Kleinere Mitteilungen.
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Kleinere Mitteilungen.
1. Zur Einführung des neuen deutschen Wetterschlüssels und der
Änderung des täglichen Wetterberichtes der Deutschen Seewarte. In den
Sitzungen der internationalen Kommission für Wettertelegraphie zu London,
November 1920 und September 1921, wurde die Einführung eines’ neuen inter-
nationalen Schlüssels zur Übermittlung von Wetternachrichten beschlossen.
Deutschland war auf diesen Sitzungen nicht vertreten und daher nicht an die
dort gefaßten Beschlüsse gebunden. Die Vorteile des neuen, von der Mehrzahl
der europäischen Nationen bereits eingeführten Schlüssels gegenüber dem alten
Wetterschlüssel konnten aber auch von deutscher Seite nicht unbenutzt bleiben,
Deshalb holte die Deutsche Seewarte in einem Rundschreiben die Ansichten der
deutschen, im praktischen Wetterdienst tätigen Meteorologen über eine deutsche
Schlüsselreform ein, die als Hauptziel die Vereinheitlichung der Schlüssel-
methoden in Anlehnung an den neuen internationalen Schlüssel forderten. Den
verschiedenen Ansichten über Inhalt und Form der Telegramme kam die
schwedische Art der Anwendung des neuen Schlüssels am nächsten. Diese
wurde deshalb ohne Anderung für die deutschen Stationen am 6. August d, J.
eingeführt. Folgende Neuerungen gegenüber dem alten Schlüssel mögen kurz
erwähnt werden: Ganz neu sind aufgenommen: Wolkenformen (hohe und niedrige),
Grad der Bewölkung in Zehntel des Himmels und Basishöhe der niedrigsten
Wolken in einer besonderen 5 ziffrigen Gruppe; ferner die Sicht und schließlich
die Zeit des Beginns des Niederschlages. Das „Wetter zur Zeit der Beobachtung“
ist durch 99 Schlüsselzahlen ausgezeichnet und eingehend bestimmt. Die 3 Arten
der Verschlüsselung des Witterungsverlaufes sind zu einem einzigen Schlüssel
sehr glücklich zusammengezogen. Der Niederschlag, der bisher nur am Morgen
gemeldet wurde, wird jetzt abends für den Tag und morgens für die Nacht
getrennt gegeben. Die Zusammendrängung der Tendenz des Luftdruckes in
eine Ziffer, Halbmillimeter gegen Zehntelmillimeter im alten Schlüssel, ist nicht
als Verbesserung zu bezeichnen. Es muß aber gesagt werden, daß durch die
Neuerungen dem Meteorologen im allgemeinen ein reichhaltigeres und verbessertes
Nachrichtenmaterial zur Beurteilung der Wetterlage an die Hand gegeben
worden ist.
„Die Einführung des neuen Wetterschlüssels hätte an und für sich schon
eine Anderung des täglichen Wetterberichtes der Deutschen Seewarte bedingt.
Die außerordentlich hohen Herstellungskosten dieser Veröffentlichung zwangen
aber die Deutsche Seewarte auch zu einer Einschränkung ihres Umfanges, Die
in den Annalen 1922 S, 21 besprochene Erweiterung durch ein Einlageblatt
mußte notgedrungenermaßen wieder fallen gelassen und der Bericht wieder auf
4 Seiten beschränkt werden. Nach eingehender Prüfung der Frage, welches
Material zur Darstellung gebracht werden sollte. ist folgende Form der Ab-
fassung gewählt worden:
Innenseite: Die Luftdruckkarten von 2h Nm., 7 Nm. und 8% Vm.
sind unverändert geblieben, Die Luftdruckkarte von 2h Vm. ist nach Westen
zu bis nach Amerika ausgedehnt worden und gibt einen Überblick über die
Luftdruckverteilung des östlichen Nordamerika, vom Atlantischen Ozean und
Europa. Insgesamt sind diese Karten chronologisch geordnet worden, Isothermen-
und Luftdrucksänderungskarte von 8h Vm., sind beibehalten. Die Zustandskurven
mußten wegen der Erweiterung der 2b Vm. Karte bis nach Amerika fortfallen.
Außenseite: Durch den Fortfall der Einlage mußte zunächst für die
deutschen Beobachtungen von 2h und 7h Nm. Platz geschaffen werden. So ist
jetzt eine ganze Seite zur Darstellung des gesamten deutschen Nachrichten-
materials zur Verfügung gestellt, wobei gleich auf die durch den neuen Schlüssel
vermehrte Zahl der gemeldeten Wetterelemente Rücksicht genommen ist. Somit
verblieb nur noch eine Seite für das gesamte ausländische Nachrichtenmaterial,
für die Höhenbeobachtungen, die Aufzeichnungen der Registrierinstrumente und
für die Schiffsmeldungen vom Atlantischen Ozean, Von den Aufzeichnungen
der Registrierinstrumente zu Hamburg konnten die Stundenwerte beibehalten,