Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1923.
Verleihung der Seewarten- Medaille mit Diplom.
(Amtlich)
In Anerkennung ihrer langjährigen treuen Mitarbeit an den Aufgaben der
Deutschen Seewarte haben die nachstehenden Herren die Seewarten-Medaille mit
Diplom erhalten:
1. Kapitän P. Petersen,
2, Seefahrtsschuldirektor Dr. Soeken (früher langjähriger Agentur-
vorsteher in Rostock),
Medaille.
5. Kapitän C, de Korver, Rotterdam,
6. Vizekonsul a. D.
H. von Maur, Mogador.
Bronzene
i. Kapitän J. Kröger,
2, « G. F. Fiedler,
3, « J. Bähr,
4. vr A. Volkmann,
Hamburg.
Hamburg.
Hamburg,
Bremen.
Kapitän A. Lauenstein zur Vollendung des achtzigsten Lebensjahres.
Kapitän A. Lauenstein, früher Assistent bei der Deutschen Seewarte,
wurde am 21, Juli d. J. achtzig Jahre alt. Er wurde am 21. Juli 1843 in Wölpe
bei Nienburg, Hannover, geboren und war von 1859 an auf Seglern und Dampfern
der Handelsmarine tätig. Im Kriege 1870—1871 konnte er dem Vaterlande
große Dienste erweisen, indem er als ;Superkargo die Fahrten des Dampfers
„Cambria‘ leitete, der vor dem Englischen Kanal kreuzte, um deutsche Schiffe
vor Kriegsgefahr zu warnen. Für diese mit. besonderer Umsicht und günstigem
Erfolg durchgeführte Aktion wurde ihm vom Bundeskanzler Dank und volle An-
erkennung ausgesprochen.
Im Jahre 1877 kam A. Lauenstein zur Deutschen Seewarte. Hier hat
er sich besonders in Instrumentenprüfung und Deviationsbestimmung verdient
gemacht; auch war er als hervorragend kenntnisreicher, tüchtiger Beobachter
und zuverlässiger Forscher auf seinem Arbeitsgebiet bekannt. Am 1. November
1904 wurde er in den Ruhestand versetzt, da er infolge eines hartnäckigen
Augenleidens seinen Dienst nicht mehr weiter versehen konnte.
Die Deutsche Seewarte wünscht ihrem früheren Beamten, daß es ihm ver-
gönnt sei, noch manches Jahr in körperlicher und geistiger Frische zu verleben,
Diesem Wunsche schließen sich auch die Beamten der Deutschen Seewarte an,
die ihn durch sein bescheidenes und stets hilfsbereites Wesen schätzen gelernt
haben. P.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Cedee, F. T, A.: Nautical Tables for the Azimuth, solche auf der Karte umzuwandeln, wobei die Art
pandq. A general and easy method of finding der Lösung durch die Projektion der Karte vor-
the position-Ene in any case, 8°, 91 8. Helder geschrieben ist. Der Methode von Cedee liegt
1923. Duinkers Boekhandel. aun eine Karte zugrunde, auf der der lineare Ab-
Während man in Deutschland in den letzten stand des Breitenparallels @# vom Adquator =
Jahrzehnten bestrebt gewesen ist, die Höhen- i0*log tg (45° /-}g@) ist. Herr Cedee bezeichnet
methode durch geeignete Tafeln so einfach wie diese „Merkatorkarte“ als „Logarithmische Karte“,
möglich zu gestalten, greift der holländische und durch graphische Darstellung ist es ihm ge-
Verfasser des obigen Werkes auf eine Idee zurück, lungen, sämtliche Skalenwerte von 0° bis 90° auf
die vor nun bald 50 Jahren in diesen Annalen!} nur drei Seiten unterzubringen (Tafel IV). Leider
durch den Navigationslehrer Preuß auf Grund ist diese Tafel in einem so undeutlichen Druck und
seiner Arbeit von Hilleret eine eingehende Be- in so wenig übersichtlicher Weise gehalten, daß
handlung gefunden hat. sie, namentlich bei Licht, die Augen sehr in An-
Homographische Nautik nennt Preuß spruch nimmt und die Werte sich an Bord, wo
das Verfahren, die Probleme auf der Sphäre in die Beleuchtungsverhältnisse im Kartenhaus manch-
SEE A mal recht ungünstig sind, nur schwer ermitteln
') Ann, d. Hydr. usw. 1876, 8. 387, 431, 478 lassen. Die blaßrote Druckfarbe eignet sich
und 1877, 8. 89. m, E. durchaus nicht für solche Zwecke und die