accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Koch, E.: Über die Beziehung zwischen Gradient, Wind und Strom im Nordatlantischen Ozean, 205 
Meinardus!) am Schluß seiner oben erwähnten Abhandlung hingewiesen hat, 
daß selbst durch eine ungeheuere, stetig wachsende Zahl von Einzel- 
beobachtungen die Genauigkeit der sich daraus ergebenden maritim- 
meteorologischen Ergebnisse durchaus noch nicht gesichert erscheint. 
— Teil II der Tabelle 2 ergibt auffallend, wie die Abweichungen von der Wind- 
stärke abhängig sind. Sie sind sehr groß bei schwachen Winden, deren Stetigkeit 
ja auch für gewöhnlich gering ist. Doch schon bei Windstärke 3 m/sec sind die 
Abweichungen verhältnismäßig gering (ebenso groß wie bei der Rubrik über 
1000 Einzelbeobachtungen), und bei 5 m/sec verschwinden sie ganz. 
Da sich gerade bei den verschiedenen geographischen Zonen ein starker 
Unterschied in der Größe der Abweichungen zeigt, wurde auch hier durch Ver- 
gleich mit der dort vorhandenen mittleren Windst ärke und Durchschnittszahl 
an Einzelbeobachtungen festzustellen versucht, wer von diesen beiden Faktoren 
die Ursache dazu gegeben hat. ; 
Tabelle 3 
GeogT. 
Breite 
45—50° N 
40—45° N | 
35 40° N 
Anzahl der 
bweichung, 
über 4459| 
‚vom theoret. 
Wert 
ı Mittlere ' 
Windstärke 
in m/sec 
nach den 
‚ Defant- ' 
schen Karten 
Durch- 
schnittszahl 
der Einzel- 
beob- 
achtungen 
Geogr. 
Breite 
Anzahl der 
Abweichung. 
über + 45° 
vom theoret. 
Wert- 
Mittlere ' ; 
. Z Durch- 
Windstärke schnittszahl 
in m/seC ger Einzel- 
nach den beobach- 
‚ Defant- tungen 
schen Karten 
170), 26 595 | 30—350N 42% | 1,8* 528 
200% ' 3.0 | 681 25—B30° x 140% 2:3 | 699 
360/0 22 513* 20250 xN| 0%* | 81 658 
Aus der Tabelle ergibt sich eine klare, innere Übereinstimmung der An- 
zahl der Abweichungen mit der in den. verschiedenen Zonen vorkommenden 
durchschnittlichen Windstärke, während die Durchschnittszahl der Einzelbeob- 
achtungen keine wesentlichen Änderungen aufweist und daher auch keinen be- 
sonderen Einfluß ausüben kann. Wohl aber zeigt sich hier die Bedeutung der 
Stetigkeit der Winde, denn bei 20—25° N und 40—45° N haben wir bei 
ungefähr gleicher Anzahl von Einzelbeobachtungen und gleicher Windstärke im 
Gebiet des stetigen NO-Passats nur 0°%,, im Gebiet der veränderlichen West- 
winde jedoch 20%, größerer Abweichungen. , 
2, Die Größe des Ablenkungswinkels in bezug auf die verschiedenen geo- 
graphischen Zonen, Jahreszeiten und die Windstärke, Wenden wir uns nun der 
genaueren Betrachtung der weniger als -{ 45° von der theoretischen Wind- 
richtung abweichenden Fälle zu. Das arithmetische Mittel aus der Gesamtheit 
der innerhalb des untersuchten Quadranten liegenden 163 Windmittelwerte 
ergibt eine Abweichung von +9.2°. Das bedeutet also, daß der beobachtete 
Ablenkungswinkel im Durchschnitt 9° größer ist als der theoretisch nach der 
Guldberg-Mohnschen Formel berechnete, Oder, wenn wir dieses Ergebnis auf 
einen bestimmten Breitengrad beziehen wollen, daß für 34° N (nach eingehender 
Berücksichtigung der Lage der zugrundeliegenden Mittelwerte ist dieser als 
mittlerer Parallelkreis des Untersuchungsgebietes aufzufassen) der Windablen- 
kungswinkel ‘nicht, wie die Krümmelsche Tabelle“) angibt, 66.8° beträgt, 
sondern 76.0° 
Es wurde dann für die einzelnen Fünfgradzonen der verschiedenen 
Breiten die mittlere Größe der Abweichung‘) berechnet. (Die Anzahl der 
‘) a. a. O. S. 108. 
2) 0. Krümmel, Handbuch IF, S. 544. Die Krümmelsche Tabelle verwendet den Reibungs- 
koeffizienten von k = 0.000035 („für bewegte See“), den Guldberg und Mohn auf Grund synop- 
tischer Wetterkarten für den Nordatlantischen Ozean zwischen 15°—50° N bestimmt haben, Würde 
man darin den Fehler suchen, und bestimmt man mit dem oben gefundenen Wert nach der Formel 
k = En den Reibungskoeffizienten von neuem, so erhält man k = 0.00002, einen Wert, 
den Guldberg und Mohn nach synoptischen Wetterkarten „für ruhige See“ festgestellt haben. 
3) Bei dieser wie auch bei späteren ähnlichen Zusammenfassungen ist, wenn nichts anderes 
ausdrücklich vermerkt, das arithmetische, nicht das mechanische Mittel berechnet worden. 
Ann d. Hydr. usw. 1923. Heft IX.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.