accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Jakobi, N.: Über die Fluten in der Mündung der Neva und bei Kronstadt. 2929 
„Über Flut und Ebbe in Petersburg“ (H. Wilds Repertorium für Meteorologie, 
Bd. 8, 1883) seine Untersuchungen, diese Frage betreffend, publizierte, aus 
welcher er, auf Grund der Bearbeitung der Registrierungen des Limnigraphen 
des Physikalischen Zentral-Observatoriums für die Jahre 1878 und 1879 — in 
Übereinstimmung mit der Theorie Newtons über Fluterscheinungen —, aus den 
Amplituden und dem Gang der Fluten in der Mündung der Neva bei den größten 
und kleinsten Deklinationen der Sonne und des Mondes seine Schlüsse zog. Die 
Theorie Newtons zieht jedoch den Einfluß der Reibung des Bodens und der 
Ufer auf den Charakter und die Ausdehnung der Fluten, welche in kleinen 
Bassins ganz besonders fühlbar sind, nicht in Betracht, aus welchem Grunde im 
gegebenen Falle diese Theorie als unanwendbar erscheint. Jedenfalls ist die 
Arbeit J. Amelungs, welche mit großer Sorgfältigkeit ausgeführt ist, von großem 
Interesse, und einige seiner Schlüsse, wie aus dem Folgenden zu ersehen sein 
wird, erwiesen sich als vollkommen richtig. Vor kurzem hat nun R. Witting 
in seinem Artikel „Titvatten i Ostersiön och Finscka Viken“ (Fennia 29, Nr. 2) 
die von ihm nach der Methode der harmonischen Analyse aus der Bearbeitung 
der Jahre 1899 und 1903 erhaltenen. Werte für H (halbe Amplitude) und K 
(Kappazahl) der einzelnen Flutwellen bei Kronstadt angegeben, wo der Charakter 
der Fluterscheinungen sich von denjenigen in der Mündung der Neva nicht 
wesentlich unterscheidet. Es ist leicht zu bemerken, daß die von R. Witting 
erhaltenen Werte H und K in diesen zwei Jahren für jede einzelne Welle sich 
auffallend voneinander unterscheiden. Folglich kommen wir zu dem Schluß, daß 
bei Vorhandensein von Fluterscheinungen schwacher Intensität und bei be- 
deutenden Schwankungen des Wasserspiegels unter dem Einfluß anderer Faktoren, 
hauptsächlich meteorologischen Charakters, wie das bei Kronstadt und in der 
Mündung ‘der Neva der Fall ist, sogar die jährliche Bearbeitung keine voll- 
ständig befriedigenden Resultate geben kann und daß zu diesem Zwecke eine 
solche Analyse für eine ganze Reihe von Jahren ausgeführt werden muß. Diese 
Arbeit stellt jedoch eine mühsame Rechenaufgabe vor. 
Im Jahre 1921 kam mir der Gedanke, daß man durch eine andere Art 
der Bearbeitung des Materials dieser Schwierigkeit leicht aus dem Wege gehen 
kann. Von besonderem Interesse erscheint in der Tat die Bestimmung der 
Elemente der Hauptflutwellen, welche bei gut ausgeprägten Meeresfluten genügend 
genau aus der Analyse solcher Perioden erhalten werden, welche die stündlichen 
Daten des Niveaustandes nur für 15 volle Tage enthalten. Gleich gute Resultate 
können auch für Stellen mit schwachen Fluten erhalten werden, falls man für 
die Analyse solche Perioden wählt, zu denen unregelmäßige Schwankungen, 
hervorgerufen durch andere Faktoren, unbedeutend waren. Von solchen Er- 
wägungen ausgehend, sah ich die Registrierungen des Limnigraphen des Physi- 
kalischen Zentral-Observatoriums für die Jahre 1906—1920 durch, wobei es mir 
gelang, 9 solche passenden Perioden zu finden, deren Analyse die folgenden 
Werte H und K der einzelnen Flutwellen ergab: 
Nach der Bear- 
beitung der 15- 
:ägigen Perioden 
in den Jahren: 
ainem| K 
S, 
Q, 
K, 
—_—-. 
K 
E | x 
E | x 
WW) 
210 
1915 
1915 
1915 
1915 
1918 
1919 75 
1919 »0 
1920 | a1 
1920 ! 23 
Mittel: | 25 | 69° 
au920 759 
540 390 
"20 86° 
330 | 1220 
470 
730 — 
10 L6 990 
470 13 1210 
750 | 0.7 . 989 
560 19 | 1020 
76° 1,7 111° 
2 1 
72 
3220 
3220 
330° 
3260 | 
7o 
>o 
18° 
399 
1 
3] 
3.4 
3.5 
538 
3.1 
57 | 
2,7 
YA 
308° 
3320 
364° 
3230 
29Q0 
3,9 36° 
3.6 35° 
26 | 420 
IR 16° 
ro 9230 
«30 | 26° 
1 15 | 101° |] 29 | 3299 
Ann. dl. Hydr, usw. 1923, Heft X.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.