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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1923 
Beide Zeichnungen überzeugen uns von der großen Genauigkeit der von 
uns erhaltenen harmonischen Konstanten der Flutwellen bei Kronstadt, 
Zur Beurteilung des allgemeinen Charakters der Flutwellenerscheinungen 
bei Kronstadt erhalten wir den Index = 1.4, die größte Tagesflut findet 
2 
12.4 Tage vor dem Moment der größten Deklination des Mondes statt, die größte 
halbtägige Flut aber 1.0 Tage nach dem Moment der Tag- und Nachtgleiche; 
dieses ist der Moment der minimalen Tagesflut. ; 
Das Charakteristische an den Fluten — sowohl in der Mündung der Neva, 
wie auch bei Kronstadt — sind: im allgemeinen folgende Erscheinungen: 1. die 
täglichen Wellen sind von vorwiegender Bedeutung bei der Bildung der Fluten; 
2. die größte Tagesflut findet 11.5—12.5 Tage vor dem Moment der größten De- 
klination des Mondes statt; 3. 1—2 Tage nach dem Moment der Tag- und Nacht- 
gleiche haben die Fluten‘ einen halbtägigen Charakter; 4. in dem Zeitraum 
zwischen diesen beiden Momenten weisen die Fluten einen gemischten Charakter 
auf, wobei die Flut nur ungefähr zum Moment der Tag- und Nachtgleiche halb- 
tägig wird und nachher allmählich wieder mehr zum Typus der Tagesfluten 
übergeht; 5. die Amplitude der Flut ist in der Mündung der Neva etwas größer 
als diejenige bei Kronstadt, Die größte mögliche Amplitude der Flut in der 
Mündung der Neva beträgt 2 (Ki + O0 + P + M, + SS; + Ko) = 22.6 cm, während 
sie bei Kronstadt nur 17.0 cm erreicht. . 
Petrograd, Physikalisches Zentral-Observatorium, den 20, Mai 1923. 
Über die Lamontsche Korrektur. 
Von Leo Wenzel Pollak, Prag. 
Wenn eine Anzahl von Werten V; empirisch gegeben sind, und es handelt 
sich darum, nach der Besselschen Formel die Amplitude und den Phasenwinkel 
der um AV; geänderten Werte V;+ AV; zu ermitteln, so kann man den Phasen- 
winkel und die Amplitude entweder aus den geänderten Werten berechnen oder 
aus den AV; Verbesserungsgrößen der px und qx der ungeänderten ‘V; ableiten. 
Diese Verbesserungen Apx und 4qx sind offenbar 
i=n i i=n i 
AS E24 cos a As 3 AVi sin ea 
und sie werden aus den Änderungen AV; nach gleichen Verfahren abgeleitet, wie 
die px und qx aus den ungeänderten Werten Vi. Die Änderungen des Phasen- 
winkels Ay, und der Amplitude ax kann man dann entweder nach den Formeln 
ie AAr=— cos Ar + [cos Ar - 4pr — sin Ar + 4gqx] 
ax cos Ar + 4gkr + sin Ax - [cos Ar - 4pr — sin Ax - 44qxk] 
_ __Pk-t 4pr 
ak + 4Aar = sin (Ar + 4Ax) 
oder einfacher aus tg (Ax-+ AA) = BEFAPE berechnen. 
Die Anwendung dieser Formeln zur Berechnung des Phasenwinkels und 
der Amplitude ist im allgemeinen nicht bequemer als die Neuberechnung der 
harmonischen Konstituenten aus den geänderten Werten, da man der Kenntnis 
der Apx und Aqx bedarf, deren Berechnung dieselbe Arbeit erfordert wie die 
Bestimmung der px und qx aus den Originalzahlen V;. Sie ist aber als Kontrolle 
der Rechnung unter Umständen empfehlenswert. 
In einem in der Meteorologie übrigens häufig vorkommenden Spezial- 
fall kann man sich dieser Formeln mit Vorteil und ohne große Rechenarbeit 
bedienen, wenn nämlich die Bestimmung der 4Apx und 4Agqx nicht die noch- 
malige Anwendung des Besselschen Rechenschemas erfordert, sondern die 
Apx und 4Aqx sofort angegeben werden können, und das tritt bei Anwendung 
des Lamontschen Verfahrens!) zur Elimination des jährlichen aus dem täg- 
) Hann, Lehrbuch der Meteorologie, III. Aufl., S, 772.
	        
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