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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Koch, E.: Über die Beziehung zwischen Gradient, Wind und Strom im Nordatlantischen Ozean. 207 
Tabelle 6. 
Mittlere Windstärke in m/sec 1 10 ' 20 | 830 | 40 | 56 
Anzahl der Mittelwerte. ... . .. 14 40 61 38 10 
Abweichungen vom theoretischen Wert . — 3.79 + 4.30 +9.7° | +14.2° | +18.29 
Auf 34° N bezogen . . 2.0.0... 63.1° 71.1° 76.59 81.0° 85.0° 
Die Windstärke zeigt nun in den verschiedenen geogr. Zonen einen ver- 
schiedenen Jahresverlauf, So ist sie z. B. im Gebiete der vorherrschenden Westwinde 
am größten im Winter, in dem zum Untersuchungsgebiet gehörenden Teil der 
Passatregion aber im Sommer. Wenn die oben abgeleitete Beziehung zwischen 
Ablenkungswinkel und Windstärke stimmt, müßte danach im nördlichen Teil der 
Ablenkungswinkel im Winter, im südlichen dagegen im Sommer am größten sein, 
Um dies zu prüfen, wurde das Untersuchungsgebiet in drei Zonen eingeteilt, 
nämlich 20—30° N (Passatregion), 30—40° N (Roßbreiten) und 40—50° N (Gebiet 
der vorherrschenden Westwinde) und dafür nach den einzelnen Jahreszeiten die 
Größe der mittleren Abweichung des beobachteten vom theoretischen Ablenkungs- 
winkel und die mittlere Windstärke berechnet‘). 
Tabelle 7 
40—50° N, 
vorherrschende 
Westwinde. 
30—40° N, 
Roßbreiten. 
20—3009° N, 
Passatwinde. 
Winter 
Frühjahr! Sommer 
Herbst 
Jahr 
Theoret, | Beobacht. 
Ablenkungswinkel 
14 1} 21 15 | 32 1 52 
+18.8° | + 7.49 + 10.79 [4+12.4° +12.6°- 
4.1 2,7% 3.1 3.1 3.3 
12 12 15 5 44 ) 
+4+12.2° | -+6.9° | + 10.59 [760 7.90] 67.3° 75.20 
5a 2.6_ 22 | 25 1,5* 23 
Anzahl der Mittelwertej . 16 16 18 17 67 
Mittlere Abweichung [+ 4.29 | +3.2°%*) + 11.9° Ft + 6.2°] 60,4° | 66.6° 
« Windstärke 2.7 2,6* 8.5 2.7 2.8 
Tabelle 7 zeigt wirklich in sehr anschaulicher Weise, daß in allen drei 
Zonen die verlangte Übereinstimmung zwischen Windstärke und Ab- 
lenkungswinkel gut gewahrt ist, so daß sich ein weiteres Eingehen darauf 
erübrigt. 
3. Theoretische und beobachtete Windgeschwindigkeit. Bei den vorher- 
gehenden Untersuchungen über Größe des Ablenkungswinkels und Windgeschwin- 
digkeit wurde stets nur die aus den Defantschen Luftdruckkarten abgeleitete 
theoretische Windstärke herangezogen (vgl. S. 201). Es drängt sich nun die 
Frage auf, wie sich diese theoretische Windstärke zu der aus dem Beobachtungs- 
material errechneten mittleren Windgeschwindigkeit verhält. Es wurden daher 
je nach der theoretischen Windstärke von 0.5—1.4, 1.5—2.4 m/sec usw. die 
dazu gehörenden beobachteten Windgeschwindigkeiten zusammengefaßt und 
das arithmetische Mittel berechnet. Hierbei sind alle berechneten Mittelwerte 
benutzt, die auf wenigstens 20 Einzelbeobachtungen beruhen, unbekümmert um 
die Größe der Abweichung von der theoretischen Richtung. Denn wenn durch 
irgendwelche äußeren Gründe?) ein größerer Unterschied in der theoretischen 
und beobachteten Richtung entstehen kann, so ist doch anzunehmen, daß die 
Druckdifferenzen, die für die Windgeschwindigkeit in Betracht kommen, stets 
dieselben sind, so daß ein Vergleich unabhängig von der Richtung gerecht- 
fertigt ist. 
1) Da durch diese Aufstellung für die einzelnen Rubriken oft nur wenig Untersuchungsfälle 
vorliegen, so muß von vornherein darauf hingewiesen werden, daß die angegebenen Zahlenwerte mehr 
qualitativ, nicht aber quantitativ zu bewerten sind. 
2) Wie z. B. bei den Defantschen Karten die Unsicherheit der Richtungsmessungen im 
Hochdruckkern, wo sich ja auch die meisten und größten Abweichungen finden, oder in der Quadrat- 
arbeit das Vorherrschen. bestimmter Jahre mit anderer Lage der Aktionszentren zueinander. 
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