Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1923.
Mit diesen Daten ist es nicht schwer, a, b und p aus der nachfolgenden
Gleichung zu bestimmen: © '
YO mm + ©
(15) a = 9 Vo®, b=v 37 Vo, po = — p® zo
wobei o = + 1 ist und durch die Bedingung bestimmt wird, daß b positiv sich
ergibt; folglich ist c= +1, wenn y© < v. und ö = — 1, wenn y® > y. ist.
Aus den Gleichungen (15) folgt unmittelbar, daß bei o< y© < yı, po negativ
sein wird, bei y©% > yı, aber — positiv, d. h. bei einem positiven vertikalen
Temperaturgradienten, der kleiner als der Grenzwert ist, nimmt im Gleich-
gewichtsfall der Atmosphäre der Druck mit der Zeit ab, wenn aber der verti-
kale Temperaturgradient größer als der Grenzwert ist, nimmt der Druck im
angegebenen Fall mit der Zeit zu.
Untersuchen wir den Fall, daß der vertikale Temperaturgradient den
Grenzwert überschreitet. Die Gleichung (14) führt dann (bei der Annahme, daß
b>0o ist) zu folgender Ungleichung:
a + bz < 0.
Die Gleichungen (15) zeigen, daß a negativ sein muß; dann wird aber
die obige Ungleichung nur bis zu einer kritischen Höhe 5 stattfinden.. Von
dieser Höhe an wird der Gradient y kleiner als der Grenzwert, Diese kritische
Höhe wird durch die Gleichung: X = — bestimmt und durch die Anfangsbeob-
achtungen der meteorologischen Elemente wie folgt ausgedrückt:
2 TC)
Damit also in der Atmosphäre das Auftreten eines vertikalen Temperatur-
gradienten möglich wird, der größer als der Grenzwert ist, ist es erforderlich,
daß der vertikale Temperaturgradient an der Erdoberfläche den Grenzwert
überschreitet; in solchem Fall ist der Gradient größer als der Grenzwert bis zu
einer gewissen Höhe £&, die durch die Gleichung (16) bestimmt wird; angefangen
von dieser Höhe wird der vertikale Temperaturgradient kleiner als der Grenzwert,
Wenn y% um 1.0 X 10—2 größer ist als 7, so erreicht die kritische Höhe £
54.600 m, d. h. sie ist außerordentlich groß, oder praktisch genommen, ist der
vertikale Temperaturgradient an der Erdoberfläche größer als der Grenzwert,
so ist er es in der ganzen Atmosphärenschicht.
Es ist natürlich nicht schwer, mit Hilfe der in dieser Arbeit angegebenen
Gleichungen die Möglichkeit des Auftretens einer Inversion in dem untersuchten
Fall festzustellen, wenn das Gleichgewicht in der Atmosphäre auf dem Wege eines
Zuflusses der Wärme durch Wärmeleitung hergestellt wird,
St. Petersburg, 20. Januar 1922.
Abteilung für theoretische Meteorologie am Phys. Zentral-Observatorium,
Beziehungen zwischen den Monsunregen Nordindiens und der Winter-
witterung von Europa.
Von Walter Georegii, Frankfurt a. M.
Dem unbestreitbar großen Fortschritt, den die kurzfristige Wettervorher-
sage während der letzten Jahre gemacht hat, steht ein schon verhältnismäßig
lange anhaltender Stillstand in der Verbesserung unserer Erkenntnis der Witterungs-
folge längerer Zeiträume gegenüber. Zwar drängt die enorme praktische Be-
deutung der Vorausbestimmung des Witterungscharakters ganzer Jahreszeiten
unter den heutigen Verhältnissen mehr als je zur Weiterarbeit auf diesem Ge-
biet, doch besteht in der Wissenschaft eine gewisse Scheu, zum Teil auch Ab-
lehnung gegen dieses Problem, Nach den Erfahrungen, die mit dem bisher
vorhandenen, der Wettervorhersage für längere Zeit dienenden, wissenschaftlichen
Material bei praktischer Anwendung gemacht wurden, erscheint dieses Verhalten