Pollak, L. W.: Einige Verbesserungen aerologischer Apparate und Hilfsmittel. 189
zünden des Beleuchtungskörpers. 12. Verläßliches Brennen des Azetylengases
abwarten. 13. Loslassen des Beleuchtungskörpers.
I. A. Gasfüllwage mit Flüssigkeitsdichtung, B. Gasfüllwage mit Flüssigkeitsdichtung
und vertikal bleibendem Schlauchmundstück von Leo Wenzel Pollak*).
Die Gasfüllwage mit automatischer Auftriebsbestimmung, wie sie von Dr.
A.de Quer vain erdacht wurde, hat in der gebräuchlichen Ausführung zwei Fehler:
1. verbindet ein Gummischlauch den Wagebalken mit einem auf dem Grund-
brett fest verbundenen Schlauchstutzen®),
beschreibt das zur Befestigung des Ballonfüllansatzes bestimmte Schlauch-
mundstück bei Bewegung des Wagebalkens einen Kreisbogen.
Der erste Fehler wechselt mit der Güte der Ausführung. Er kann bei
Verwendung feiner Schläuche sehr klein gehalten werden und war bei den im
Kriege verwendeten, infolge Gummiknappheit recht groben, Verbindungsschläuchen
beträchtlich. Der zweite Fehler ist bei Verwendung von Gummipilotballonen wohl
zu vernachlässigen, fällt jedoch bei der Bestimmung der Tragkraft von Papier-
pilotballonen mit ihrem recht steifen Füllansatz sehr ins Gewicht,
Ende 1916 habe ich mit Unter-
stützung des Herrn E. Knoller vom
k. u. k. Fliegeretappenpark Nr. 3 die in
Fig. 2 dargestellte Gasfüllwage kon-
struiert, Sie entbehrt des Verbin-
dungsschlauches, da die Dichtung
Quecksilber oder eine beliebige Flüssig-
keit besorgt, wodurch die Empfindlich-
keit sehr gesteigert werden konnte.
Die Gasfüllwage besitzt eine zu einem
Behälter B, erweiterte gußeiserne Wage-
säule, welche auf einem entsprechenden
Grundbreit montiert ist. Der Fuß F
der Wagesäule enthält ein rechtwinkelig
umgebogenes Rohr, dessen eines Ende R
in den Behälter B, hineinragt, während
das andere zu dem durch den Hahn H
absperrbaren Schlauchmundstück M;
führt. Die Wagesäule trägt die beiden
Arme A, und A, mit den für die Schneiden
des Wagebalkens bestimmten Pfannen
P, und P,, sowie die Skala S. 'Der hohle
Wagebalken W besitzt in seiner Mitte
einen nach unten (bei o) offenen und
mit ihm kommunizierenden Behälter B,,
der in den Behälter B, hineinpaßt, und
trägt weiter die Zunge Z und die zu
Spitzen ausgebildeten Schneiden Sp,
welche, wie der unteren Zeichnung zu entnehmen ist, bei Gebrauch der Wage in
den Pfannen P, und P, aufliegen. Durch Verschiebung des Laufgewichtes L kann
die Zunge Z der unbelasteten Wage zum Einspielen gebracht werden. Den Weg
des Gases von M, durch F, R, B,, B, nach M, erläutert die untere Zeichnung
er Fig. 2.
Der unter 2 genannte Fehler ist jedoch auch bei dieser Wage nicht be-
hoben, wurde ich ja erst durch diese empfindliche Wage auf den zweiten Fehler
aufmerksam. Durch Verknickungen des steifen Papierfüllansatzes nach ein- oder
') Levico, 1. Februar 1918,
2) Die in F. Fischlis Aeronautischer Meteorologie (C. Schmidt, Berlin 1913) S. 83 ab-
yebildete Gasfüllwage ist ohne Gummischlauch konstruiert. Bei dieser Ausführungsform tritt an die
Stelle der Torsionswirkung des Verbindungsschlauches eine nicht zu vernachlässigende Achsenreibung.