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genommen, für die die harmonischen Könstanten durch Kapt. Evans und Sir
W. Thomson bereits im Jahre 1878 veröffentlicht wurden‘).
Bei der Durchsicht dieser Tabelle fällt zunächst die nahezu vollständige
Konstanz der Amplituden und Kappazahlen jeder einzelnen Partialtide in ver-
schiedenen größeren Meeresteilen auf, so im Ligurischen Meer (Stationen
Toulon, Marseille, Porto Maurizio), im Tyrrhenischen Meer (Stationen Civita-
vecchia, Neapel, Cagliari, Palermo) und im Ionischen Meer (Stationen Malta,
Catania, Tarent). Wir wollen sowohl die Amplituden als auch die auf mittel-
europäische Zeit reduzierten Kappazahlen für jede dieser einzelnen Gruppen zu
Mitteln vereinigen und erhalten dann die folgende Zusammenstellung, in die wir
zur besseren Übersicht auch die Stationen Cädiz, Alicante und Alexandrien
wieder aufnehmen:
Cadiz, . .
Alicante. . .
Ligurisches Meer .
Tyrrhenisches Meer
Jonisches Meer .
£
Alexandrien . \1
Mm.
Ss,
ed
K,
Sn
="
92,81 32,22 16.45 3,02 6.12 2,29
820 119 740 1959 49° 620
1.85 0.95 0.37 0.26 3.73 0.60
89° 112° 58° 127° 1799 157°
7.00 2,83 | 1.36 0.84 3.53 141
255° 267° 245° 2780 ‚99° © 190°
0.41 4.10 1,85 1.27 2.96 1.11
2060 387° 2539 274° 212° 196°
5.38 3.74 0,83 1.10 1.49 0.55
97° 1009 114° 1120 57° 44°
Bu 7.19 4.06 1.18 1,31 1.67 0.66
x’ | 276° 289° 280° | 2859 288° 288°
0
6.12
314°
2.23
124°
1.83
118°
1.24
126°
0.89
62°
1.26
9579
An die vorstehende Tabelle sollen zunächst einige Bemerkungen über die
Halbtagstiden angeschlossen werden, Die ihnen zugehörigen reduzierten Kappa-
zahlen unterscheiden sich, wenn man von den Stationen an den Straßen von
Tunis und Messina absieht, überall nur ziemlich unwesentlich von 90° oder 270°,
Dies hat darin seinen Grund, daß das Mitschwingen mit dem Atlantischen Ozean
und die selbständigen halbtägigen Gezeitenschwingungen des Mittelmeeres nahezu
aynchron erfolgen, weil auch in Cädiz die reduzierten Kappazahlen der Halb-
tagstiden nur wenig von 90° abweichen. Zwischen Alicante und dem Ligurischen
Meer, dem Tyrrhenischen und dem Ionischen Meer, endlich zwischen dem Ionischen
Meer und Alexandrien finden wir Übergänge von fast genau 180° in den redu-
zierten Kappazahlen, die den drei Knotenlinien der Längsschwingungen des
ganzen Mittelmeeres entsprechen. Da an den beiden Enden Schwingungsbäuche
sind, so zerfällt das Mittelmeer seiner ganzen Länge nach in sechs Abschnitte,
deren jeder von einem Schwingungsbauch zu einem Knoten (oder umgekehrt)
reicht. Da auch die Amplitudenverhältnisse der einzelnen Halbtagstiden ihren
Normalwerten ziemlich nahekommen, so sieht man, daß sich jede einzelne
halbtägige Partialtide ohne weiteres jener Theorie einfügt, die ich in
einer früheren Arbeit?) für die vereinigten Halbtagstiden ausführlich ent-
wickelt habe.
Die aus der harmonischen Analyse gewonnenen Daten gewähren uns nun
aber zum ersten Male auch einen Einblick in den Verlauf der ganztägigen
Gezeitenkomponenten im Mittelmeer. .
Die reduzierten Kappazahlen zeigen im westlichen Mittelmeerbecken bei
K,, P und O eine ziemlich stetige Zunahme gegen Osten. Dennoch werden wir
auch bei den Eintagstiden keine fortschreitenden Wellen im eigentlichen Sinne
des Wortes anzunehmen haben, sondern aus der eben genannten Beobachtungs-
tatsache nur den Schluß ziehen, daß wir es mit der Interferenz je zweier nun
aber untereinander nicht synchroner stehenden Wellen zu tun haben, die
Nature, Vol. 18 (1878), p. 670-—672.,
2) „Hydrodynamische Theorie der halbtägigen Gezeiten des Mittelmeeres‘‘, Sitzungsber, der
Akad. d. Wiss. in Wien, mathem,-naturw. Kl., Abt, IIa, Bd, 124 (1915), S. 905—979. — Referat von
A, Defant, Ann’ d. Hydr. usw. 1916, S. 462—472.