Meißner, O.: Der Einfluß der Luftdruckverteilung über der Ostsee auf den Wasserstand usw. 263
Der Einfluß der Luftdruckverteilung über der Ostsee auf den Wasserstand
der deutschen Stationen.
Von Otto Meißner, Potsdam,
Auf Anregung von Herrn Geheimrat Kühnen untersuchte ich den Einfluß
charakteristischer Luftdruckverteilungen auf den Wasserstand der Stationen des
Preußischen Geodätischen Instituts: Travemünde, Marienleuchte, Wismar, Warne-
münde, Arkona, Swinemünde, Pillau und Memel. (Sie sind im folgenden mit den
beiden Anfangsbuchstaben bezeichnet.) Leider stand mir das Material der schwe-
dischen und finnischen Stationen nicht zur Verfügung, durch deren Hinzunahme
die Arbeit an Wert gewonnen hätte; immerhin bieten die behandelten Stationen
ein gutes Bild der Verhältnisse an der Südküste der Ostsee, da sie in annähernd
westöstlicher Richtung liegen. Nur die beiden Östlichsten Stationen liegen mehr
nach Norden zu, was sich auch in den unten folgenden Tabellen deutlich ausspricht.
Bearbeitet sind die beiden Jahre 1898 und 1899, mit Unterstützung von
Herrn G. Hübner. Die Ergebnisse sind als noch nicht völlig endgültige anzu-
sehen; leider ließ sich aber eine Weiterführung der Arbeit vorläufig nicht er-
möglichen. ;
Ich unterschied acht Wetterlagen, nämlich: 1. (2.) tiefer (hoher) Luftdruck
im Westen, bezeichnet als W — (W +), 3. (4.) tiefer (hoher) Luftdruck im Norden:
N— (N+), 5. (6.) hoher (tiefer) Luftdruck über der ganzen Ostsee: A (Z),
endlich 7. und 8. Keil (K) und Furche (F).
Um die voraussichtlichen Störungen der Ergebnisse durch den jährlichen
Gang des Wasserstandes zu vermeiden, die sich bei ungleichmäßiger Verteilung
der Luftdrucktypen über das Jahr!) besonders bemerkbar machen müssen, wurde
das Jahr in drei Abschnitte eingeteilt: „Winter“ (Oktober— Februar), „Frühling“
(März—Juni) und „Sommer“ (Juli-——September) mit bzw. mittlerem, tiefem und
hohem Wasserstand. Bei dieser Verteilung ist die Häufigkeit der einzelnen
Luftdrucktypen für jeden Abschnitt von derselben Größenordnung, so daß die
einfache Drittelung der Abschnittsmittel bereits dem mit Gewichten (d. h. natürlich
der Anzahl der Einzelwerte) berechneten Mittel M in den jeweils letzten Zeilen
der Tabellen schon recht nahe kommt.
Tabelle la.
1 |2. | 3. |4 |5. [6.| 7. 18. | 9. [ 20. 121.[12.| 13. | 24. | 15. | 16. 117. |
“ u 4
151.0° 05.0562 |60.1160.2J.0.4J62,1 |63.0166.2 |63.3 161.6/62.2/57.6 |55.7 |54.5 2a 57,71
752.7 |54.054.7 159.4/60.0160.2161.6 63.766.4 62.1 60.0160.5/55.8 54.2 53.5 51.9*/57.0
746.5* 18.5/51.5 '54.5.68.2,51.1/52.0 56.7159.1 158.1 57.358.055.3 52.7 51,8 508 565
(7711750.7*|53.5/55.0 I58.9l59.0[58.7|60.2 162,6/65.0 162.1 |60.9l61.0/56.7 |54.8 [53.7 |52,5 157.3 ,
I.| (40)
H.| (24)
EN
A
1.| (40) [764.9 |63.6/64,2 51.4/49.2*/51.4 |54.7/57.464.0 |64.5 ]66.7 |67.6 66.1
IT.| (33)763.3 |61.661.3 51.3/50.4*/50.5_52.0/55.6/60.5 |61.7 [63.7 (65.0 127
IT] (27)1765.7 163.3162.7 56.5155.1*55.1*|56.8157.9/62.2 {62.7 164.1 165.7 163.4
(100) [764.6 |62.9l62.9 |58.4)58.4J58.9/56.5 |52.8l51.2*/53.1 |54.6l56.0162.3 |63.1 [65.0 |c6.2 1642
+
Pa
I.) (92) ]756.6 158.3/62,5 |58.6/55.4/50.6/46.8*/54.2]55.4 [58.4 160.8/63.5J65.0 |64.0 |64.4 |64.4 |66.9 )
IT.| (28) 757.0 |57.160.4 |57.3154.8 51.7151.0*|55.4/56.9 158.0 59.3/61.462.6 618 62.1 62.5 |610
IT. (38117602 159.2/61.9 59.0157.0154.0[51.0*|55.2/56.0 157.4 59.3161.4/68.5 163.2 |63.8 (645 649 ;
(158) 1757,5 |58.3/62.0 158.5/55.7151.6148.5*|54.6]55.8 158.1 160.2/62.6l64.2 163.4 |63.8 [64.1 [65.9 |
be
1 | (17)[758.1 ]57.4/53.4*[56.5/61.0]67.0/69.1 '63.5/64.8 '57,5 |53.854.1|51.4 |51.0*J52.3 |52,3 |51.4}
z1| (34)[761.2 [60.457.9 (60.863.3.67.1 68.6 ‚54.5/64.0 |59.6 57.7575 56.5 56.5 56.3*56.8 565
IIT.| (10,1760.5 58.8/57.8 159.3/61.5/64.8165.6 164.0/63.9 [59.5 |57.1|56.0J56.1*J56.2 57.2 58.3 565
(61)]760.2 169.3/56.5 [59.5/62.4166.7 (68.3 l64.1164.2 [59.0 l56.5/56.4155.0 [54.8*/55.6 (55.6 54.7 |
„+
'} In der Tat fehlten manche Luftdrucktypen in gewissen Monaten fast ganz.