Lammert, L., und Schreiber, K.: Über Wolkenbeobachtungen.
Das gemeinsam sichtbare Wolkenstück S”A’S’B’S” habe den Flächen-
inhalt G. Wir können zunächst die Hälfte dieses Wolkenstückes berechnen, indem
wir Fw in zwei Teile zerlegen, nämlich in S”S*S’B'S” = 2G und in das gleich-
schenklige sphärische Dreieck: S”’S*S’B”S”= 4. ;
7 . . Pan Pan Da
Dieses letztere mit den Seiten: a = S’B”, b=8'’B”, c=58'585*58” und den
Winkeln a, 8, y können wir berechnen nach der Formel:
an A = zo BAD
Dabei ist e der sphärische Exzeß, also:
e = a+ß8 +7 — 180°.
Der Winkel an der Spitze ist y = w.
Zur Berechnung des Basiswinkels «= ß fällen wir in Fig. 2 (Tafel 11)
die Höhe B”S*, Wir haben dann in dem sphärischen, rechtwinkligen Dreieck
S*S”B” die Relation: w
COBa == otg Z--otg a == tg 5 eig a
ga = cosatg ,
C8R = FT und schließlich :
R
(12) ga = ZT tg
Damit ist A vollständig bestimmt.
Für den Inhalt der Wolkendecke ergibt sich
(13) i G = 2[F,— A]
(14) G= BD pe RA).
Da nun der Himmel des einen Ortes ganz bedeckt sein soll, so interessiert
es uns, in welchem Verhältnis der vom anderen Orte mitgesehene Wolkenteil zur
gesamten Wolkendecke steht. Wir brauchen also nur zu bilden:
(15) V = SB
Im übrigen verweisen wir auf Tabelle A.
Tabelle A gibt eine Zusammenstellung der für die Diskussion wichtigen
Werte w, vw und V = Be Da ıw der Öffnungswinkel des in B wahrgenommenen
Wolkenausschnittes in der Horizontalebene, w@ der Höhenwinkel des höchsten
Punktes desselben und V das Verhältnis des Flächeninhaltes des Wolkenausschnittes
zur Gesamtfläche der Wolkenkalotte ist, so genügen diese genannten drei Größen,
um eine Vorstellung davon zu geben, welche Bewölkung der Beobachter in B
wahrnehmen muß, falls über dem Beobachter A der Himmel vollständig bedeckt ist.
Die Größe des gemeinsam gesehenen Wolkenteiles hängt natürlich von der
Wolkenhöhe ab, er ist um so größer, je höher die Wolken sind. Sind z. B. die
beiden Stationen um 225.8 km (g = 2° 1’ 50”) voneinander entfernt, So sieht der
Beobachter in B nicht den geringsten Bruchteil einer tiefen Cumulus-Bewölkung,
die über A liegt, denn die Wolkenkappen von 1000 m Höhe überdecken sich
nicht mehr bei dieser Entfernung, sondern berühren sich gerade. Bei Zirrus-
Bewölkung dagegen wird %/,„ der Wolkenkalotte von beiden Beobachtern gemeinsam
gesehen. Mögliche Wolkenangaben von diesen Stationen wären also:
A B
Bedeckt Bewölkung 0 (für Wolkenhöhe = 1 km).
€ 5/10 (< < = 5 6).
< 6/10 ( « < =9 0)
Wenn eine der beiden Stationen völlig bedeckten Himmel hat, so läßt sich
immer der Mindestwert der Bewölkung für die andere Station angeben, natürlich
nur, wenn man die Höhe der betreffenden Wolken kennt. Wenn der Himmel
über keiner der beiden Stationen vollständig bedeckt ist, so ist es natürlich nur
dann möglich, von der Himmelsbedeckung der einen Station auf diejenige der
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