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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1923, 
an den Küsten Finnlands binnen kurzem von 10 Stationen an der Meeresküste 
und einer am Ladoga aufgezeichnet. Das Programm ist jedoch nicht mit der 
Errichtung der genannten Stationen erledigt, es erübrigt sich, noch einige Stationen 
in der Bottensee, im Schärenmeer und im Finnischen Meerbusen zu bauen, 
Sobald die neuen Mareographen im Gange sind, kann an Verminderung 
der Zahl der Ablesungspegel gedacht werden, etwa 20 werden doch zur Er- 
gänzung und Kontrolle, wenigstens in den nächsten Jahren, beibehalten, was 
um so mehr am Platze ist, da einige von den heutigen Pegeln ununterbrochen 
schon etwa 70 Jahre beobachtet worden sind, 
Alle die neuen Mareographenstationen sind, bzw. werden, mit Apparaten 
von einheitlichem Typus ausgerüstet. Da der Apparat einige Neuerungen auf- 
zuweisen hat, mag eine kurze Beschreibung desselben folgen. 
Der neue Mareograph ist ein Schwimmerpegel und erfordert somit um- 
[angreichere Bauten mit stetig eisfreiem Brunnen als ein pneumatischer Apparat; 
dieser Umstand mag jedoch als von der größeren Genauigkeit und Zuverlässig- 
keit aufgewogen angesehen sein, 
Die Standard-Dimensionen der Pegelhäuser (Ziegel und Beton) sind 
2X 2X 2m (inneres Maß). In einer Ecke befindet sich der Brunnen aus Beton 
mit 80 cm Durchmesser und bis 5 m Tiefe, davon etwa 2 m oberhalb und 3m 
unterhalb des Mittelwassers, Ein horizontales Kupferrohr von 50 mm Durch- 
messer geht von der Brunnenwand unmittelbar am Boden des Brunnens zu 
offenem Wasser außerhalb des Fundaments. Das Rohr kann durch ein Ventil, 
dessen Spindel bis zum Boden des Zimmerchens hinaufragt, geschlossen werden, 
was von Nutzen ist, falls eine Reinigung des Rohres in Frage kommt. Für diese 
hat man nur den Brunnen bis zum oberen‘ Rand bei geschlossenem Ventil zu 
füllen; wenn dann das Ventil geöffnet wird, spült das ausströmende Wasser das 
Rohr rein, 
Für die Erwärmung des Zimmers steht ein Kamin in der dem Brunnen 
gegenüberliegenden Ecke, außerdem wird der Brunnen selbst im Winter entweder 
durch Kohlenfadenlampe oder durch eine in einem schwimmenden Kupferblech- 
kasten angebrachte Petroleumlampe erwärmt. 
Der Apparat selbst steht auf einer 1 m hohen Betonsäule unmittelbar am 
Rande des Brunnens, 
Der Schwimmer ist aus Glas, 50 cm im Durchmesser; der beträchtliche 
Querschnitt sichert eine hohe Empfindlichkeit. 
Die wesentlichsten Merkmale des Apparates sind die folgenden: Die Wasser- 
standsänderungen werden ohne Verjüngung, in natürlichem Maßstabe, aufgezeichnet; 
dabei kann die Amplitude der Wasserstandsschwankung beliebig groß sein, ohne 
daß der Papieraufwand in einem Jahre mehr als eine (allerdings etwa 105 m 
lange) Rolle von etwa 29 cm Höhe beträgt. Betrachten wir die Fig. 2 und 3. 
Obenan ist ein horizontales Rad, dessen Umkreis 1 m beträgt. Die Außen- 
seite des Rades ist eine Zylinderfläche von 15 mm Höhe. In dieser befindet sich 
eine Spiralrinne, welche die Zylinderfläche siebenmal umkreist, In diese Spiral- 
rinne legt sich ein vom Schwimmer kommendes Bronzeseilchen, nachdem es 
durch mehrere an Dach und Wand angebrachte Rollen oder eine mitten über 
dem Brunnen befindliche Rolle (die im Hintergrund der Fig, 2) seine vertikale 
Bewegungsrichtung in eine horizontale in der Höhe des Rades vertauscht hat. 
Dicht unterhalb der Spiralrinne trägt das Rad eine größere Rinne für das zum 
Gegengewicht gehende Seilchen, das wieder über Rollen läuft (die weiße Rolle 
im Vordergrund der Fig. 2 und im Hintergrund der Fig. 3). 
Mit dem Rinnenrad unverrückbar verbunden dreht sich auf der vertikalen 
Achse desselben ein zweites horizontales Rad, das 10 Schreibstifte trägt. Der 
Abstand von der Achse zur Mitte jedes Stiftes ist gleich dem Abstand von Achse 
zur Spiralrinne, Somit ist der Bogenabstand zwischen zwei Stiften 10 cm. Jeder 
zweite Stift ist schwarz, die übrigen sind rot, grün, blau usw., alle von ver- 
schiedener Farbe. Wenn nun der Wasserstand steigt, dreht sich das Rad in 
einer Richtung (mit der Sonne), wenn das Wasser fällt, dreht sich das Rad in 
entgegengesetzter Richtung. Dabei wird die Bewegung von den (mit 50 gr,
	        
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