Sterneck, R.: Die Eintagstiden im Mittelmeer,
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Diese beiden Formeln setzen uns in den Stand, für jede einzelne Partial-
tide und die einzelnen Teilgebiete des Mittelmeeres die Amplituden der selb-
ständigen Gezeitenbewegung und des Mitschwingens aus den beob-
achteten Werten H und x’ zu berechnen. Die folgende kleine Tabelle enthält
die Ergebnisse dieser Rechnung. Es sind ihr auch Näherungswerte für Gibraltar
eingefügt, die selbst nicht beobachtet, sondern aus den entsprechenden Werten
für Cädiz und Alicante durch näherungsweise numerische Integration auf Grund
der Kanaltheorie berechnet sind.
f
La
An
An
1.
a
Cädiz . 0.0.0000 +6,19
Gibraltar . . . 2... 51
Alicante . . . .. — 5.68
Ligurisches Meer . . . —5.09
Iyrrhenisches Meer ‘. . — 3,83
[onisches Meer. . ., +1.24
Alexandrien . . . .., +0,79
Zur besseren Übersicht ist der
Verlauf der Amplituden a, und. a, in
der nebenstehenden Figur auch gra-
phisch dargestellt. Die Endpunkte der
Ordinaten, die den Amplituden a, (der
selbständigen Komponente) entsprechen,
sind durch eine ausgezogene, die zu a,
gehörigen (dem Mitschwingen _ent-
sprechenden) durch eine gestrichelte
Linie miteinander verbunden. Die am
linken Rande fortlaufend aufgetragene
Einheit bedeutet 1 cm. Die einzelnen
Stationen und Meeresteile sind am un-
teren Rande der Figur in Abkürzungen
angegeben.
Beim Mitschwingen mit dem At-
lantischen Ozean (gestrichelte Kurve) zeigt uns die Figur bei jeder der drei Eintags-
tiden das Vorhandensein zweier Knotenlinien (Durchgänge der Amplitude durch
Null), deren eine zwischen Cädiz und Gibraltar, d. h. in der Straße’ von Gibraltar, und
deren zweite zwischen dem Tyrrhenischen und dem Ionischen Meer, also in den
Meeresstraßen von Tunis und Messina liegt. Bei O finden wir östlich des Ionischen
Meeres noch einen dritten Durchgang der Amplitude des Mitschwingens durch Null,
der, wenn er nicht auf Ungenauigkeiten der Beobachtungen beruht, in einer uns vor-
läufig nicht näher erklärbaren besonderen Störung begründet sein muß. Die Ampli-
tude des Mitschwingens ist ferner, wie ja auch nicht anders zu erwarten ist, im
westlichen Becken bedeutend größer als im östlichen, Was die selbständige
Gezeitenbewegung (die ausgezogene Kurve) anlangt, so zeigt ihre Amplitude
bei jeder der drei Eintagstiden zunächst einen sehr raschen Anstieg von Cädiz,
wo sie theoretisch gleich Null ist, bis Gibraltar und dann einen weiteren mäßigeren
Anstieg bis Alicante, Hier wird bei K, das Maximum erreicht, während sich bei
P und O die Zunahme noch bis ins Ligurische Meer fortsetzt. Von da ab findet
dann ein ununterbrochener (nur bei O im Ionischen Meer etwas gestörter) Ab-
fall der Amplitude,bis Alexandrien statt. Der Durchgang durch Null, die Knoten-
linie der selbständigen Längsschwingung, liegt bei K, und P im Ionischen
Meere (bei P mit einer kleinen Verschiebung gegen Westen), während wir bei O
eine deutliche Verschiebung des Knotens gegen Osten feststellen können. Letztere
hängt zweifellos mit der größeren Periode der Tide O zusammen, Da nämlich
am westlichen Ende der‘ Gibraltar-Straße, wo die Koinzidenz mit der äußeren
Gezeitenbewegung stattfindet, die Anfangsbedingung a, = 0 erfüllt sein muß, so
muß, der Theorie entsprechend, falls überhaupt eine zweite Knotenlinie im Innern
2,00
_ 9.90
11.27
{- 2.37
11.70
— 0.36
101
9,59
Fe
—118
—92,96
227
'_ 0,84
1.043
0.09
40.40
10.56
10.73 |
0.25
t 1.22 '
152
+6.12
+0,51
—1.80
— 124
—1.05
+0,60
— 0.41
In