druckkoeffizienten zwischen 
—2040.da und — 680 - da. Kann die dritte Dezimalstelle von « verbürgt, d. h. 
also @ auf -+ 0.0005° genau bestimmt werden (bei manchen Thermometern dürfte 
auch die vierte Dezimalstelle als zuverlässig gelten), so ist für At = 1° die 
Tiefenbestimmung, soweit dies vom Druckkoeffizienten abhängt, auf {1m genau. 
Bei At = 25° (@ wieder zwischen 0.07° und 0.12°, Sy zu etwa 1.033 angenommen) 
würde dD jedoch schon zwischen — 48400.da und —16800 - de schwanken. 
Bei Messungen in größeren Tiefen wäre also Zuverlässigkeit auch der vierten 
Dezimalstelle von « erforderlich, um den durch die Unsicherheit des Druck- 
koeffizienten bedingten Fehler innerhalb weniger Meter halten zu können. 
Der Druckkoeffizient @ wird von der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt 
für jedes ungeschützte Thermometer bei etwa sechs verschiedenen Überdrucken 
bestimmt. Ruppin glaubt bemerkt zu haben, daß der Druckkoeffizient der 
Thermometer in der ersten Zeit noch etwas abnimmt, daß also der Faktor 
kK= Ze in der Gleichung (4) noch etwas wächst. Er hat deshalb den Wert « 
aus Beobachtungen berechnet, bei denen die am Meßrad abgelesene Tiefe zuver- 
4) Bei einem für die Deutsche Seewarte im Jahre 1914 und 1923 geprüften Kippthermometer 
hatte sich die anzubringende Berichtigung für die Ablesung 0° um 0.08°, für 8° um 0.06° und für 
16° um 0.04° geändert.
	        
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