Neuere Veröffentlichungen.
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Südwestafrika, Richtig ist, daß er auf die strenge
Gleichzeitigkeit der Beobachtungen an den Küsten-
und Binnenlandstationen im allgemeinen Teil das
größte Gewicht gelegt hat. Zweifelhaft erscheint
indessen, ob er nicht doch seine Untersuchungen
im allgemeinen Teil auf einen größeren Zeitraum
als nur das eine Jahr Oktober 1913 bis September
1914 stützen konnte, Seine jahrelange Kenntnis
des Landes ermöglichte ihm trotzdem, brauchbare
Folgerungen zu ziehen. Im einzelnen untersucht
wurden für dies Jahr die Witterungsfaktoren Luft-
druck, Wind, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, See-
nebel, Wolken und Niederschlag.
Im speziellen Teil wird sodann der Anteil der
Winterregen am gesamten Jahresniederschlag unter-
sucht, seine jahreszeitliche und räumliche Ver-
teilung. Seine Höhe ist kartographisch dargestellt.
Zugrunde gelegt sind dieser Karte die Beobach-
tungen von 88 Regenmeßstationen, von denen 17
äber 10 Beobachtungsjahre aufweisen. Die kurzen
Reihen wurden auf benachbarte langreihige reduziert,
eine einheitliche Reduktionsepoche für das Gesamt-
gebiet jedoch nicht gewählt. Die höchsten Winter-
regen mit 80 mm ergeben sich für Tsirub. Sonst
aber scheint der untere Orange die höchsten Winter-
regen zu besitzen; von hier aus nehmen sie nach
Norden und Osten ab. Der Nordosten von Deutsch-
Südwestafrika erhält überhaupt keine Winterregen,
Quantitativ sind sie für das ganze Gebiet nur von
geringer Bedeutung.
Der Einfluß der meteorologischen Elemente
auf die Tier- und Pflanzenwelt wie die wirtschaft-
lichen Verhältnisse wird überall berücksichtigt.
Den Schluß bildet ein interessanter Vergleich
der meteorologischen Verhältnisse an den West-
küsten Südafrikas und Südamerikas,
In Tabelle 9 wäre in einer weiteren Spalte die
Zahl der Tage mit > 0.2 mm Winterregen als
niedrigstem der gebräuchlichen Schwellwerte er-
wünscht gewesen. Die Niederschlagsmenge 0.0
wird nämlich von den meteorologischen Beobachtern
zum Teil mit größerer, zum Teil mit geringerer
Sorgfalt, zum Teil auch gar nicht angegeben
Gerade in Swakopmund ist sie nun sehr häufig
angegeben, und daher steht Swakopmund mit
44 Winterregentagen bei nur 4 mm Normalnieder-
schlag an erster Stelle; es folgen Hohenfels mit 37
und Weißbrunn mit 22 Tagen bei 54 und 71 mm
Normalniederschlag; ein Verhältnis, das der Wirk-
lichkeit nicht entsprechen dürfte, Hingegen dürfte
die Zahl der Tage mit > 0.2 mm Niederschlag ein
Verhältnis liefern, das mit der Wirklichkeit er-
heblich besser übereinstimmt. P. Heidke.
Schulen, besonders als Vorbereitung auf
Geodäsie und sphärische Astronomie.
5. Auflage. 8%. XIX u. 6798. J.B. Metzler.
Stuttgart 1923. Grundpreis 27 A.
Trotz der jetzigen schwierigen Verhältnisse ist
bereits nach 6 Jahren eine Neuauflage des Buches
notwendig geworden, wodurch es den besten Be-
weis für seine Güte und Beliebtheit erbracht hat,
Neu aufgenommen sind Referate, S. 442/448,
166/470, über graphische: Tafeln und graphisch-
nechanische Einrichtungen (z. B. Fluchtlinien,
Rechenschieber, Rechenmaschinen). Die Anmer-
zungen sind wesentlich erweitert und durch die
Schriften der Neuzeit ergänzt. Der Nautik ist ein
preiterer Raum gewährt worden. Für eine Neu-
auflage kämen vielleicht einige Verbesserungsvor-
schläge in Betracht. Durch den Semiversus wird
Jie Genauigkeit des Rechenergebnisses erhöht und
die lästige Halbierung des Logarithmus und die
Verdoppelung des Winkels vermieden. Die Nautic
Almanac Office hat deshalb besondere _7-stellige
Tafeln des Semiversus herausgegeben. Ahnlichem
Zweck dienen die Tafeln der Antilogarithmen. Mit
einer 7-stelligen . Antilogarithmen-Tafel (nur
20 Oktav-Seiten) rechnet man ebenso schnell wie
mit einer 5-stelligen Logarithmentafel. Unter den
log. trigon. "Tafeln hätten die 11-stelligen Tafeln
von Börgen und die 15-stelligen von Prytz er-
wähnt werden können, zumal die Tafeln von
Vega gar nicht und die von Bauschinger-
Peters nur zu unerschwinglichen Preisen im Buch-
handel zu haben sind. Der Verfasser tert sonst
zroßen Wert darauf, dem Schüler das billigste
Material bekanntzugeben. Auf S. 9 vermißt man
sinen Hinweis auf Wright, Meridional Parts, die
arste Tafel der log tang, die 20 Jahre vor Nepers
Erfindung der Logarithmen aufgestellt und in der
»infachsten Weise berechnet wurde, Wenn auf
5. 10 die Logarithmentafeln von Sang erwähnt
erden, dürfen die kleinen Tafeln von P, Gray,
London 1876 (die beste Logarithmentafel), nicht
‘ehlen. Der Schüler muß nach jeder Rechnung
sich von ihrer ‚Richtigkeit überzeugen, deshalb
wäre die Angabe von Rechenproben, die nicht
Rechnungsdaten benutzen, erwünscht. Auf S. 428
wird dem Schüler überlassen, den sphärischen
©xzeß in einer Seite und den beiden anliegenden
Winkeln auszudrücken, während die leichte Auf-
zabe, aus zwei Seiten und dem Zwischenwinkel,
mehrfach behandelt wird. Die Höhe im schief-
winkligen Dreieck (S. 661, Anm. 139) wird von
Gauß vielfach als Hilfsgröße benutzt, da sie 80-
fort eine leichte Rechenprobe zuläßt. Die ausführ-
lichste sphärische Koppeltafel (sin z = sin x sin y;
tg z = sin x tg y) stammt von Alphonse Heeg-
mann, Mömoires de la Soci&t& des Sciences de
V’Agriculture et des Arts de Lille, ann6e 1849.
Lille 1850, 8. 487—676. A. Wedemeyer.
Hammer, E.: Lehr- und Handbuch der ebenen
und sphärischen Trigonometrie. Zum Ge-
brauch beim Selbstunterricht und in
RB.
Neueste Erscheinungen im Bereiche der Seefahrt- und der Meereskunde
sowie auf verwandten Gebieten.
a. Werke.
Reisen und Expeditionen.
British (Terra Nova) Antaretie Expedition
1910—18. Glaciology. C.S. Wright, R. E,
Priestley. 4°, 581 p. with maps. London 1922,
Harrison & Sons.
Meeres- und Gewässerkunde.
Pettersson, O. Prof. Dr.: Festkrift tillägnad —
(Abhandlungen über Meereskunde). 8°% 114 p.
Helsingfors 1923. Holger Schild.