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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

G eorgii, W.: Beziehungen zwischen d. Monsunregen Nordindiens u. d. Winterwitterung v. Europa. 
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ist eine andere Beziehung wertvoll, die P. H. Gallg zwischen der Stärke des 
Nordostpassates auf dem Atlantischen Ozean im Sommer und der Temperatur 
von Europa im nachfolgenden Winter gefunden hat!). Die Korrelationsfaktoren 
betragen nach Gall& zwischen der Wintertemperatur von Deutschland und der 
Passatstärke (Juni-Nov.) + 0.8127, für Europa allgemein + 0.6673. Der Zu- 
sammenhang ist also recht groß; allerdings ist die zugrunde gelegte Periode 
von 1899—1914 etwas kurz. Nach dieser Korrelation ist anzunehmen, daß auch 
eine Beziehung zwischen dem Nordostpassat und dem indischen Monsun besteht. 
Tatsächlich ergibt auch die Rechnung einen Korrelationsfaktor von r = — 0.42 
mit einem wahrscheinlichen Fehler f= +0.13. Es entspricht also einem 
schwachen Sommerpassat über dem Nordatlantischen Ozean ein 
starker Monsun über Indien und umgekehrt. Berücksichtigt man nus, 
daß die Luftversetzung zwischen beiden Erdhalbkugeln im allgemeinen einen 
Lufttransport von der Sommerhalbkugel nach der Winterhalbkugel aufweist?), 
so kann man nach den gefundenen Beziehungen folgern, daß dieser Lufttransport 
in Sommern mit übermäßig starkem Monsun und schwachem Passat herabgesetzt 
wird, die nördliche Halbkugel also eine positive Luftdruckabweichung bekommt, 
die in der nachfolgenden Jahreszeit die Möglichkeit zu stärkerer Ausbildung 
von Hochdruckgebieten gibt. Auf diese Weise ist die auffallende Erscheinung, 
daß einem starken Monsun und schwachen Passat ein kalter europäischer Winter 
und umgekehrt einem schwachen Monsun und starken Passat ein warmer Winter 
in Europa folgt, durchaus verständlich. 
Erwin Knipping +. 
Knipping wurde am 27. April 1844 in Cleve geboren, besuchte dort das 
Gymnasium und verließ dasselbe im August 1862 mit dem Zeugnis der Reife. 
Er ging dann zur See, machte einige Segelschiffsreisen nach Westafrika, dem 
Mittelmeer; Brasilien und dem Schwarzen Meer und besuchte Ende 1864 die 
Steuermannsschule in Amsterdam, wo er das Zeugnis zum HL Steuermann für die 
holländische Handelsflotte erwarb. Im Februar 1865 trat er als Einjährig-Frei- 
williger in die Kgl. Preußische Marine ein, machte dort mit der „Gefion“ Übungs- 
Fahrten in der Ostsee und auf dem Kadettenschulschiff „Niobe“ eine längere Reise 
nach den Kap Verdischen Inseln. Seine Entlassung er£olgte des Böhmischen 
Feldzuges wegen erst Ende 1866, nachdem er vorher sein Examen als Unter- 
leutnant der Seewehr abgelegt hatte. 
Anfangs 1867 trat er mit dem Dampfer „Courier“ als II Steuermann eine 
längere Reise nach China, Japan und Ostsibirien an. Schon nach einem Jahre 
wurde er auf demselben Dampfer zum I. Steuermann befördert und er blieb in 
dieser Stellung bis 1871. Aus diesen Jahren stammen seine ersten schon mit 
großer Liebe und Sorgfalt ausgeführten meteorologischen Beobachtungen, die er 
der Norddeutschen Seewarte in Hamburg einsandte., 
Im Mai 1871 trat er in den Dienst der japanischen Regierung über. Zu- 
nächst wurde er Lehrer in Jeddo an der Hauptschule für fremde Wissenschaften, 
die sich in den darauf folgenden Jahren zur Universität entwickelte. In dieser 
Stellung setzte er freiwillig mit Hilfe guter Instrumente seine meteorologischen 
Beobachtungen fort nach den Anweisungen des preußischen meteorol. Bureaus in 
Berlin, dem auch die Originale fortlaufend zugingen. Außerdem beschäftigte er 
aich, ebenfalls privatim, mit geographischen Studien und Aufnabmen. In deren 
Verfolg stellte er 1874—76 in seiner Freizeit eine Karte von Japan her, die 
später als Stanfords Library Map of Japan die erste größere Karte des Reiches 
war und zunächst auch blieb. 
Im Sommer 1876 gab Knipping seine Schultätigkeit auf und trat in das 
1) Akad. van Weetenschapen te Amsterdam. Proc. of the sektion of sciences. Bd. 18, 1916 
and Annal. d. Hydr. usw. 1916, 8. 565. 
*) Vgl. Hann: Lehrbuch d. Meteorologie 1915. S. 179
	        
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