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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Wegener, K.: Die Beschleunigungen in der Hydrosphäre. 
Hieraus ergibt sich folgende Tabelle: 
Radius des Trärheitskreises in km. 
+00 
23009 
BAC 
700 
9029 
*%3 
in em/se? 
275* 180* 146* 3* 
89 45 36, 4 
13.7 3 9.0 73 6.9 
1.4 0.9 0.7 0.7 
1 0.1 0.1 0.1 0.1 
Umlaufszeit | ı 24 ; 15 , 13 | 12 Stunden 
* Kommt im Meer nicht vor. Nur bei kleinem Radius wird.die Trägheitsbahn ein Kreis, 
Die Bahn der Wasserteilchen um ein Staugebiet ist also stets groß im 
Vergleich zur Bahn eines Trägheitskreises, Die ablenkende Kraft wird also sehr 
vollständig zum Aufstau bzw. zur Niveauänderung gebraucht. Bewegte sich das 
Wasser in einem Trägheitskreis, so würde keine Neigung des Niveaus und kein 
Aufstau eintreten. 
3. Die Reibung der Luft fällt nur in zwei extremen Fällen fort, nämlich bei 
Windstille relativ zur Meeresoberfläche, und dann, wenn zufällig Windrichtung 
und Richtung der Meereswogen genau zusammenfällt und die Windstärke der 
Geschwindigkeit der Wogen genau entspricht. Beide Fälle treten nur selten ein. 
Aus den Sturmfluten wissen wir, daß die oberste Wasserschicht bei starkem, 
insbesondere bei auffrischendem Wind, der Schaumköpfe verursacht, von der 
Luft bis zu gewissem Grade mitgeschleppt wird!). ' Maxima des Mitschleppens 
oder der Oberflächenreibung finden wir, wenn die Windrichtung bei starkem 
Wind örtlich oder zeitlich stark schwankt, wie z. B. im Taifun; die kreuz und 
quer durcheinanderlaufenden Seen bilden dann spitze Wellentürme, die den 
Gischt in die Luft schleudern, von der er fortgefegt wird. Uber das Maß der 
Niveauschwankungen des Meeres, die durch die Luftreibung hervorgerufen werden, 
wissen wir bisher nur, daß sie sehr raschem Wechsel unterworfen sind, also 
Beobachtungen notwendig machen, die wenigstens innerhalb von Stunden simultan 
sind, und von der Größenordnung sind = -+-1'!m, Je flacher die See ist, um so 
größer wird die Niveauänderung, 
Ich habe aus den jetzt über 80 Jahre alten Beobachtungen, die Sir James 
Roß*) in den „braven Westwinden“ zwischen Kerguelen und Australien anstellte, 
einen Auszug für die Beziehung zwischen Wind und Drift des Oberflächenwassers 
der offenen See gemacht. Obgleich sicherlich neuere Beobachtungen vorhanden 
sein werden, die diesen älteren an Genauigkeit überlegen sind, schien es doch 
nützlich, wegen der eventuellen Unsicherheit des Schiffsortes gerade auf Be- 
obachtungen eines Seemanns zurückzugreifen, der. in der ganzen Welt wegen 
seiner Geschicklichkeit bekannt geworden ist. 
Die im folgenden mitgeteilte Beobachtungsreihe gibt einen allgemeinen Begriff, 
D rift 
Richtung nach!Sm/Etma! 
Wasser- 
temp. * 
Wind 
Drift 
Richtung nach! Sm/Etma! 
Wasser- 
temp.” 
Wind 
so | 
080 | 
NNO 
NO 
NO 
S80 
0 
10 
11 
8 
29 43 
29 4° 
16 43 
35 42 
35 
37 
40 
W sehr steif. 
W mäßiger, 
SW Schnee- 
schauer, 
he Sturm. 
ONO 
0SO 
So 
NO 
050 
NO 
0 
10 
32 
8 
O2 
15 
38 
25 
az 
fein Wetter. 
Y 
abwechselnd 
/ Sturm und gut 
Wetter. 
berghohe See, 
|NW stürmisch, 
| auf W drehend. 
| I 
*) Fahrenheitgrade, 
1) 8. auch Thorade, Die Geschwindigkeit von Driftströmungen und die Ekmansche Theorie, 
Diese Zeitschrift, 1914. 
2) Voyage of discovery and research in the Southern and Antaretie regions. 
1 
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