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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Wegener, K.: Die Beschleunigungen in der Hydrosphäre. 
diese Ungleichwertigkeit des Materials läßt es zweckmäßig erscheinen, den Tiefen- 
druck zu eliminieren !). 
Der Auftrieb einer Volumeneinheit [m*] im Gewichtsmaß ist gleich der 
Differenz D der Raumgewichte der Volumeneinheit gegenüber derjenigen der 
betrachteten Flüssigkeit. D ist hierbei ausgedrückt in kg/m®. Im Beschleuni- 
gungsmaß erhalten wir den entsprechenden Wert aus der ohne weiteres ver- 
ständlichen Proportion 7 > = 28 wo — Ag die gesuchte nach oben ge- 
richtete Beschleunigung in Bruchteilen von g, oder in Bruchteilen der beschleuni- 
genden Kraft der Erdanziehung ist. Hieraus folgt 
— 4Ag = g-D [cm/sec?} 
als beschleunigende Kraft. 
D ist hierbei aus Temperatur und Salzgehalt unmittelbar und exakt 
gemessen, und unabhängig von dem in seiner Wirkung nur ungenau bekannten 
Tiefendruck. 
Karten von Flächen gleicher Dichte im Meeresniveau, und ebenso in 
Profilschnitten sind wiederholt für einzelne Meere entworfen worden. Die hier 
als Beispiel entworfene benutzt die Profilschnitte von Salzgehalt und Temperatur, 
die Herr Merz und Wüst auf Grund der Beobachtungen und Arbeiten insbe- 
sondere von Schott, Brennecke und Sandström gezeichnet haben. 
Die Auswahl der Beobachtungen, die man für eine solche Darstellung 
eines gleichzeitigen Zustandes braucht, ist mißlich, weil die Beobachtungen nicht 
gleichzeitig sind und mehr oder weniger willkürlich ausgelesen werden müssen. 
Um mich von Voreingenommenheit frei zu halten, habe ich die beiden genannten 
Unterlagen ohne eigene Kritik benutzt, 
An dem Schnitt ist zunächst festzustellen, daß er den Atlantic nicht 
symmetrisch schneidet, Der Nordatlantic liegt wesentlich westlich, der Süd- 
atlantie östlich von ihm. Wie A. Wegener gezeigt hat?), ist die amerikanische 
Ostküste der afrikanischen Westküste parallel, zwischen ihnen verläuft mit der 
gleichen Krümmung die unterseeische atlantische Schwelle. Symmetrische Schnittg 
müßten parallel, östlich und westlich dieser Schwelle verlaufen, oder man müßte 
das gegebene 30° Längenmeridian-Profil durch einen westlich der Schwelle 
velegenen Meridionalschnitt durch den Nordatlantie, und einen östlich gelegenen 
Meridionalschnitt im Südatlantie ergänzen. 
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(Potentielles) Raumgewicht [Ton/m*] des Meerwassers im Meridianschnitt 30° West von Greenwich; 
die Differenz der. Raumgewichte, multipliziert mit g [= Schwerebeschleunigung], ergibt die Auftriebs- 
beschleunigung in cm/sec?, 
ned). 
1) Herr Schulz hat (diese Zeitschrift 1912, Die Beurteilung des vertikalen Gleichgewichts im 
Meere) auf die äußerste Konsequenz hingewiesen, die bei einer vorbehaltlosen Annahme der Hessel- 
berg- und Sverdrupschen Tabellen für die Beziehung zwischen Dichte des Seewassers, Temperatur- 
und Salzgehalt, und Tiefendruck entstehen.  Indessen beruhen die Tabellenangaben auf Extrapola- 
tionen und haben mehr die Bedeutung, uns auf die Schwierigkeit des Problems hinzuweisen, als 
dieses zu klären. 
2) Die Entstehung der Kontinente, Verlag Friedrich Vieweg. 1920,
	        
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