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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Maurer, H.: Automatisches Steuern. 
bis feststeht, was uns der Selbststeurer bei völlig sachgemäßer Verwendung 
leisten kann. 
5. Daß der Weg, den das Schiff in seiner Schlangenlinie um den geraden 
Kurs zurücklegt, nur sehr wenig länger als dieser ist, hebt Herr Gall6 mit 
Recht hervor; allerdings ist das Verhältnis beider Wege, das für die mittlere 
Kursabweichung 3° einfach == sec 3° = 1.00137 gesetzt wird, etwas zu klein, 
Eine Sinuslinie z. B. von einer mittleren Neigung von 3° würde Höchstneigungen 
von + 4.7° erreichen und 1.00173mal so lang als ihre Abszissenachse sein, Aber 
auch dies würde erst auf 580 Seemeilen eine Seemeile ausmachen. Die Weg- 
verkürzung ist sicher nicht von Interesse, wohl aber die Frage, ob die Reise- 
dauer (weil Ruderlegen die Fahrt beeinflußt) und der Kohlenverbrauch ein- 
geschränkt wird, falls der Selbststeurer weniger oft und weniger stark Ruder 
legt als der Rudergänger. Die Fragen werden ziemlich verwickelt, weil die zwei 
Forderungen „scharf Kurs halten“ und „die Rudermaschine wenig arbeiten lassen“ 
zwar, soweit es sich um Vermeiden unnötiger Eingriffe handelt, dasselbe be- 
deuten, den Einwirkungen von außen gegenüber aber bis zu einem gewissen 
Grad Entgegengesetztes verlangen. Gar nicht Steuern würde ja alle Ruderarbeit 
sparen, Wenn die kurzfristige im Nautikus mitgeteilte Erfahrung, wo der Selbst- 
steurer mit seltenerer und geringerer Ruderbewegung besser Kurs gehalten hat 
als der Rudergänger, zu verallgemeinern wäre, spräche dies sehr zugunsten des 
Selbststeurers. Vom „Prins der Nederlanden“ wissen wir nur, daß der Automat 
das Schiff häufiger und mit scheinbar (Unsicherheit der Mittelbildung!) größeren 
Kursabweichungen die Kurslinie schneiden ließ als der Rudergänger. Bezüglich 
der Arbeit der Steuermaschine wird aber gesagt, daß man nicht angeben könne, 
unter welchen Umständen die Maschine am meisten Arbeit verrichtet habe, Es 
wäre sehr erwünscht, über diese wichtigen Fragen durch genaue Messungen 
unter verschiedenen Verhältnissen einen klaren Einblick über Dampfverbrauch, 
Zahl und Größe der Ruderausschläge und Zahl und Größe der Kursausschläge 
zu erhalten. Handelsschiffe, die wiederholt dieselben langen Kurse fahren, wären 
besonders geeignet, solche Erfahrungen zu sammeln. Man kann vermuten, daß 
es Fälle gibt, in denen ein sehr genaues Kurshalten Dampf, Arbeit und Zeit 
spart, weil selbstverschuldetes unnötiges Ruderlegen vermieden wird; anderseits 
wird es aber auch Fälle geben, in denen ein Nachgeben gegen Wind und See- 
gang unter Verzicht auf peinliches Kurshalten zweckmäßiger wird. Wenn diese 
vermutete Verschiedenartigkeit zugunsten der Ausnutzung der Intelligenz des 
Rudergängers spricht, so muß doch auf der anderen Seite anerkannt werden, 
daß wohl in den meisten Fällen das Kurshalten eine so mechanische Arbeit dar- 
stellt, daß sie zweckmäßiger einer gut arbeitenden Maschine als einem Menschen 
überlassen wird. H. Maurer. 
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Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Luensee, S.: Entfernungstafeln. Mittlere Ent- 
fernungen auf den Dampferwegen zwischen 
den Haupthäfen der Erde. Hamburg 1923, 
Fekardt & Messtaorfit 
gewonnen, Die Entfernungen zwischen zwei in 
benachbarten Gruppen liegenden Häfen werden je 
bis zu den Verbindungspunkten der Gruppen auf- 
geschlagen und zusammengezählt. Die Verbin- 
dungspunkte sind in der beigegebenen Karte, die 
die Gruppen darstellt, unterstrichen und finden 
zich als Häfen in der Tafel, Liegen zwischen den 
Gruppen der Häfen noch andere Gruppen, werden 
die Entfernungen von Verbindungspunkt zu Ver- 
bindungspunkt dazu gezählt. 
Diese einfache Ermittlung von Entfernungen 
auf Dampferwegen wird den Tafeln einen Wert 
als bequemes Nachschlagewerk sichern. 
L. Schubart. 
Die Schwierigkeit, Entfernungen zwischen allen 
bedeutenden Häfen der Erde in einem nur 176 Seiten 
umfassenden Bande anzugeben, hat der Verfasser 
dadurch überwunden, daß er die Meere der Erde 
in 17 Gruppen geteilt hat: A. Ostsee, B. Nordsee, 
C. Nördliches Eismeer, D. Irischer Kanal, E. Bis- 
kaya, F. Atlantischer Ozean, östlicher Teil, G. Mittel- 
meer usf, ‘ Entfernungen zwischen Häfen, die in 
derselben Gruppe liegen, werden der Tafel direkt 
entnommen, alle anderen werden durch Addition
	        
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