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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1923.
K, u. k. Festungskommando Trient
E. Nr. 5030.
Dienstzettel.
Trient am 10. Mai 1917.

Es hat sich der Fall ereignet, daß durch das Aufsteigen eines
beleuchteten Ballons zur Nachtzeit sowohl das Bahnhof-Kmdo als auch
die Feuerwehr alarmiert wurden.
Zur Verhütung wolle im Wiederholungsfalle das Ablassen eines
Leuchtballons telefonisch dem: Festungs-Kmdo avisiert werden,
An Holzer, Obst.
k. u. k. Feldwetterstation Nr. 9.
Eine Explosionsgefahr beim Hochlassen besteht überhaupt nicht, wenn man
die aus der Zeichnung ersichtliche, etwa ein Meter lange Schnur zwischen Leuchtkörper
 und Ballon einschaltet und den Leuchtkörper erst anzündet, wenn man
den Ballon an dieser Verbindungsschnur hat hochsteigen lassen.
Die Leuchtkörper wurden, nachdem sie monatelang in meiner Feldwetterstation
 in Trient erprobt worden waren und sich bewährt hatten, auch von
anderen Formationen in Verwendung genommen, Entweder erhielten diese Abteilungen
 (darunter das Kommando der Heimatwetterwarten in Charlottenburg
und die k. u. k. Kriegsmarine in Pola) von meiner für die Erzeugung der Azetylenbeleuchtungskörper
 eingerichteten Werkstätte einen kleinen Vorrat in gut
schließenden Blechdosen oder wurde, was sich mit Rücksicht auf die leichte Herstellbarkeit
 der Leuchtkörper besonders bewährt hat, ein Mann der betreffenden
Formation zur Feldwetterstation entsendet, woselbst er in wenigen Stunden die
erforderlichen Handgriffe erlernte. Die anfänglich von der vorgesetzten Behörde
geäußerten Bedenken wegen Feuersgefahr im Falle von Ballonversagern konnten
zerstreut werden, denn es wurde experimentell gezeigt, daß ein solcher Azetylenbeleuchtungskörper
 sehr druckempfindlich ist, und beim Auftreffen auf den Boden
von selbst erlischt. — Die Leitung des Feldwetterdienstes beschloß dann auch
(E. Nr. 2926 ex 1917), die von mir eingeführten Beleuchtungskörper für Nachtpiloten
 allgemein in Verwendung zu nehmen. Tatsächlich hat sich bei der
seit dem 30. April 1917 bis Ende Oktober 1918 erfolgten täglichen Verwendung
des Leuchtkörpers an meiner und mehreren anderen Feldwetterstationen kein
Unfall ereignet.
Die Herstellung ist bei einiger Vertrautheit mit Papparbeiten sehr leicht,
Die Erzeugungskosten betrugen seinerzeit (1917) per Stück 1.10 Kr., wobei der
Specksteinbrenner für 14 bis 28 1 in Trient mit 60 Hellern bezahlt wurde, Allerdings
 stand damals der Cellonlack in unbegrenzter Menge kostenlos zur Verfügung.
Aus der in Fig. 1 wiedergegebenen Werkstättenzeichnung dürfte die Konstruktion
 zur Genüge klar sein. Nur sei besonderer Nachdruck darauf gelegt,
daß das Tropfröhrchen aus Metall und nicht aus Glas hergestellt sein darf, Das
Glasröhrehen springt leicht durch die starke Wärmeentwicklung des befeuchteten
Karbids, wodurch die Wasserzufuhr zum Karbid in unkontrollierbarer Weise verändert
 und die Flamme erstickt wird.
Die Verwendung der Leuchtkörper geht am besten aus der seinerzeit jeder
Sendung von Leuchtkörpern beigefügten Gebrauchsanweisung hervor.
Gebrauchsanweisung. 1. Vorbereitung: a) 75 cm Bindfaden, b) 20 cm®
Wasser, 2. Füllung und übliche Prüfung des Papierpiloten auf seine Dichtigkeit.
3. Abschaben der Schutzkappe des Specksteinbrenners, 4. Durchstechen des roten
Verschlußläppchens am oberen Holzpfropfen. 5. Eingießen des vorbereiteten
Wassers durch die eben freigelegte Öffnung. 6. Abwarten einer deutlichen
Azetylengasentwicklung. 7. Abbinden des Papierpiloten mit dem einen Ende
der vorbereiteten Schnur. 8. Anbinden der Schlinge des Azetylenbeleuchtungskörpers
 am anderen Ende der Schnur. 9. Hinaustragen des Piloten samt Beleuchtungseinrichtung
 aus dem Ballonfüllraum. 10. Festhalten des Beleuchtungskörpers
 und langsames Hochlassen des Papierpiloten an dem Bindfaden. 11. An-
            
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