accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Koch, E.: Über die Beziehung zwischen Gradient, Wind und Strom im Nordatlantischen Ozean, 211 
Golf-Stroms in den Fünfgradfeldern zwischen 35—50° N und 55—60° W, und 
2. das Gebiet des Kanarien-Stroms in den Fünfgradfeldern zwischen 20—35° N 
und 20—25° W (s. Figur S. 202). Auch für die übriggebliebenen Gebiete ist der 
Wind nicht ausschließlich Ursache der dort beobachteten Strömungen. Überall 
werden sich auch noch die anderen obenerwähnten Einflüsse geltend machen, 
deren Wirkungen man wohl qualitativ andeuten, nach den bisherigen Kenntnissen 
von Dichteunterschieden in der Tiefe oder des Reibungskoeffizienten aber nicht 
quantitativ feststellen kann. Da aber die herangezogenen monatlichen Mittel- 
werte sich über ein großes Gebiet von verschieden gerichteten Strömungen und 
über alle Jahreszeiten verteilen, so ist anzunehmen, daß sich die störenden Ein- 
flüsse gegenseitig kompensieren und aufheben oder wenigstens nicht-als ganz 
einseitige Komponenten bei der Ableitung des mittleren Ablenkungswinkels geltend 
machen. — Außerdem wurden auch wie vorher bei den Windbeobachtungen nur 
solche Mittelwerte benutzt, die auf wenigstens 20 Einzelbeobachtungen beruhen, 
In der Tabelle 1 (Teil II und 1II, s. S. 203) ist ganz entsprechend wie bei 
den Windverhältnissen eine Übersicht gegeben, wie sich Häufigkeit und 
Größe der Triftablenkungen zum theoretischen Nullpunkt (d. h. 45° rechts 
vom Winde) verhalten. — Bei den Ablenkungen von der beobachteten Wind- 
richtung zeigt sich ebenso häufig eine Abweichung nach rechts wie nach links 
vom theoretischen Wert, und innerhalb + 45° liegen 77%, aller Fälle. Bei den 
Ablenkungen von der theoretischen Windrichtung überwiegen die Abweichungen 
nach rechts, innerhalb + 45° liegen 66°/,. Beide Male ist aber ein starkes 
Zusammendrängen der Häufigkeitszahlen um den theoretischen Nullpunkt deut- 
lich ersichtlich. 
Berechnet man das arithmetische Mittel aus den zwischen -+ 45° befind- 
lichen Abweichungen (in beiden Fällen stimmt diese Grenzannahme mit dem 
Quadranten, der die größte Zahl von Abweichungen in sich schließt, überein), 
so erhält man für II aus 65 Mittelwerten 52.8°, für III aus 75 Mittelwerten 45.6°. 
Der mittlere Ablenkungswinkel der Trift von der beobachteten Wind- 
richtung kommt also dem von Ekman geforderten ganz nahe, während 
der Ablenkungswinkel von der theoretischen Windrichtung um fast 7° größer 
ist. — Die Ergebnisse nach den beobachteten Windrichtungen mit dem Mittel- 
wert 45.6° sind als die richtigeren anzusehen, da die in der Quadratarbeit nieder- 
gelegten Wind- und Strombeobachtungen von denselben Schiffen und zur gleichen 
Zeit gemacht worden sind, hier also weniger Fehlerquellen mitspielen. Daß die 
mittlere Ablenkung von der theoretischen Windrichtung einen größeren Betrag 
ergibt, ist nach dem Ergebnis des ersten Teiles dieser Arbeit über den mittleren 
Windablenkungswinkel auch zu erwarten. Es ergab sich dort, daß die beob- 
achtete Windrichtung um durchschnittlich 9° von der theoretischen nach rechts 
abweicht. Also müßte auch der Ablenkungswinkel der beobachteten Triftströme 
von der theoretischen Windrichtung um so viel größer sein als von der beob- 
achteten Windrichtung. Das oben gefundene Ergebnis entspricht nicht ganz 
genau dieser Bedingung, weil ja bei der Triftberechnung gewisse Meeresteile aus- 
geschieden wurden (s. S. 210). 
Vergleicht man nun noch die sich für die verschiedenen Breiten ergebenden 
Ablenkungswinkel miteinander (es wurden zu den jetzt noch folgenden Berech- 
nungen immer nur die Ablenkungen von den beobachteten Winden benutzt), 
so erhält man folgende Mittel für die Zonen des Nordatlantischen Ozeans: 
Tahbelle 11. 
Anzahl | Mittlere 
der Mittelwerte ' Triftablenkung 
Anzahl 
der Mittelwerte ! 
Mittlere 
Triftablenkung 
15—20° N) 3 42,30 30—40° N 15 45,0° 
20—25°N 15 | 4250 | 40—50° N | „3 427° 
20—30°N | 27 50.2° 
‘\\ Die Angaben für die Zone 15—20° N nach Galle, 8. 
DDA
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.