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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1923, 
Marine-Bureau ein, wo er als Examinator für Kapitäne und Steuerleute der 
japanischen Handelsmarine und als Mitglied des Seeamtes zur Untersuchung von 
Schiffsunfällen wirkte. Die Errichtung eines meteorologischen Observatoriums 
seitens der japanischen Regierung veranlaßte ihn 1878, seine eigenen Beob- 
achtungen einzustellen und dafür die Untersuchung der Taifune aufzunehmen, 
wobei ihm seine ausgedehnte Bekanntschaft in seemännischen Kreisen sehr zu- 
statten kam. Aus dieser Zeit stammen einige vorzügliche Arbeiten über dieses 
Thema in den Mitteilungen der Ostasiatischen Gesellschaft und auch in den 
Annalen der Hydrographie. Seine erste große Abhandlung in den Annalen der 
Hydrographie (November 1880) war die schöne und bedeutsame Arbeit »Der 
„Prinz Adalbert“-Taifun vom 10.—16. September 1879«, Im Auftrage des Chefs 
des Marine-Bureaus, des Generalpostmeisters und späteren Vizeministers Maye- 
shima, führte er um diese Zeit auch eine große Postkarte des Reiches in drei 
Blättern aus, die im Druck nur japanisch erschien. Das deutsche Original fand 
aber Verwendung in Hassensteins Atlas von Japan. 
In diesen Jahren erschienen von Knipping noch eine Menge selbständiger 
geographischer Arbeiten, so z. B. mehrere Itinerarskizzen, Abhandlungen über 
Erdbebenforschung, Beiträge zu Petermanns Mitteilungen, dem Gothaer Hof- 
kalender, Wagner und Behms Bevölkerung der Erde, Berichtigungen der britischen 
Admiralitätskarten usw. 
Seine eingehenden Wirbelsturmuntersuchungen veranlaßten Knipping 1881 
der japanischen Regierung einen Entwurf über die Einrichtung und Organisation 
eines telegraphischen Sturmwarnungsdienstes einzureichen. Anfang 1882 wurde 
er mit der Ausführung dieses Planes betraut und damit trat er in das Zentral- 
observatorium ein. Mit unendlicher Arbeitskraft und Zähigkeit gelang ihm gegen 
viele Widerstände in wenigen Jahren die Einführung des metrischen statt des 
englischen Maßes, der Normalzeit (Kiotozeit) statt der Lokalzeiten und die Inne- 
haltung äquidistanter statt „bequemer“ Beobachtungsstunden. Am 26. Mai 1883 
konnte bereits die erste Sturmwarnung erlassen werden. Nach wenigen Jahren 
hatte er die Zahl der Landbeobachtungsstationen von 9 auf 45 vermehrt. 40 davon 
berichteten dreimal täglich telegraphisch nach Tokio. Außerdem sandten 40 Leucht- 
türme ihre Beobachtungen ein, 50 Sturmsignalstationen waren an den Küsten er- 
richtet worden. An allen Stationen wurde täglich sechsmal (um 2, 6 und 10 Uhr 
vormittags und nachmittags) beobachtet, während der Dauer von Stürmen min- 
destens jede Stunde, J. Hann schrieb 1888 darüber in Petermanns Mitteilungen 
(Heft X, S. 290): „Auf keinem Teile der Erdoberfläche hat die klimatische Er- 
forschung so rasche Fortschritte zu verzeichnen gehabt, wie dies auf dem japa- 
nischen Inselreiche in den letzten Jahren der Fall war. Und nicht allein die 
Reichhaltigkeit des in den letzten Jahrgängen gewonnenen Beobachtungsmaterials 
berechtigt zu diesem Ausspruch, er erstreckt sich auch auf die Güte und Viel- 
seitigkeit der Beobachtungen.“ Und weiterhin schrieb Hann über seine meteoro- 
logischen Monatskarten und Zusammenstellungen: „Nur wenige Beobachtungsnetze 
der Erde können eine ähnliche, zudem so rasch erscheinende Bearbeitung der 
Beobachtungsergebnisse aufweisen.“ Dieser Anerkennung aus so hervorragender 
Feder braucht nichts hinzugefügt zu werden. In den Jahren 1888 und 1889 be- 
suchte Knipping im Auftrage der japanischen Regierung 28 der bedeutendsten 
Observatorien und Zentralinstitute Europas und der Vereinigten Staaten, wies 
dann in einem ausführlichen Bericht auf die einzelnen Punkte hin, durch welche 
auf Grund der gesammelten Erfahrungen die Leistungen des Observatoriums 
gesteigert werden können, und schied dann zwei Jahre später aus seinem Amte 
aus, um 1891 wieder nach Deutschland zurückzukehren. Am 1. März 1892 trat 
ar als außeretatsmäßiger Hilfsarbeiter in die Deutsche Seewarte ein. Hier war 
ihm noch ein außerordentlich reiches Tätigkeitsfeld beschieden. 1894 übernahm 
er die Schriftleitung der Annalen der Hydrographie. Schon 1887 war von ihm 
in dieser Zeitschrift eine Abhandlung erschienen „Taifunbahnen bei Japan nebst 
Winken zum Manövrieren“, die die erste Arbeit über das Manövrieren in Wirbel- 
stürmen war, in der der geographische Standpunkt an die Spitze aller Über- 
legungen des Seemannes gestellt wurde, während alle anderen Forscher bis dahin
	        
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