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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Wegener, K.: Die Beschleunigungen in der Hydrosphäre 
959 
In ähnlicher Weise wirken alle Unebenheiten des Meeresbodens auf die 
von ihnen betroffenen und nach oben oder seitwärts abgelenkten Meeresströmungen. 
Soweit Querschnitt und Geschwindigkeit der Strömung und die Topographie des 
Meeresbodens bekannt sind, könnte man zwar die so entstehenden Druckfelder 
angenähert berechnen, indessen wird es vorteilhafter sein, sie nach Analogie der 
Aerodynamik experimentell zu studieren und vom Modellversuch auf die Wirk- 
lichkeit überzugehen. 
Wichtiger noch und augenfälliger sind die scheinbaren Beschleunigungen, 
die von der sogenannten ablenkenden Kraft der Erddrehung herrühren und sich 
geltend machen, sobald eine Wassermasse in Bewegung ist. 
Die von Corioli und Ferrel abgeleitete ablenkende Kraft K der Erd- 
rotation ist: 
K=2vw sin g [em/sec?], 
wo v die Geschwindigkeit der Masse in cm/sec, w die Winkelgeschwindigkeit der 
Erde oder der in der mittleren Zeitsekunde zurückgelegte Winkel, also 
2x 
W= 6160 * 0.00007 292, 
und @ die geographische Breite ist. Für verschiedene Geschwindigkeiten und 
Breiten finden wir.folgende Werte von K in cm/sec*, 
Ablenkende Kraft der Erddrehung in em/see?. 
y UP = 
in cm/sec 
2000 
1000 
100 
10 
0 
9 
u 
0 
0 
oo | 
10 
0.05 
0.025 
0.0025 
0.00025 
0.000025 
30 
0.15 
0.075 
0.0075 
0.00075 | 
3.000075 
50 
0.22 
0.110 
0.0110 
0.00110 
0.000110 
70 
0.27 
0.135 
0.0135 
0.00135 
0.000135 
90 
0.29 
0.145 
0.0145 
0.00145 
0.000145 
Für eine Flüssigkeitsoberfläche, die sich in horizontaler Bewegung befindet, 
oder ein Schiff, das in ihr treibt, liegt also die Lotrichtung nicht in der Richtung 
des Erdmittelpunktes, sondern auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Süd- 
halbkugel nach links von der Strömungsrichtung abgelenkt. Der Ablenkungs- 
winkel y ist = wo g die Schwerebeschleunigung ist. Dementsprechend ist 
auch die Flüssigkeitsoberfläche geneigt. Stets ist das Niveau bei geradliniger 
Strömung, wenn wir die Strömung hinabblicken, auf der Nordhalbkugel von 
rechts nach links, auf der Südhalbkugel von links nach rechts geneigt um den 
Winkel Z 
g ist = 981 cm/sec2, Wir setzen g genügend genau 
g = 1000 cm/sec2, , 
Aus = würden wir dann das Gefälle in cm pro cm Strombreite erhalten 
oder aus dem tabulierten Wert das Gefälle in em/10 m Strombreite. Multi- 
plizieren wir also die Tafelwerte mit 100, um auf handliche Werte zu kommen, 
so stellen die so gewonnenen Werte das Gefälle/km Strombreite oder den Höhen- 
unterschied pro km Strombreite dar, 
Gefälle in em/km Strombreite infolge Ablenkung durch Erdrotation,. 
| yY > P— 
n em/sec > 
2009 
1000 
100 
‘(C 
| 
10 
3 
2,5 
0.25 i 
0.025 
3.0025 
30 
50 
15 22 
7.5 ; 11.0 
0.75 1.10 
0.075 | 0.110 
7.0075 0.0110 
70 
27 
13.5 
1.35 
0.135 
0.0135 | 
X 
Seemeilen 
Etmal 
etwa 1000 
500 
50 
5 
05 
Ann. d, Hydr. usw. 1923, Heft XI.
	        
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