Jakobi, N.: Über die Fluten in der Mündung der Neva und bei Kronstadt. 9281
Zeit : <
119 | 20 | 21 | 22 | 23 | o|1ı|2 |sl41516|7[8[|9 | 20 | 11 | 2
Anemo-
graph je 1 6h4-8 147 19-522-6l20-7/19-8'19-9l20-10l19-10'19-12119-13l20-12/20-13]19-11117-10118-12
Limni-
graph | -27 | -27 27 1-27 |-27 | -29 |-31 | -34 | -37 | -39 38 88 | 38 | „37 / 37 _35 | -33 | 31
hinem | 6.9} 5.9 | 4.3 | 2.4 | 0.3 | -1.4| -2.9| 4.0! -4.6| 4.9 | 4.9 | 4.7 | -4.4| -4.01 -3.6| -3.0] -2,2 | 1.1
Aus diesen beiden Beispielen ist zu ersehen, daß, ungeachtet vieler
ungünstiger Umstände, das erforderliche Verhältnis zwischen den beiden Kurven
tatsächlich beobachtet wird, was unter anderem ebenfalls auf die nahe Über-
einstimmung mit den von uns gefundenen wahren Werten der harmonischen
Konstanten für die Mündung der Neva hinweist,
Gehen wir jetzt zur Beurteilung des allgemeinen Charakters der Flut-
erscheinungen in der Mündung der Neva über. |
Der Index = 1.5 zeigt, daß die Wellen K, und O, bei der Bildung
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der Fluten von größter Bedeutung sind.
Da die Differenz der Winkelgeschwindigkeit dieser Fluten 15° 041 — 13°
943 = 1° 098 in der Stunde oder 26° 353 im Laufe eines Tages ausmacht, so
wird sich die größte Tagesflut, welche sich durch das Zusammentreffen der
Phasen beider Wellen K, und O, bildet, nach oa = 18,66 Tagen wiederholen.
In Übereinstimmung mit der Theorie kreuzen die fiktiven Gestirne K, und O,,
welche diese Flut verursachen, den Meridian im Moment der größten Deklination
des Mondes und in diesem Moment wird die Differenz der Phasen der Flutwellen
K; und O, gerade der Differenz ihrer Positionswinkel entsprechen. Folglich muß
Oo 960
die größte tägliche Flut in der Mündung der Neva, Da = 11.5 Tage vor
dem Augenblick, wenn der Mond seine größte Deklination erreicht hat, statt-
finden, die kleinste dagegen 11.5 Tage vor dem Durchgang des Mondes durch
den Äquator. Infolge aber der Einwirkung anderer Wellen wird der Moment
der größten Flut nicht pünktlich mit dem besagten Moment übereinstimmen, und
außerdem wird der allgemeine Gang der Flut etwas unsymmetrisch ausfallen.
Um das oben Gesagte zu illustrieren, wollen wir The Nautical Almanac für das
Jahr 1913 benutzen. Zur Zeit des Vollmondes (Full Moon) am-18. Juni um
5h 53m 7 nach der ‚mittleren Zeit von Greenwich war die Deklination des Mondes
S 28° 25’, die Deklination der Sonne aber — N 23° 25‘, Der Gang der Flut vom
6. Juni 10h bis zum 7. Juni 13h erwies sich nach der Berechnung wie folgt:
_ Zeit (in Stunden) | 204 u | 12 | 33 | 14 | 25 | 16 | 27 | 18] 19 | 20 | 21 | 22 | 28
hinem 2 Ti 87 8,6 7.6 —6.3|—4.6]—8.2| 2.0] —1.6)—1.8 1.0] —0.5)40.7| 24
Zeit (in Stunden) | ol 1 | 2] 3[|14| 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 101 11 | 12 | 18
hinem .....]45]66|85| 9.6 | 9.7 | 8.6 | 6.4 | 3.7 |—0.11—3.4) 5.9 —7.8|—8.4]—8.1
Die Kurve dieser Flut ist in Nr. 3 (Tafel 10) dargestellt, Noch ist zu
erwähnen, daß die Amplitude der täglichen Flut K, + O, nicht konstant bleibt,
sondern sich verändert, die größten Werte in denjenigen Jahren erreichend, wenn
die Deklination des Mondes sein Maximum aufweist (der 19jährige Mondzyklus).
Mit Hilfe der Tabelle Frochots finden wir für das Jahr 1913 bei maxi-
maler Deklination des Mondes folgende Schwankung des Wasserspiegels im Mittel
für die größten, von den Wellen K, und O, gebildeten Fluten: )
2 (Kı +0) =2 (3.05 1.11 +2.9> 1.18 = 18.5 cm,
für das Jahr 1922 jedoch, bei minimaler Deklination des Mondes, erhalten wir:
2 (Kı +0) =2 (3.0 0.88 + 2.9 > 0.80) = 10.0 cm.
Die Abhängigkeit der Höhen der Flut in der Mündung der Neva von den
Gestirnen wurde schon von J. Amelung bemerkt, der diesem Umstande in seinem
Artikel viel Aufmerksamkeit widmete. Es ist noch zu beachten, daß infolge der
)*