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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1923 
prognosen sollen wir so klein wie möglich machen, der objektive bleibt. „Der 
Endwert der Genauigkeit der Wettervorhersage liegt nicht bei 100°%/,, sondern, 
dem Kollektivzustand entsprechend, tiefer, da die Witterungsvorgänge überwiegend 
in den Bereich der statistischen, nicht klassischen Physik gehören“ (S. 66). Wenn 
Schmauß weiter sagt, daß es „nicht viele menschliche Bedürfnisse gibt, die ihr 
Genügen am Kollektiv fipden usw.“ so kommt, in dieser Weise ausgedrückt, die 
praktische Bedeutung der Klimakenntnis, als Hauptkollektiv, etwas zu kurz. 
Gesetze in der Meteorologie haben wir nur bei den Einzelvorgängen, 
Regeln in der Wechselwirkung derselben rund Wunder bei besonders unwahr- 
scheinlichen Kombinationen, 
Die Einführung der Wetterkunde in den Schul- (Naturkunde-) Unterricht 
wird auch hier wieder und auch von uns gefordert, und die kulturfeindliche 
Aufhebung des Anschlags der Wettervorhersage an den Postanstalten muß rück- 
gängig gemacht werden. Für das Allerwichtigste aber halte ich es, daß in 
möglichst allen Abendzeitungen Deutschlands die Wetterkarte selbst wieder ab- 
gebildet wird, wenn auch aus Sparsamkeitsgründen nötig, in noch so kleinem 
Format. Eine Begründung erübrigt sich, 
Jeder Leser des kleinen Buches von Schmauß, das auch jedem Nicht- 
fachmann empfohlen werden kann, wird seine Freude haben, aueh an den an- 
schaulichen und geschickt eingeflochtenen Vergleichen des Berufes und der 
Organisation der Meteorologen mit dem der Ärzte. Der Leser wird aber auch 
erkennen, wie vielseitig die Wissenschaft und auch die Kunst der Wettervorher- 
sage ist. 
Zur Bestimmung des Zeitazimuts. 
Von P. Andresen, Geestemünde. 
Im Novemberheft, Jahrgang 1921, dieser Annalen habe ich gezeigt, wie 
man mittels einer kleinen Logarithmentafel, die noch nicht einmal eine halbe 
Druckseite faßt, das Azimut für alle vorkommenden Fälle berechnen kann. Es 
kommen dabei aber negative und überstumpfe Winkel vor, also Größen, mit 
denen der Nautiker nicht gewohnt ist zu arbeiten. Wer sich nun nicht der 
Mühe unterziehen will, sich durch einige. Übung genügend mit der Anwendung 
des Vorzeichenschemas vertraut zu machen, dem kann in folgender Weise die 
Arbeit erleichtert werden. 
Es sind zwei Tafeln zu berechnen, aus denen die Werte ef (S) und ef (U), 
die jetzt f (x) und f(y) genannt werden mögen, sofort entnommen werden können. 
Diese Tafeln werden, wenn sie die gleiche Reichweite wie die üblichen ABC-Tafeln 
(Behrmann, Breusing, Fulst) haben sollen, je zwei Seiten stark sein, also 
immerhin noch eine außerordentliche Platzersparnis bedeuten. Ferner ist die 
an genannter Stelle bereits veröffentlichte kleine Tafel so einzurichten, daß die 
Werte A und B direkt entnommen werden können, ganz gleich, ob die Werte f (A) 
und f(B) positiv oder negativ sind. 
Das erste der damals gegebenen Beispiele war das folgende: 
?= 50° 20 N; = 11° 17N; t = 5h 32m, 
(S) = £(g) +f£(0) 
f(U) = £(g)—£(0) Az = AB 
of(A) = —{of(8) + oft) } 
ef(B)= ef(U)—ef(t) 
Dip) = 0.89 * 
f(0) = 0.17 
f£(S) = 1.06 
5 — r | 
f£(U) = 0.72 
A = 129° 
B = 489° 
Az. = 88.5°
	        
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